"Aufschluss" ueber die Offenbarung Johannis.

Oder: Wie der neuapostolische "Heilige Geist" zeitgemaess immer etwas anderes verkuendet...

Geehrte Leser,

Der neuapostolische Bezirksapostel Eugen Startz (Muenchen) hat in 22 Jugendrundschreiben zwischen dem 7. Mai 1974 und dem 7. August 1976 "Aufschluss" ueber die Offenbarung (jeweils ueber ein Kapitel) gegeben. Der Uebersichtlichkeit halber sind die Anreden "Liebe Jugend", z.T. die einleitenden Worte und die abschliessenden Grussfloskeln weggelassen worden. Hervorhebungen im Originaltext wurden weitestgehend beibehalten, Bibelzitate kursiv gesetzt.

1.   Rundschreiben vom 7. Mai 1974
2.   Rundschreiben vom 7. Juni 1974
3.   Rundschreiben vom 7. Juli 1974
4.   Rundschreiben vom 7. August 1974
5.   Rundschreiben vom 5. September 1974
6.   Rundschreiben vom 5. Oktober 1974
7.   Rundschreiben vom 4. November 1974
8.   Rundschreiben vom 21. Dezember 1974
9.   Rundschreiben vom 7. Januar 1975
10. Rundschreiben vom 8. Februar 1975
11. Rundschreiben vom 5. Juni 1975
12. Rundschreiben vom 15. Juli 1975
13. Rundschreiben vom 22. September 1975
14. Rundschreiben vom 30. Oktober 1975
15. Rundschreiben vom 24. Januar 1976
16. Rundschreiben vom 2. Maerz 1976
17. Rundschreiben vom 3. August 1976
18. Rundschreiben vom 5. Mai 1976
19. Rundschreiben vom 25. Mai 1976
20. Rundschreiben vom 4. Juni 1976
21. Rundschreiben vom 16. Juni 1976
22. Rundschreiben vom 7. August 1976

Nach dem Lesen von den Ausfuehrungen des Bezirksapostels Startz koennt Ihr gerne mal darueber nachdenken, geehrte Leser, wie es denn moeglich ist dass der Hamburger Apostel Drave 21. Mai 1999 einen Vortrag abgehalten hat, worin untenstehende Gedanken aus den Jahren 1974-1976 einfach als "nicht mehr gueltig" abgefertigt werden. Ihr braucht nur die ersten drei Kapitel vom untenstehenden Artikel zu lesen um zu erfahren dass der Drave-Vortrag untenstehende Gedanken als voellig ueberholt wertet.
Wie ist dies zu erklaeren? Hat sich der Heilige Geist in den letzten 25 Jahren "ent-periodisiert"? Hat Gott abermals sein Plan fuer die Zukunft von seinem Werk geaendert? Oder gibt es fuer diese neuen Einsichten einfach ganz menschlichen taktischen Gruende? Wird hiermit versucht die Enttaeuschung vieler Glaeubigen, die gehofft hatten, Jesus komme noch im 20. Jahrhundert wieder (sagt der Bezirksapostel Startz doch im 3. Kapitel vom untenstehenden Artikel:
"Diese (laodizeische) Zeit umfasst also unser neunzehntes und zwanzigstes Jahrhundert, vom Jahre 1815 bis zum Kommen des Sohnes Gottes"), etwas zu lindern?
Wie dem auch sei, ich empfehle euch ganz herzlich, geehrte Leser, untenstehenden Artikel andaechtig zu lesen, damit Ihr eure "Segenstraeger", falls sie versuchen werden die neue Offenbarungs-Lehre in den Gemeinden zu verkuenden, zwingen koennt dieses Raetsel zu erklaeren.

Uebrigens werden beim naechsten Update meiner Homepage (5.2.2000) sowohl die Kapitel 13-22 der Jugendrundschreiben als auch das Vorwort vom "Buch fuer unsere Zeit" von Apostel Schwarz veroeffentlicht werden. Dann koennt Ihr selber kontrollieren welche massive Unterschiede es gibt zwischen den heutigen "Erkenntnisstand" und den Gedanken der Apostel Schwarz (vor 125 Jahren) und Startz (vor 25 Jahren).

Hochachtungsvoll,

Peter N.

Offenbarung des Johannes

1. Kapitel

Nachdem aus Euren Kreisen die Bitte laut geworden ist, Aufschluss ueber die Offenbarung zu erhalten, habe ich mir vorgenommen, Euch in Abstaenden niederzuschreiben, was der Geist des Herrn aufgeschlossen hat. Ich glaube aber, sagen zu duerfen, dass durch das Amt, das den Geist gibt, alles geoffenbart wurde, denn sonst waere das Wort "Offenbarung" am falschen Platz. Eigentlich ist es nicht die Offenbarung des Apostels Johannes, sondern die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat seinen Knechten, vor allen Dingen den Aposteln, zu zeigen, was in Kuerze geschehen soll. Diese "Kuerze" ist nicht mit menschlichen Zeitmass zu messen. Der Apostel Petrus schrieb: "Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, dass ein Tag vor den Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre (bei Gott) wie ein Tag" (2. Petr. 3, 8). Auf diese Weise koennen wir auch die goettliche Zeitrechnung verstehen: Rund zweitausend Jahre ohne Gesetz, zweitausend Jahre unter dem Gesetz und zweitausend Jahre unter dem Evangelium, gleich sechs Arbeitstage, denen dann tausend Jahre unter der Regentschaft des Koenigs aller Koenige, Jesus Christus, im Reich des Friedens folgen als der siebente Tag.

Die Offenbarung ist fuer uns eine Offenbarung und kein verschlossenes Buch mit sieben Siegeln, das niemand auftun koennte. Der Heilige Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Er will uns auch nach den Worten Jesu in alle Wahrheiten fuehren. Die Offenbarung ist vor uns abgelaufen wie ein Uhrwerk und wie ein Fahrplan, bei dem es keine Verspaetungen gibt.

Jesus spricht die selig, die da lesen und hoeren die Worte der Weissagung. Somit ist es eine Weissagung.

"Die Zeit ist nahe!" Also rund zwei Tage nach der goettlichen Zeitrechnung und fuer uns rund zweitausend Jahre bis zu seinem zweiten Kommen. Der verklaerte Gottessohn und die sieben Geister, die da sind vor seinem Stuhl, bieten den sieben Gemeinden Gnade und Frieden an. Die sieben Geister sind die siebenfache Auswirkung und Gaben des Heiligen Geistes nach Offenbarung 4, 5: "... und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Stuhl, welches sind die sieben Geister Gottes."

In Offenb. 1, 5 und 6 wendet sich Johannes selbst an die Gemeinden: "Der uns geliebt hat und gewaschen von unseren Suenden mit seinem Blut und hat uns zu Koenigen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater." Das ist das groesste Wunder, das Jesus an suendigen Menschen vollzieht: Vers 7 ist eine gewaltige Bezeugung und gehoert in die Zeit, in der Jesus zum drittenmal als Koenig aller Koenige und als Herr aller Herren erscheint, sein Wort einzuloesen: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden!" Das erste Mal kam Jesus wegen unserer Suenden, das zweite Mal erscheint er wie ein Dieb, um seine bereitete Braut, die Erloesten und Ueberwinder, zu sich in den Hochzeitssaal zu nehmen. Das dritte Mal kommt er mit den Wolken aller treuen Zeugen nach der Hochzeit im Himmel. Denken wir an die Zeugenwolke im alten Bund, an die Zeugenwolke in der Urkirche und in der Schlusskirche. Das sind gewaltige Wolken oder Scharen. Bei seinem dritten Kommen sehen ihn alle Augen und die ihn zerstochen haben. Es werden dann auch heulen alle Geschlechter der Erde. Das ist begreiflich. Dem Reich des Friedens ging ja die grosse Truebsal voraus, in welcher der Teufel sich bewusst war, dass er nur wenig Zeit hat, seine ganze Macht hemmungslos zu entfalten und seinen Zorn zu kuehlen (Offenb. 12, 12). Johannes war ja um seines Glaubens willen auf die Insel Patmos verbannt. In seiner lebendigen Hoffnung auf die Wiederkunft Christi war er im Geist an des Herrn Tag. Sicher war es auch zugleich der Sonntag, den die ersten Christen als Feiertag und Tag, an dem Jesus auferstanden ist, feierten. Es wurde ihm von Jesus der Auftrag gegeben, alles, was er sieht und hoert, an die sieben Gemeinden in Asien zu schreiben.

Als er sich umwandte, sah er zunaechst sieben goldene Leuchter und dann unter den goldenen Leuchtern einen stehen, der war gleich eines Menschen Sohn, angetan mit einem langen Gewand (seine Gerechtigkeit). Um die Brust hatte er einen goldenen Guertel (die Wahrheit). Sein Haar war weiss wie die Wolle (das Bild goettlicher Weisheit). Die Augen waren wie Feuerflammen (seine Sehensweise war vom Feuer des Heiligen Geistes durchglueht). Die Fuesse waren wie gluehendes Messing (sein Wandel ganz vom Feuer des Heiligen Geistes durchdrungen). Die Stimme war wie grosses Wasserrauschen (ein Bild von dem Wasser des ewigen Lebens). Das zweischneidige Schwert ist das Wort Gottes. Dann hielt er auch sieben Sterne in seiner Hand. Jesus gibt Johannes selbst die Auslegung ueber die sieben goldenen Leuchter und die sieben Sterne. "Die sieben Sterne sind Engel (Vorsteher, Aufseher, Bischoefe) der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden (Ephesus, Smyrna, Pergamus, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea)."

Wenn Jesus einst gewandelt ist unter den sieben Gemeinden in Kleinasien, dann duerfen wir ueberzeugt sein, dass er auch heute der Wandelnde ist unter den Tausenden von Gemeinden auf dem ganzen Erdenrund, die seines Geistes teilhaftig wurden. So, wie er einst die sieben Sterne in seiner Hand hielt, so traegt er auch heute in der Hand seiner Liebe und Gnade die Sterne, die Vorsteher und Aufseher, die auf die Gemeinden sehen, ja alle dienenden Brueder. Daniel sagte schon: "Die Lehrer werden leuchten wie des Himmels Glanz und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich" (Daniel 12, 3).

Es wird behauptet – nicht von uns –, dass gleich nach Petrus der erste Papst eingesetzt worden sei. Das ist eine grobe, unverantwortliche Irrefuehrung. Der Apostel Johannes war der letzte Apostel der Urkiche. Im Jahre 95 empfing er die Offenbarung und im Jahre 100 soll er eines natuerlichen Todes gestorben sein (Albrecht). Er hinterliess die Bischoefe und Amtstraeger der Urkirche, die zu seiner Lebzeit noch lebten. Der Bischof Ignazius von Antiochia, der unter Kaiser Trajan (98–117) den Maertyrertod erlitten hat, erinnert die Epheser in einem Brief, dass Paulus ihrer in jedem Brief gedenke. Der Bischof Polykarp von Smyrna war ein Schueler von Apostel Johannes und ist um das Jahr 155 als Maertyrer auf dem Scheiterhaufen gestorben. Der Bischof Papias von Hierapolis in Phrygien, ein Freund Polykarps, kannte schriftliche Evangelien und soll auch Zeugnisse aus 1. Johannes und 1. Petrus gebraucht haben. Aus allem geht hervor, dass die von den Aposteln noch eingesetzten Bischoefe, an die auch Jesus die Sendschreiben gerichtet hat, die Kirche nach dem Tode des Apostels Johannes weiterfuehrten.

Was ich Euch geschrieben habe, ist im Telegrammstil geschehen. Ueber Offenb. 1 koennten viele Seiten geschrieben werden. Das Wenige moege Euch aber doch den richtigen Aufschluss geben.

2. Kapitel

Um Euer Verlangen zu stillen, richte ich das zweite Schreiben ueber die Offenbarung Jesu Christi an Euch. Auch das geschieht wieder im Telegrammstil. Es koennten Buecher ueber dieses Kapitel geschrieben werden.

Mit den Sendschreiben an die sieben Gemeinden in Kleinasien hat sich Jesus nicht nur persoenlich an diese gewandt, um den Zustand der betreffenden Gemeinde zu beleuchten, sondern an die sieben Zeitabschnitte, in welche sich die christliche Kirche bis zum zweiten Kommen des Sohnes Gottes aufteilt.

"Ephesische Zeit", das ist der erste Zeitabschnitt oder die Stiftung der christlichen Kirche im Jahre 33 nach Christi Geburt bis zur Anerkennung als Staatskirche des roemischen Weltreiches durch den Kaiser Konstantin im Jahre 324. Diese erste Zeit umfasst also die ersten rund dreihundert Jahre. Der Leuchter ist die Gemeinde Ephesus und bedeutet "Verlangen und Wohlgefallen". Die sieben Sterne und die sieben goldenen Leuchter als die Gemeinden und die Vorsteher (Aufseher oder Bischoefe) sind uns bekannt. Der Sohn Gottes weiss von den Werken der Gemeinde in diesem Zeitabschnitt. Schon Paulus musste auf die falschen Apostel (lt. 2. Kor. 11, 13) hinweisen. Diese falschen Apostel hat die Gemeinde als Luegner erfunden. Wo echtes Geld ist, zeigt sich sehr schnell auch das falsche. Oftmals unterscheidet es sich nur durch ein Puenktchen, und dennoch ist es falsch. Es stammt von den Falschmuenzern, die keine Vollmacht haben, Geld herzustellen. Jesus hat den Saulus gesehen auf dem Weg nach Damaskus, er sieht auch uns alle, denn er wandelt auch heute unter den "goldenen Leuchtern" (Gemeinden). Leider ist die Gemeinde von der ersten Liebe gewichen. Sie tat wohl noch ihre "Christenpflicht", aber zwischen Liebe und Pflicht sind grosse Unterschiede. Liebe erwaermt, sie macht erfinderisch, sie tut mehr als die Pflicht und bringt neues Leben hervor. Bei aller Pflichterfuellung kann es einen "frieren". Die Nikolaiten waren eine Sekte und eine Absplitterung, die der untreue Diakon Nikolaus gegruendet hat. Er lehrte, das Wissen sei die Hauptsache und gestattete die Fleischessuende (Allgemeinheit der Frauen) und ausser Gott lehrte er noch andere Goetter. Das hat Jesus gehasst und die Gemeinde auch.

"Smyrna oder smyrnische Zeit" ist der zweite Zeitabschnitt und umfasst die Jahre 324 bis rund 622 nach Christi Geburt. Smyrna heisst Bitterkeit. In diese Zeit faellt die Erhebung der Kirche als Staatskirche im roemischen Weltreich und die Entwicklung des Papsttums. Der erste Papst wurde im Jahr 365 gewaehlt und trug den Namen "Damasus". In dieser Zeit war die Gemeinde sehr bedraengt. Es sind auch Laesterer aufgetreten, die behauptet haben, Erwaehlte zu sein, also Juden = Gottlober, und waren des Satans Schule. Jesus sagte deshalb: "... die da sagen, sie seien Juden (Jude heisst Gottlober) und tun das Gegenteil." "Zehn Tage Truebsal" ist eine symbolische Zahl und somit eine bestimmte Zeit. Sieben ist die Zahl der Offenbarung Gottes auf Erden und "drei" die Zahl Gottes (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Zusammen ergibt das die Zahl "zehn". Der Herr hat auch ausdruecklich zehn Gebote gegeben, und Jesus spricht von fuenf klugen und fuenf toerichten Jungfrauen, also wieder die Zahl zehn. Wer ueberwindet, dem soll kein Leid geschehen vom anderen Tod. Dieser ist uns bekannt. Der erste Tod ist die Trennung der Seele vom Leib und der andere Tod die Trennung der Seele von Gott. Das ist dann ein Fortleben der Seele in Unruhe, Unfrieden, Zank und Streit – ein Zustand, in dem die Seelen darben muessen, also nicht sterben koennen und ihre Genuesse auch nicht mehr haben.

"Pergamus", dritter Zeitabschnitt von 622 – 914 oder die Entstehung und Machtentfaltung des Papsttums und das Auftreten Mohammeds. In dieser Zeit festigten die Paepste ihre Weltmacht. Pergamus bedeutet "hoher Turm" (Babel). Das scharfe, zweischneidige Schwert ist das Wort Gottes. Satans Stuhl ist der Stuhl der Widerstreber. Bileam oder Balaams bedeutet "Verfuehrer des Volkes". Dieser Geist war im dritten Zeitabschnitt maechtig an der Arbeit. Die Nikolaiten sind uns bekannt. Das verborgene Manna ist das Wort des Lebens, die Speise, die ins ewige Leben reicht. Der weisse Stein mit dem Namen, den nur der kennt, der ihn empfaengt, ist der besondere Name fuer den Ueberwinder, den er sich durch seine Treue und Taten erworben hat. Joseph hatte eine andere Versuchung als Daniel. Der Kranke ist anderen Anfechtungen ausgesetzt als der Gesunde, und der Arme wird von ganz anderen Geistern angegriffen als der Reiche. Der Wohlstand ist fuer viele die groessere Versuchung als der natuerliche Notstand. Die Witwe wird anders versucht als eine verheiratete Frau. Es weiss ein jeder sein Teil, in dem er ueberwunden hat, so ist dann auch sein Name.

"Thyatira", vierter Zeitabschnitt vom Jahre 914 – 1215 und bedeutet "das zuegellose Fortrennen". Dieser Zeitabschnitt umfasst das christliche dunkle Mittelalter. Wenn wir die Verse 18–19 in Kapitel 2 lesen, dann wird uns alles klar. Ueber das dunkle Mittelalter in der christlichen Zeit brauche ich nichts zu schreiben, denn darueber ist viel geschrieben worden. Die Verfehlungen und Grausamkeiten auf dem Sektor des Christentums sind in die Geschichte eingegangen. In diese Zeit faellt das Aussaugen der Christenheit durch die Geistlichkeit, das Pluendern durch Raubritter, Pest, Hungersnot, Kreuzzuege und Einfaelle fremder Horden. Ein Geist der Gottlosigkeit und Weltsucht regierte dort, wo einst Petrus, der Fels, seine hohen Aufgaben in Liebe zu seinem Herrn ausfuehrte. Die Augen des Herrn sind auch seine Diener, durch die er auf sein Volk sieht Tag und Nacht. "Wie lieblich sind die Fuesse der Boten..." Das Weib Isebel ist die Kirche, die von Gott abgefallen ist und mit anderen Geistern Hurerei treibt. Sie gibt sich aus als eine Prophetin und lehrt falsch, verfuehrt die Lehrer durch Goetzenopfer. Das Bett ist die falsche Ruhe. Jene haben nichts mehr getan fuer den Herrn. Es gab aber im Mittelalter auch viele Tausende, die an der reinen Jesulehre festgehalten haben. Denken wir an die Albigenser und Waldenser. Zu Tausenden haben diese den Maertyrertod erleiden muessen. Ihnen wird der Herr noch Macht geben ueber die Heiden, sie wie eines Toepfers Gefaesse zu zerschmeissen, d. h. die alte Meinung und Gesinnung zu zerbrechen. Der helle Morgenstern ist der Sohn Gottes und seine koenigliche Macht.

Auch in dieser verdorbenen Zeit hat der Herr die ehrlichen Seelen gekannt, die sich nicht zum Goetzendienst haben verfuehren lassen, sondern an den Worten der Heiligen Schrift festhielten.

3. Kapitel

Es war fuer mich eine grosse Freude, aus Eurem Kreis hoeren zu duerfen, dass die zwei ersten Rundschreiben ueber die Offenbarung, Kap. 1 u. 2, mit Begeisterung aufgenommen wurden und Ihr Euch in diese beiden Kapitel vertieft habt. Es duerfte auch gut sein, wenn Ihr aus der Offenbarung verschiedene Stellen auswendig lernt. Was man gelernt hat, daran traegt man nicht schwer, aber man tut sich damit leicht.

Es mag sein, dass in frueheren Jahrzehnten in der Offenbarung manches etwas anders gesehen wurde als heute. Je naeher wir unserem Ziel kommen, um so klarer sehen wir auch die Umrisse. Vor Jahrzehnten stand ich mit Geschwistern zum ersten Mal in Oberstdorf. Vor uns lag das Nebelhorn. So ziemlich auf der Hoehe sahen wir eine Almhuette. Nach dem wir zur Haelfte aufgestiegen waren, erblickten wir ein schoenes, grosses Haus, also nicht nur eine Almhuette. In unmittelbarer Naehe stellten wir aber, nahe am Ziel, fest, dass es sich um ein Berghotel mit einigen 100 Betten handelte. Eine Unterkunft war es immer!

Ein anderes Gleichnis: Am Horizont stellen wir vielleicht einen Wald fest. Schreiten wir weiter, dann erkennen wir nicht nur einen Wald, sondern Tannen und Buchen. Kurz davor vermoegen wir jeden einzelnen Baum festzustellen. Wald war es immer!

Das Sendschreiben an die Gemeinde "Sardes" ist auch an den fuenften Zeitabschnitt vom Jahre 1215 bis 1517 also bis zum Anfang der Reformation, gerichtet. Dieser Zeitraum umfasst das dreizehnte, vierzehnte und fuenfzehnte Jahrhundert, als die kirchliche Macht zu sinken begann. Durch die Einfuehrung der "Inquisition" (siehe Lexikon) und das Verbot der Heiligen Schrift begann die Verfolgung der Glaeubigen oder Zeugen Jesu.

Sardes (Sardi) bedeutet: der Ueberrest! Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne. Diese sind uns schon bekannt. In Jes. 11, 2 lesen wir von dem Geist des Herrn, dem Geist der Weisheit, des Verstandes, des Rats, der Staerke, der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.

Auch der Apostel Paulus schreibt von den sieben Gaben oder Auswirkungen des Heiligen Geistes: "Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit, dem andern von der Erkenntnis, dem andern der Glaube, einem andern die Gabe, gesund zu machen (Wunder zu tun), einem andern Weissagung, einem andern Geister zu unterscheiden, einem andern mancherlei Sprachen und die Sprachen auszulegen" (1. Kor. 12, 8–10). – Es gibt einen Regenbogen, aber sieben Grundfarben.

"Du hast den Namen, dass du lebest und bist tot." Den Namen Christ zu tragen und sein Leben nicht zu besitzen, ist der geistige Tod. Sich Christ nennen und die Werke der Finsternis tun, das ist Gott ein Greuel. Kaiser Alexander hatte einst einen Soldaten in seiner Leibgarde, der auch Alexander hiess, aber einen schlechten Lebenswandel fuehrte. Diesen liess der Kaiser zu sich kommen und erklaerte ihm: Entweder du aenderst deinen Lebenswandel oder deinen Namen!

Wir wissen, dass wir aus dem Tode zum Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brueder (Amtstraeger) und befolgen ihr Wort (1. Joh. 3, 14). "Sei wacker und staerke das andere, das sterben will", d. h. dem Sohne Gottes absterben. Solche sind dann zweimal gestorben.

Busse tun heisst, den gottwidrigen Sinn aendern. Etliche Namen waren in der "sardischen Zeit", die ihre Kleider nicht besudelt haben mit der Ungerechtigkeit der Staatskirche. Die Kirchengeschichte erwaehnt die Waldenser, die Hussiten, Wiklef, Erasmus, Wessel, Gansfort u.a.m. als Vorlaeufer der Reformation. Sie zusammen machten "den Ueberrest" der einst von Jesus gestifteten Kirche aus, denn sie lehrten nach seinem Wort und der Heiligen Schrift. Es gab in jener Zeit der "Inquisition" viel zu ueberwinden. Darum sagte auch Jesus: "Wer ueberwindet und nicht von mir und meinem Wort abfaellt, dessen Namen will ich nicht austilgen aus dem Buch des Lebens." Damit ist die Gemeinschaft derer gemeint oder zu verstehen, die sich zum Sohne Gottes und seinem Wort halten, darnach handeln und wandeln.

"... und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln!" Unser Vor- und Zuname kommt hier nicht in Betracht, den haben uns die Eltern gegeben. Mancher heisst Edelmann und ist ein Wuestling. Es handelt sich um den verdienten Tatennamen. Julian wurde einst Christ und ist spaeter wieder abgefallen. Er traegt den Namen "Julian, der Abtruennige". Wir kennen "Nero, den Grausamen". Nero haben damals auch andere Menschen geheissen; sie handelten aber den treuen Christen gegenueber nicht grausam. Den Namen Petrus haben auch viele getragen, aber von einem ist gesagt: "Petrus, der Fels!" Wir wollen auch dafuer sorgen, dass wir uns einen guten Namen erwerben, der ist uns sicherer als tausend Schaetze Goldes (Sirach 41, 15).

"Philadelphia, sechster Zeitraum, umfasst die Reformation vom Jahre 1517 bis 1815, also die drei Jahrhunderte nach der Reformation. Die protestantische Kirche wurde in lutherischer und kalvinistischer Richtung als Staatskirche angenommen. Trotz der Verfolgungen durch die Roemische Kirche haben sie sich behauptet in bruederlicher Liebe. Durch die franzoesische Revolution im Jahre 1789 kamen sie wieder zur Ruhe. Philadelphia heisst: "ein bluehender und wohlriechender Strauch" oder auch "bruederliche Liebe". Jesus stellt sich seinen Zeugen vor als der Heilige und Wahrhaftige, der den Schluessel Davids hat. Der geistliche Koenig Jesus Christus ist aus dem Geschlecht David hervorgegangen. Unter dem Schluessel verstehen wir die Erkenntnis. In Matth. 23, 13 sagt Jesus: "Weh euch Schriftgelehrten, ihr habt den Schluessel der Erkenntnis hinweggenommen ... die ihr das Himmelreich zuschliesst vor den Menschen." Diese Tuer des Evangeliums wurde wieder aufgetan. Es war doch auch Jesus in seinen damaligen Zeugen, der dafuer sorgte, dass seine Lehre, die Bibel, die verboten war und deren Lesen mit dem Tode von der Staatskirche bestraft wurde, wieder frei gelesen werden konnte. Dr. Martin Luther hat sie in die deutsche Sprache uebersetzt. Die Tuer ist Jesus! "Ich bin die Tuer."

"Du hast eine kleine Kraft." Das war die kleine Kraft in dem Wort aus der Heiligen Schrift. Aber der Herr hat auf die offene Tuere hingewiesen, die er im Jahre 1836 durch die Sendung seiner Apostel gegeben hat. Mit dem Wort aus der Heiligen Schrift haben die Reformatoren die finstere Macht der herrschenden Staatskirche ueberwunden. Sie haben dieses Wort der Schrift festgehalten und den Namen des Erloesers und Seligmachers nicht verleugnet.

Die Schule des Satans war damals sehr gross. "Die da sagen, sie seinen Juden und sind's nicht." Diese Juden sind uns bekannt. Juda heisst "Gottlober". Es ist von denen die Rede, die sagen, sie wuerden Gott loben und bekaempfen ihn. Somit sind sie des Satans Schule. Auch dieser Geist muss erkennen, dass der Herr die Gemeinde Philadelphia, diesen wohlriechenden Strauch, geliebt hat und sich zu ihr bekannte. Der Heilige Geist war aber noch nicht ausgegossen. Es fehlten die Fruechte des Heiligen Geistes und auch seine Gaben, wie diese von Apostel Paulus in 1. Kor. 12 aufgezaehlt werden: "... zu reden von der Weisheit, von der Erkenntnis, vom Glauben, Gesundmachung, Weissagung, Geister unterscheiden, fremde Sprachen." Das sind die sieben Gaben des Heiligen Geistes.

"Laodizeische Zeit" (Offb. 3, 14–22): Diese Zeit umfasst also unser neunzehntes und zwanzigstes Jahrhundert, vom Jahre 1815 bis zum Kommen des Sohnes Gottes. Laodizea bedeutet: Volksregierung und Volksgericht. Die Stadt Laodizea ist im Jahre 1402 durch Erdbeben gaenzlich zerstoert worden (Darin liegt typisch der Zustand dieser Zeit). Dass wir in dieser Zeit leben, duerfte jedem klar sein. Auch gibt es keinen Zweifel darueber, dass die sieben Sendschreiben nicht nur an die sieben Gemeinden in Asien gerichtet sind, sondern auch ganz wunderbar an die sieben gezeigten Zeitabschnitte.

"Das sagt, der 'Amen' heisst." Dieses Wort bedeutet: Es soll geschehen! In dieser Zeit ist die bruederliche Liebe wieder abgeklungen und der Zustand der treuen Zeugen, den Jesus in der Reformation ruehmen konnte, wieder sehr zurueckgegangen. Wenn man heisses Wasser mit kaltem vermischt, bekommt man laues Wasser. Die herzliche Liebe wurde vermischt mit der Kaelte des Verstandes und dadurch die schreckliche Lauheit erzeugt. Das Wort "lau" steht nur einmal in der Bibel. "Ausspeien aus dem Munde" heisst: Ich werde deinen Namen nicht mehr in den Mund nehmen oder nennen.

Die Vermessenheit der Menschen ist sehr gross. Sie meinen, reich zu sein und sind in den Augen Gottes doch bettelarm. Sie meinen, sie waeren satt, aber sie sind es nur an den vergaenglichen Speisen. Wenn sie diese Erde verlassen, muessen alle darben und hungern. "Sie essen und sind doch nicht satt, sie trinken und das Herz bleibt matt..." (Lied Nr. 216). Jesus stellt der Vermessenheit den Tatbestand gegenueber: "Du bist elend, jaemmerlich, arm, blind und bloss." Hier handelt es sich um Seelenzustaende. Nun stellt sich Jesus vor als der koenigliche Kaufmann in der Sendung seiner Apostel. Diese Sendung ist bezeugt in anderen Kapiteln. Er wird als der Ratgeber offenbar, Gold der Wahrheit, weisse Kleider, Gerechtigkeit in der Vergebung der Suenden, und die Augensalbe oder Salbung mit dem Heiligen Geist von ihm zu kaufen. Wir muessen also ein Zahlungsmittel abgeben. Das ist der Glaube an die Gesandten Jesu, das Vertrauen zu den Boten des Friedens und die Liebe zum Sohne Gottes in seinen Knechten und Aposteln. Ohne dieses Zahlungsmittel kann niemand die ewigen Schaetze und himmlischen Reichtuemer, die nicht im Reich Satans, sondern im Reich Gottes Kurswerte besitzen, einkaufen.

Gerade Offb. 3, 20 ist der beste Beweis dafuer, dass Jesus in seinen Aposteln und den geistgetauften Gotteskindern, seinen Bruedern, wieder vor der Herzenstuere steht, Einlass begehrt und das Abendmahl, die Vergebung der Suenden, mit ihnen halten will. Die hier auf Erden wuerdig zum Abendmahl gegangen sind, werden auch wuerdig, an dem grossen Abendmahl des Lammes teilzunehmen.

In der laodizeischen Zeit zu ueberwinden bringt allen Ueberwindern den groessten Lohn, naemlich mit dem Sohne Gottes auf seinem Stuhl zu sitzen. Das ist der Stuhl seiner Regentschaft im Reich des Friedens und in alle Ewigkeit. Es war fuer die Christen in der Urkirche leichter – im Gegensatz zu uns – einige Monate apostolisch zu sein und dann den Maertyrertod zu erleiden. Aller Jammer und Kampf hatte ein Ende gefunden. Sie konnten den Kampfplatz verlassen und den Ruheplatz der Sieger und Ueberwinder einnehmen.

Wir stehen jahrzehntelang auf dem Kampfplatz und haben gegen Fuersten und Gewaltige zu kaempfen. Oftmals sind es Apostel, Bischoefe, Amtstraeger und treue Geschwister, die sechzig und siebzig Jahre den Kampf gegen Suende und Wahn, Unglaube und Ungerechtigkeit fuehren. Es ist schwerer, in der geistigen Arena den wilden Tieren, den Geistern der Welt, ausgesetzt zu sein, als in der Arena zu stehen, in welcher nur das Pilgerkleid zerstoert wird.

Nun klingt ja Offenb. 3, Vers 10 in unsere Zeit und erfuellt sich an den Getreuen, wie auch Vers 7 aus Offenb. 1 in die Zeit gehoert, in der Jesus zum dritten Mal erscheint, also zu Beginn des Friedensreiches.

"Dieweil du bewahrt hast das Wort meiner Geduld (die Verheissung auf sein Kommen), will ich dich auch bewahren vor der Stunde der Versuchung, die ueber den ganzen Erdkreis kommen wird." Diese Versuchung ist der voellige Unglaube an Gott und Christus. Davor sind die Glaeubigen in der sechsten Zeit bewahrt geblieben durch den Tod, und wir werden bewahrt durch die Entrueckung zu Gott und seinem Stuhl. Der Herr will uns nicht in der Stunde der Versuchung, sondern vor der Stunde der grossen Truebsal bewahren, denn er weiss, dass diese Zeit verkuerzt werden muss, weil sonst niemand mehr selig werden koennte.

Was ich niedergeschrieben habe, ist in enggedraengter Form geschehen. Es koennten viele Seiten geschrieben und Gottesdienste darueber gehalten werden.

Moege das Wenige Euch allen einen guten Aufschluss ueber Offenbarung geben, so dass auch Ihr, meine lieben jungen Geschwister, sichere und gewisse Tritte in die Zukunft tun koennt. Die laodizeische Zeit bringt uns den Abschluss. Das sagt, der "Amen" heisst. Laodizea ist gekommen und so sicher kommt auch der Herr.

4. Kapitel

Um Euren Wissensdurst zu stillen, sende ich Euch nachstehend einige Zeilen ueber die Offenbarung, Kapitel 4, 1–11.

Johannes sah eine Tuer aufgetan im Himmel. Das ist der Himmel oder das Reich der Herrlichkeit. Die erste Stimme, die er gehoert hatte und die mit ihm redete, war wie eine Posaune, die sprach: "Steig her, ich will dir zeigen, was nach diesem (was ich dir in den sieben Zeitraeumen gezeigt habe) geschehen soll." Die sieben Zeitraeume habe ich Euch gezeigt in den voraufgegangenen Rundschreiben ueber die sieben Sendschreiben an die Gemeinden oder sieben Leuchter (Zeiabschnitte). Johannes war alsbald im Geist, also nicht mehr auf der Erde. Ihm wurde etwas ganz Wunderbares gezeigt. Was sich in der Niedrigkeit entwickelt hatte, durfte er als ein vollendetes Werk in der Herrlichkeit schauen. Der Thron Gottes war ja schon immer, aber was er um den Thron Gottes schauen durfte waren Vorgaenge, die sich auf Erden entwickelt hatten. Hierzu einige Beispiele:

Vor Jahren war ich mit Bez.- Apostel Rockenfelder in Istanbul. Dort sahen wir einen maechtigen Kronleuchter aus echtem Meissner Porzellan, ein ganz wunderbares Werk. Das war aber zuvor Porzellanerde oder Kaolin. Dann wurde dieses Material zu dem spaeteren Werk erwaehlt, ausgesondert und bearbeitet. Der Brennofen blieb dem erwaehlten Material auch nicht erspart. Hernach kam aber die Zeit, wo das vollendete Werk nicht mehr in der Werkstatt, sondern im Palast des Koenigs stand und dort bewundert wurde. Denken wir an die Diamanten und Edelsteine. Diese entstehen unter dem groessten Druck in der Tiefe der Erde. Von dort werden sie gehoben. Es muss viel Erde beseitigt werden. In der Werkstatt werden sie dann geschliffen, oft auf 56 und mehr Seiten, um ihren Wert zu erhoehen und ihren Glanz und das Feuer zu vermehren.

So durfte auch Johannes in der Herrlichkeit um den Thron des Allerhoechsten, unseres himmlischen Vaters, das gesamte und vollendete Erloesungswerk schauen. Die leidende Gemeinde hier auf Erden ist zur verherrlichten Gemeinde geworden, die einst tapfer kaempfende Gemeinde zu einer triumphierenden. Sie erlebt jetzt das Abendmahl des Lammes in der Zeit, waehrend sich auf Erden das siebente Siegel oder der siebente Zeitraum vollendet. Die an der Ersten Auferstehung teilhatten und die als lebende Gotteskinder verwandelt wurden, stehen nun vor dem Stuhl oder Thron Gottes.

Die Stimme, die zu Johannes sprach, war die Stimme eines Engels. Paulus war einst auch entzueckt bis in den dritten Himmel, wo er unaussprechliche Worte hoerte. Stephanus durfte vor seiner Steinigung auch an den Thron Gottes schauen. Dort sah er Jesus Christus zur rechten Hand Gottes.

Der, welchen Johannes auf dem Stuhl sah, war Gott, der Allmaechtige selbst. Er war aber verhuellt und anzusehen wie der Edelstein Jaspis und Sardis. Gott bedeckt sich mit Licht und Herrlichkeit. Der glaenzende Jaspis und der feurige Sardis sind Zeichen der Heiligkeit und Gerechtigkeit unseres Gottes. Stellt euch einmal Diamanten in der Groesse eines Menschen vor. Welch eine Herrlichkeit! Der Regenbogen ist das Bundeszeichen seiner Gnade und Barmherzigkeit (1. Mose 9, 12–17). Die Ausstrahlung der Herrlichkeit des Herrn, eine Glorie des Lichtglanzes wie ein meergruener Smaragd.

Um den Stuhl waren 24 Stuehle und auf den Stuehlen sassen 24 Aelteste. Wer sind diese 24 Aeltesten? Zweifellos handelt es sich hierbei um einen wunderbaren Hinweis auf das zwoelffache Apostolat Jesu Christi in der Urkirche und auf die Sendung des zwoelffachen Apostolates in der Schlusskirche. Die Zahl der einzelnen Personen, ob in der Urkirche 23 oder 28 Apostel taetig waren, und in der Kirche Christi am Abend 48 oder insgesamt ueber 100 taetig gewesen sind, spielt keine Rolle. Jedenfalls ist durch diese Maenner das zwoelffache Apostolat Christi taetig gewesen. In Offenbarung 7 ist ja auch von dem Versiegelungsengel die Rede, der sagt: "... bis dass wir versiegeln die Knechte Gottes an ihren Stirnen." Zuerst zeigt sich dieser Engel als einer, dann aber in der Mehrzahl. Die Kronen, die die Aeltesten auf ihren Haeuptern tragen, sind das Bild ihrer koeniglichen Macht, mit der sie von dem Koenig aller Koenige ausgeruestet wurden, ebenso auch das Bild des Sieges und der Treue. Die Blitze und Stimmen und Donner, die von dem Stuhl ausgingen, sind immer die Verkuendigung des Wortes durch seine Knechte und die Verherrlichung seines Namens.

Sieben Fackeln brannten vor dem Stuhl, welches sind die 7 Geister Gottes. Darueber ist Euch voellige Klarheit im Rundschreiben Nr. 3 gegeben worden. Die 7 Fackeln, die mit Feuer brannten, koennen nicht die 7 Engelfuersten sein. Erstens sind uns nur genau 4 Engelfuersten in der Heiligen Schrift genannt. Wohl ist in Offenb. 8, Vers 2 und 6, von 7 Engeln die Rede. Diese haben aber die 7 Posaunen und die 7 Zornschalen. Luzifer war der oberste Engelfuerst und ist abgefallen. Petrus schrieb: "Denn Gott hat die Engel (Luzifer und seinen Anhang), so gesuendigt haben, nicht verschont, sondern hat sie mit Ketten der Finsternis zur Hoelle verstossen, dass sie zum Gericht behalten werden." Und Apostel Judas hat geschrieben: "Die Engel, so ihr Fuerstentum nicht bewahrt haben, sondern verliessen ihre Behausung, hat er behalten zum Gericht des grossen Tages." Somit koennen die 7 Fackeln oder die 7 Geister Gottes nicht die Engelfuersten sein, sondern es sind die 7 Geister Gottes oder die siebenfache verschiedenartige Auswirkung des Heiligen Geistes, worueber ich Euch bereits geschrieben habe.

Vor dem Stuhl war ein glaesernes Meer wie ein Kristall. Unter "Meer" ist immer ein Volk oder Voelker zu verstehen. Wir sprechen ja auch vom "Voelkermeer". Das glaeserne Meer vor dem Stuhl Gottes sind die lebendig verwandelten Zeugen und alle, die teilhatten an der Ersten Auferstehung, also die Heimgegangenen. Die Gemeinde des Herrn ohne Flecken und Runzeln, klar wie ein Kristall, befindet sich nun vor dem Stuhl Gottes.

Mitten am Stuhl und um den Stuhl waren vier Tiere voll Augen vorn und hinten. Das erste Tier war gleich einem Loewen, das andere einem Kalb, das dritte hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und das vierte war gleich einem fliegenden Adler. In diesen vier Tieren sehen wir die Amtstaetigkeit des Sohnes Gottes. Im Urtext heisst es: "Vier lebendige Wesen." Also haben diese lebendigen Wesen das Leben aus Jesu. Aus den Gottesdiensten ist uns bekannt, dass der Loewe das Apostelamt, der Ochse oder das Kalb das Hirten- und Priesteramt, der Adler das Prophetenamt und das Wesen, das ein Antlitz hatte wie ein Mensch, das Evangelistenamt versinnbildlicht, somit das vierfache Amt, wie auch die vier Stroeme im Paradies ein Hinweis dafuer sind. Diese Tiere, der gesamte Amtskoerper von dem Erloesungswerk unseres Gottes, kommen aus den Menschen, denn in Offenbarung 5, 8–9, sagen die vier Tiere zu Jesus, dem Lamm Gottes: "... denn du bist erwuerget und hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zungen und Volk und Heiden und hast uns unserem Gott zu Koenigen und Priestern gemacht, und wir werden Koenige sein auf Erden."

Jesus selbst ist in den Aposteln der Apostel, in den Hirten der Hirte, in den Evangelisten der Evangelist, und in den Propheten der Prophet. Die Fluegel sind eine beschirmende, aber auch eine tragende Macht. Ohne Fluegel kann sich kein Vogel von der Erde erheben, und ohne Fluegel koennte keine Henne ihre Kleinen beschirmen. Die Augen sind die Diener des Herrn, durch die der Herr auf sein Volk sieht. Sie sehen nach hinten, in die Vergangenheit, aber auch nach vorn in die Zukunft. Die Fluegel waren voller Augen inwendig und auswendig. Sie sind also aussen im Bereich der Lebenden und inwendig im Bereich der Entschlafenen taetig und wirksam. Sie hatten keine Ruhe Tag und Nacht. In Vers 8 ist die Taetigkeit der vier Tiere auf Erden geschildert, denn der gesamte Amtskoerper ist in grosser Sorge um die Vollendung des Werkes Gottes. Sie sprachen: "Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr, der Allmaechtige, der da war, der da ist und der da kommt." Nach der Entrueckung der Erstlinge und Ueberwinder zu Gott und seinem Stuhl geben alle dem grossen Gott die Ehre mit den Worten: "Herr, du bist wuerdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn du hast alle Dinge geschaffen und durch deinen Willen haben sie das Wesen und sind geschaffen".

5. Kapitel

Aus Eurem Kreis ist mir durch die Brueder Eure Dankbarkeit entgegen gebracht worden fuer die bisher erhaltenen und kurzgefassten Rundschreiben ueber die Offenbarung Jesu Christi. Darueber habe ich mich gefreut.

Heute moechte ich Euch Aufschluss ueber Offenb. 5, 1–14 geben. Das ist eigentlich die Fortsetzung von Offenbarung 4, denn Johannes sah in der rechten Hand des, der auf dem Stuhl (Thron) sass, ein Buch, beschrieben inwendig und auswendig versiegelt mit sieben Siegeln. Zur Zeit des Apostels Johannes, also um das Jahr 95 nach Christi Geburt, wurde noch auf Pergament von einer Elle Breite und mehreren Ellen Laenge geschrieben. Das Papier war auf einem hoelzernen Stab aufgerollt. Je nach Laenge wurde die obere Rolle ab- und die am unteren Ende wieder aufgerollt.

Diese versiegelte Rolle ist wiederum die christliche Kirche. Der Herr hat in seiner Allwissenheit die Zustaende in der christlichen Welt in den sieben Zeitraeumen oder Zeitabschnitten durch eine ganz wunderbare Bildersprache vorausgesehen und auch vorausgesagt.

Ein starker Engel im Himmel sprach: "Wer ist wuerdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?" Johannes weinte sehr, dass niemand wuerdig erfunden ward, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Da sprach einer der Aeltesten: "Weine nicht! Siehe, es hat ueberwunden der Loewe, der da ist vom Geschlecht Juda (Gottlober), die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und zu brechen seine sieben Siegel" (Offbg. 5, 5).

Man koennte jetzt auf den Gedanken kommen: Zur Zeit von Apostel Johannes waren doch die 24 Aeltesten noch nicht da. Der Herr zeigt ja in Offenbarung 6 auch die Zustaende der christlichen Kirche im zweiten, dritten und vierten Siegel usw., die noch in weiter Ferne lagen.

Wie in Offenbarung 4 sieht der Seher von Patmos zwischen dem Stuhl und den vier Tieren oder – nach dem Urtext – den vier lebendigen Wesen und zwischen den Aeltesten ein Lamm, wie wenn es erwuergt waere. Das Lamm ist Jesus Christus, von dem schon Johannes der Taeufer sagte: "Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Suende traegt" (Joh. 1, 29). Der Prophet Jesaja weissagte von Jesus: "... wie ein Lamm, das zur Schlachtbank gefuehrt wird" (Jes. 53, 7). Wunderbar schreibt Petrus von dem unbefleckten Lamm, mit dessen Blut wir erkauft sind (1. Petrus 1, 19).

Die Buchrolle stellt also die christliche Kirche dar. In Sach. 5, 1–2 ist auch auf eine fliegende Rolle oder – nach Luthers Uebersetzung – auf einen fliegenden Brief hingewiesen. Paulus nennt die Gemeinde einen Brief Christi. Die Kirche oder Gemeinde ist also die Rolle oder Buch und Brief. Was aussen auf der Rolle stand, konnte jeder lesen in dem Zeitenablauf. Aber was inwendig stand, war nur den glaeubigen Seelen bekannt und vertraut, wie auch heute das Geschehen der Gegenwart alle Menschen sehen koennen, aber nur wenige sind es, die es verstehen. Das Buch war ja auch verschlossen mit sieben Siegeln. Das ist der Hinweis auf ein Geheimnis.

Den Haushaltern ueber Gottes Geheimnisse ist es vergoennt, durch den Geist Jesu Christi, den Geist des Lammes, die Geheimnisse Gottes zu verstehen und nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft zu enthuellen (1. Kor. 4, 1). Die sieben Siegel sind, wie schon erwaehnt, sieben Zeitraeume oder Zeitabschnitte, wovon ein jeder rund 300 Jahre waehrte, aehnlich wie bei den sieben Gemeinden, die ja auch sieben Zeitabschnitte darstellen. Ueber die sieben Siegel bekommt Ihr im naechsten Schreiben klaren Aufschluss.

Das Lamm hatte sieben Hoerner und sieben Augen; das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. Ueber die sieben Geister Gottes habe ich ausfuehrlich in Nr. 4 geschrieben. Die sieben Hoerner sind ein Hinweis der koeniglichen Macht des Sohnes Gottes. Unter "Horn" ist immer eine Macht zu verstehen. Die 24 Aeltesten sind uns auch bekannt. Diese hatten Harfen und goldene Schalen voll Raeuchwerks. Das sind die Gebete der Heiligen. Unter dem zwoelffachen Apostolat Jesu Christi in der Urkirche und dem zwoelffachen Apostelamt am Abend der Kirche Christi duerfen wir nicht zwoelf Maenner verstehen, sondern das zwoelffache Amt. Die Anzahl der Maenner, die dieses Amt ausueben, ist unbedeutend. Ein Acker hat auch zwoelf Grundstoffe. Wenn einige dieser Grundstoffe fehlen, ist die Fruchtbarkeit in Frage gestellt. So hat auch der Herr in das Gnaden- und Apostelamt alle Gaben und Kraefte gelegt, damit das Ackerwerk Christi die koestlichen Fruechte des heiligen Geistes hervorbringen kann.

Das neue Lied, das sie sangen, waren die Erloesungstaten des Sohnes Gottes, die an ihnen geschehen sind. Wie gross sind doch die Worte, die sie zu dem Lamm Jesus Christus sprachen: "Du bist wuerdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist erwuergt und hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zunge und Volk und Heiden und hast uns unserem Gott zu Koenigen und Priestern gemacht und wir werden Koenige sein auf Erden." Sie sind es also noch nicht. Diese Worte sind ein Hinweis auf das Reich des Friedens, in dem Satan auf tausend Jahre gebunden wird.

Die Verse 11 bis 14 sind Lobeshymnen, die im Hochzeitssaal ertoenen. Viel tausend mal tausend Engel stimmten in den Lobgesang mit ein und gaben Gott die Ehre und dem Lamm. Ach, waere es doch schon soweit!

Wenn wir dem Herrn die Treue bewahren, dann kommt fuer uns die Stunde, in der auch wir singen werden: "Das Lamm, das erwuerget ist, ist wuerdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Staerke und Ehre und Preis und Lob."

Heute schon wollen wir dem die Ehre geben, der uns so teuer erkauft hat. Um der Suende willen waren wir an den Gott dieser Erde verkauft. Jede Suende ist bezogene Ware vom Fuersten dieser Welt. Der Mensch hat kein Mittel, um den Lieferanten der Suende zu bezahlen. "Was huelfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewoenne und naehme Schaden an seiner Seele. Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele loese?" (Matth. 16, 26). Darum schrieb auch Paulus: "Ihr seid teuer erkauft (mit dem teuren Blut Jesu Christi), werdet nicht der Menschen Knechte" (1. Kor. 7, 23). Es gibt kein anderes Zahlungsmittel, um von Suende und Unrecht losgekauft zu werden, als das Opfer Christi, das Jesus in das Gnaden- und Apostelamt, in dem er als Loewe taetig ist, gelegt hat.

6. Kapitel

Hiermit moechte ich Euch ueber Offenbarung 6 und damit ueber die sechs Siegel, auch Zeitraeume und Zeitabschnitte genannt, Aufschluss geben. Der Geist des Herrn erforscht ja alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit, in die auch Ihr hineingefuehrt werden sollt. Immer wieder klingen die Worte in unserer Seele: "Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott (nach seiner Rueckkehr zum Vater als Sieger und Ueberwinder) gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kuerze geschehen soll" (Offb 1, 1). Uns hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist.

Johannes sah, dass das Lamm der Siegel eines (das erste) auftat. Er hoerte von den vier Tieren oder lebendigen Wesen, die das Wesen Jesu in seinem Geist haben, mit Donnerstimme – Bild des Wortes Gottes – sagen: "Komm!" Ihm wurde ein weisses Pferd gezeigt. Darauf sass einer, der hatte einen Bogen und eine Krone; er zog aus sieghaft, dass er siegte. Das war kein anderer als der Sohn des lebendigen Gottes in den Aposteln der Urkirche. Unter dem weissen Pferd verstehen wir die Kirche Christi. Weiss ist das Bild der Gerechtigkeit und Reinheit. Durch die Vergebung der Suenden mit dem Verdienst des Sohnes Gottes trug die Gemeinde das weisse Kleid. Der Herr in seinen Aposteln oder in den Leitern der Gemeinde ist also der Reiter, der das Pferd lenkt. Die Gemeinde ist das Pferd, das den Reiter oder die apostolische Geistlichkeit besitzt. Der Bogen ist nicht zu blutigen Zwecken gegeben, sondern dazu, dass damit die Apostel und ihre Nachfolger als gute geistige Kriegsknechte (2. Kor. 10, 4) die Suender aus der Gewalt des Teufels erloesen und durch das Wort des Herrn, diesen Bogen, zur Seligkeit bekehren. O waere es doch so geblieben!

Der erste Zeitraum vom Jahre 30 bis 324 fand seinen Abschluss und der zweite Zeitraum oder das zweite Siegel tat sich auf. In diese Zeit leuchten schon die Dichterworte: "O goldne Zeit, wo bist du hin, du Zeit der ersten Liebe? Wo bist du noch, o Brudersinn, im wuesten Weltgetriebe?" (Lied Nr. 451).

Da sich das andere Siegel auftat, also der zweite Zeitraum zu sehen war und die Voraussage Gegenwart wurde, da ging heraus, da trat also in Erscheinung, ein anderes Pferd, eine andere christliche Gemeinde. Sein Reiter war nicht mehr gekroent mit goettlicher Macht und dem Zeichen der Ueberwindung in der Krone. Ihm ward gegeben, den Frieden aus Christo Jesu hinwegzunehmen. Das Pferd war rot, ein Bild der Suende, die nicht mehr vergeben werden konnte, weil Jesus in seinen Aposteln nicht mehr taetig war. Im zweiten Siegel haben sie sich untereinander erwuergt. Die Kirche war nicht mehr "ein Herz und eine Seele", weil sie nicht nur von der Geistlichkeit, sondern durch die Erhebung zur Staatskirche im Jahre 324 durch Kaiser Konstantin auch durch die Maechte im Staate, die weltlichen Koenige, regiert wurde. Das grosse Schwert ist nicht das Wort Gottes, sondern das weltliche Schwert in heftigen Wortzaenkereien und Streitschriften. Hosea sagt: "Das Schwert ist gezueckt, dass es schlachten soll." Eine schlimme Entwicklung zeigte sich schon im zweiten Siegel. Im Jahre 365 hat der erste offizielle Papst seinen Thron bestiegen. In der Wahlkirche soll es 164 Tote gegeben haben lt. Kirchengeschichte.

Als das Lamm das dritte Siegel auftat, also der dritte Zeitraum, gerechnet von 624 – 914, anbrach, sah Johannes ein schwarzes Pferd und der darauf sass, hatte eine Waage in seiner Hand. Das Pferd oder die Gemeinde dieser Zeit war also schwarz, die Farbe der Finsternis. Die Gemeinde war demnach in Finsternis und Unkenntnis gehuellt. Es erfuellte sich wieder das Wort: "Finsternis bedecket das Erdreich und Dunkel die Voelker." Die Waage ist doch der klare Hinweis auf die von der Kirche getroffenen Massnahmen, die reine Jesulehre lt. der Heiligen Schrift nicht mehr in reicher Fuelle, sondern abgewogen darzureichen. Die Bibel wurde den Blicken des Volkes entzogen und anstelle der Apostellehre menschliche Lehrsaetze eingefuehrt. Mit den kirchlichen Handlungen wurde sogar Handel getrieben. Unter Weizen verstehen wir Jesus, das Weizenkorn, und die Seinen. Von diesen wurde nur in beschraenktem Masse gelehrt. Die Gerste ist das Schwert des Herrn oder sein Wort.

"Dem Oel und Wein tu kein Leid!" Wir wissen, dass unter dem Wein nichts anderes zu verstehen ist als das, was aus Jesus, dem Weinstock, hervorgeht. Der Heilige Geist ist uns auch bekannt unter dem Bild des Oeles oder der Salbung. Davon war im dritten Zeitraum nichts mehr vorhanden. An Stelle des Weines, der Freude am Herrn, ist die Freude an der Welt getreten, und an die Stelle des Heiligen Geistes traten andere Geister.

Im vierten Siegel wurde Johannes schon ein fahles Pferd gezeigt, das der Tod geritten hat, und ihm folgte die Hoelle nach. Fahl ist die Farbe des Todes. Die Gemeinde dieser Zeit war geistig tot. In ihr war das Leben des Heiligen Geistes voellig erstorben. Der Name des Reiters war auch der Tod. Hier handelt es sich um den anderen oder zweiten Tod, von dem Jesus sagt: "Der Verzagten aber und Unglaeubigen und Greulichen und Totschlaeger und Hurer und Zauberer und Abgoettischen und aller Luegner, deren Teil wird sein im Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel (Anklage, Reue und Leidenschaften) brennt; das ist der andere Tod!" (Offenb. 21, 8). Die Hoelle folgte diesen Pferd nach. Das ist ja sonnenklar. Auf das Verhalten der Menschen lt. Offenbarung 21, 8 folgt die Hoelle (= nicht mehr satt).

Ihr kennt aus der Geschichte das "dunkle Mittelalter" vom Jahre 914 bis rund 1215. Darueber zu schreiben ist nicht noetig, das haben andere reichlich getan. Es ist jedenfalls furchtbar, was in diesen Jahrhunderten in der Kirche geschehen ist; auf der anderen Seite aber wunderbar, wie praezise und genau der Herr die Eigenwilligkeit der Menschen und der Geistlichkeit in dieser Zeit vorausgesehen hat. In Offenbarung 13 ist die Rede von den beiden Tieren. Diese sind uns bekannt; Ihr hoert aber darueber noch mehr.

Nachdem das fuenfte Siegel aufgetan war oder der fuenfte Zeitabschnitt seinen Anfang nahm in den Jahren 1215 – 1517 n. Chr., sah der Apostel Johannes die Seelen all derer, die erwuergt waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Es ist auch bereits mitgeteilt, dass durch den herrschenden Geist in der Kirche im dunklen Mittelalter, in dem der andere Tod das fahle Pferd geritten hat, Hunderttausende von Menschen umgebracht wurden. Wir denken an die Albigenser und Waldenser, die nichts anderes wollten, als dass die Lehre Christi nach der Heiligen Schrift verkuendigt wuerde und nichts unterschlagen werden sollte. Das Wort Gottes hatten sie nach der Heiligen Schrift im alten Bund und dann auch die Evangelien, die Apostelgeschichte sowie die Apostelbriefe. Davon sagte die Kirche: "Geheime Offenbarung!" Es war ein Buch mit sieben Siegeln und somit fuer die Menschen ein verschlossenes Buch. Sie verstanden die Sprache nicht, die Gott der Vater und sein Sohn in diesem Buch fuehrten. Ein Mensch, der keine Ahnung hat von der deutschen Sprache, kann ein Buch in dieser Sprache auch nicht verstehen. Es ist fuer ihn ein verschlossenes Buch.

Die Seelen, die Johannes unter dem Altar sah, haben nach Rache gerufen. Sie waren also nicht versoehnt mit Gott durch das Opfer Christi. Sie schrien mit grosser Stimme: "Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und raechest unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?" Gemeint waren die, von denen sie um ihres Bibelglaubens willen umgebracht wurden. Sie standen nicht vor dem Altar, sondern lagen unter ihm. Ihnen fehlte auch das weisse Kleid der Gerechtigkeit, weil es zu ihrer Zeit keine Apostel auf Erden gab und somit auch kein Gnadenstuhl bestand. Sie mussten warten bis in die siebente Zeit Laodizea (1815 – ), in der gemaess Offenbarung 3, 18 durch die Sendung der Apostel am Abend der Kirche Christi es wieder das Apostelamt gab und denen auf Erden, aber auch im Jenseits, die weissen Kleider angeboten wurden.

Warum wird im fuenften Siegel kein Pferd mehr gesehen? Die Kirche befand sich nicht mehr in der Machtstellung wie frueher. Es zeigten sich schon die Vorboten der Reformation, die Teilung, wie es uns die Kirchengeschichte berichtet.

Im sechsten Siegel werden gewaltige Veraenderungen im geistlichen Leben in Kirche und Staat gezeigt. In diese Zeit faellt die blutige Auseinandersetzung zwischen den Protestanten und Katholiken im Dreissigjaehrigen Krieg und ueberhaupt die Reformationszeit. Als sich dieses Siegel auftat, vom Jahre 1517 – 1815 n. Chr., war ein grosses Erdbeben. Damit sind die Veraenderungen unter den Voelkern gemeint. Wenn wir bedenken, dass zu Beginn des Dreissigjaehrigen Krieges im Jahre 1618 Deutschland 15 Millionen Einwohner zaehlte und im Jahre 1648 nur noch 5 Millionen, denn das Erdbeben, das Beben der Menschen in Zank und Streit, hat sie hinweggerafft, nicht zuletzt auch die Pest. Augsburg zaehlte 84 000 Einwohner, und nach dem Erdbeben, nach den schrecklichen Religionskriegen, nur noch 16 000. Die Sonne Jesus hat nicht mehr geleuchtet. Sie wurde verhaengt mit einem haerenen Sack, das Bild der Traurigkeit und teils auch der Busse. Die erkaltete Christengemeinde, der Mond, wurde wie Blut, das Bild der Suende. Die Sterne, die glaeubigen Lehrer, fielen auf die Erde wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft. Der Himmel, von dem sie fielen, ist der Kirchenhimmel, von dem gesagt ist: "Und der Himmel entwich wie ein zusammengerolltes Buch." Es war also nichts mehr von dem Himmel, der Gemeinschaft Christi, zu lesen. Die kleinen Glaubenshuegel und die Inseln der Zuflucht vor den Wellen des Voelkermeeres wurden aus ihren Befestigungen bewegt und gerissen. Kein Wunder, wenn in dieser Zeit in den protestantischen Kreisen gesungen wurde: "Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, der Waechter, die auf Zions Mauern steh'n ..." und "Loewen, lasst euch wiederfinden, wie im ersten Christentum ..."

Dieses Sehnen und Bitten hat Gott gehoert und erhoert. Ihr werdet darueber im naechsten Rundschreiben alles Notwendige erfahren.

Durch die protestantische Bewegung ist ein gewisses Gericht ueber die Koenige auf Erden (Kirchenfuersten), die Reichen und Hauptleute hereingebrochen, weil sie in den Jahrhunderten zuvor am Herrn so uebel gehandelt haben. Das war der grosse Tag, die grosse Zeit seines Zornes, seiner Gerichte, wodurch das Licht aus der Heiligen Schrift die furchtbare Finsternis und die grossen Irrlehren in Dogmen und Aberglauben, Hexenverbrennungen, usw. gerichtet wurde. Der Ablasshandel wurde unterbunden. Man konnte nicht mehr singen: "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt."

Noch viel empfindlicher wird aber das Gericht sein, das Jesus selbst als Koenig aller Koenige und als Herr aller Herren durchfuehrt, wenn er kommt nach der Hochzeit des Lammes im Himmel, sein Reich aufzurichten. Dann werden heulen alle Geschlechter der Erde (Offb. 1, 7).

Darum auch die Worte: "Ich leide Qual!" Diese Seelen sind durch die Boten des Friedens, die Apostel aus der Urkirche, die grosse Schar der Amtsbrueder und treuen Geschwister, die als Ueberwinder in der Urkirche gestorben sind, aufgeklaert und mit dem Evangelium von Christi vertraut gemacht worden. Alle aber mussten warten bis in die siebente Zeit, in der sich das siebente Siegel auftat und das Feuer wieder ausgegossen wurde nach Offenbarung 8, 5. Zum Schluss noch ein aufklaerendes und sich vor unseren Augen exakt und praezise erfuellendes Wort.

Die genannten vier Engel, welche die Stimme des Versiegelungsengels hoerten: "Beschaediget nicht die Erde (christliche Gesellschaftsordnung), das Meer (Voelkermeer), noch die Baeume (Glaubensmenschen), bis wir versiegeln die Knechte Gottes an ihren Stirnen!", werden nicht mehr lange diese Stimme hoeren.

Die angesprochene Geistlichkeit, in der nicht der Eifer, der Glaube von Luther, Melanchton, Zwingli und Calwin erhalten blieb, sondern durch Theologie, Philosophie und Pastorentum zersetzt wurde, hat ungeheuren Schaden im Christentum angerichtet und viele Glaubensbaeume sind beschaedigt. Die Fische (Seelen) im Meer haben durch die Umweltverschmutzung der Weltlust Schaden gelitten. Tote Fische schwimmen mit dem Strom, gesunde gegen ihn. Die Erde (gemeint ist nicht die Erde, in der noch immer die Kartoffeln wachsen, sondern die Menschen, die von dem Evangelium wissen) hat furchtbaren Schaden gelitten, sodass heute in den christlichen Kirchen noch durchschnittlich 1% Kirchenbesucher gezaehlt werden. Das Zeugnis der Apostel (Manifest) wurde abgelehnt. Damit hat man auch den Herrn, den Versiegelungsengel, abgelehnt und die Kirche musste dem geistlichen Tod entgegensteuern, nachdem der Spender allen goettlichen Lebens abgewiesen wurde. Vor ueber 100 Jahren schrieb ein Apostel des Herrn: "Wenn die protestantischen Staatsmaechte den christlichen Religionsunterricht aus der Schule verbannen und unter dem Schleier der naturkundlichen Wissenschaften dem Deismus (Gottesleugnung), dem Atheismus (Christusleugnung) und dem Pantheismus (Weltall ist Gott) freien Zugang zu den jugendlichen Herzen verschaffen, sind sie dann nicht, anstatt beschirmende Engel zu sein, beschaedigende Engel fuer Christi Kirche geworden?"

Wir sehen heute den grossen Schaden, der in den Seelen angerichtet ist, d. h. unter der Christenheit. Somit duerfen wir ueberzeugt sein, dass der Herr die Seinen bald zu sich nimmt und die Arbeit des Versiegelungsengels abgeschlossen ist. "... bis dass wir versiegelt haben ..."

Der Teufel weiss auch um die Worte: "Solange die Erde stehet, sollen nicht aufhoeren Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht" (1. Mose 8, 22). Wenn Krieg ueber ein Land oder Erdteil hinweggezogen ist, so war die Erde immer so edel und hat hernach, sofern sie bestellt wurde, wieder Frucht hervorgebracht.

Der Boese hat es auf die Seelen abgesehen, diese zu beschaedigen, denn er weiss, dass er dadurch einen ewigen Schaden anrichten kann. Jesus sagte in dieser Erkenntnis: "Aergert dich aber dein rechtes Auge, so reiss es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, dass eines deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib (Seele) in die Hoelle geworfen werde" (Matth. 5, 29).

7. Kapitel

Mit dem heutigen Schreiben kommen wir in der Offenbarung zu Kapitel 7, das wohl das Allerwichtigste fuer uns selbst ist, denn darin liegt fuer uns die Moeglichkeit, eine neue Kreatur zu werden und zu sein.

In diesem Kapitel zeigt Jesus die Arbeit des Versiegelungsengels in der siebenten Zeit, von 1832 n. Chr. bis zu seinem Kommen als Braeutigam, an. Um diese Arbeit vollbringen zu koennen, mussten die vier Engel die Winde des Verderbens, die Irrlehren und Verwirrungen, zurueckhalten. Wir kennen heute die vier Winde, weil wir sie auch zu spueren bekommen. Aus Babel, der verweltlichten Christenheit, kommt die Verwirrung, aus Aegypten die Finsternis, aus Sodom der schwuele Wind der Fleischessuende und aus Laodizea das Wohlleben und die Eigenwilligkeit oder des Volkes Wille und Volksherrschaft. Sicher haben auch die vier Reformatoren Luther, Melanchton, Zwingli und Calwin dazu beigetragen, dass die Winde aufgehalten, die Reformation eingeleitet und der Weg den Apostel Jesu bereitet wurde, oder dem Versiegelungsengel. Bedenken wir, dass die Heilige Schrift den Blicken des Volkes entzogen war und das reine Evangelium, die Apostelgeschichte, die Briefe der Apostel, die Offenbarung und das Alte Testament von dem christlichen Volk nicht gelesen werden konnte. Wenn der andere Engel vom Sonnenaufgang mit dem Siegel des lebendigen Gottes Jesus Christus, verklaert in den Aposteln war und heute noch ist, dann duerfen wir annehmen, dass die Reformatoren auch Werkzeuge in der Hand des Herrn waren, um die notwendige Vorarbeit, die oft eine harte Arbeit gewesen ist, zu leisten, damit dann in der siebenten Zeit die Seelen, die nunmehr die Heilige Schrift lesen konnten, weil diese in die deutsche und anderen Sprachen uebersetzt wurde, versiegelt werden konnten. Zur Zeit der Reformation und hernach standen auch die weltlichen Maechte, die Fuersten, die Schaden anrichten wollten, auf. Aber Jesus, der Versiegelungsengel in seinen Aposteln, hat gerufen und ruft es immer noch: "Beschaediget die Erde, das ist die christliche Gesellschaftsordnung, nicht, bis dass wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen." Das waren noch keine Soehne und Toechter infolge Wiedergeburt aus Wasser und dem Heiligen Geiste, wohl aber Knechte, die dem Herrn dienten, indem sie seine Gebote behalten haben. Die Worte "bis dass wir" zeigen an, dass der Engel eine von Gott gesandte Geistlichkeit ist, die Sendung der Apostel, die diese Arbeit durchfuehren.

Bevor diese Arbeit begonnen werden konnte, musste sich aber erst Offenbarung 8, 1–5 erfuellen. Als sich naemlich das siebente Siegel auftat, ward eine Stille im Himmel von einer halben Stunde. Das war die Zeit von 1815 – 1830/32. Dann trat ein anderer Engel an den Altar, der hatte ein goldenes Raeuchfass, und ihm war viel Raeuchwerk gegeben, dass er es gaebe auf den goldenen Altar vor dem Stuhl (Gottes). "Und der Rauch des Raeuchwerks vom Gebet der Heiligen ging auf von der Hand des Engels vor Gott." Das waren die Gebete der Heiligen im Jenseits, der Apostel, der treuen Amtstraeger und Geschwister aus der Urkirche die in den Jahrhunderten im Jenseits gearbeitet haben, aber die Frucht ihrer Arbeit, die aufgeklaerten Seelen in der Ewigkeit, konnten nicht getauft werden und auch kein Heiliges Abendmahl empfangen, weil es im Jenseits kein Wasser gibt fuer die Wassertaufe und kein Brot oder Wein, um das Heilige Abendmahl zu bereiten. Der Gnadenstuhl war noch nicht aufgerichtet.

Darum beteten sie im Jenseits zu Gott, er moechte doch wieder den Apostelaltar aufrichten. Dann nahm der Engel, der kein anderer ist als Jesus Christus, das Raeuchfass und fuellte es mit Feuer vom Altar, dem Feuer des Heiligen Geistes, von dem Jesus sagte: "Ich bin gekommen, dass ich ein Feuer anzuende auf Erden; was wollte ich lieber, denn es brennete schon" (Lukas 12, 49). Dieses Feuer wurde in der Ausgiessung des Heiligen Geistes in der Urkirche auf die Erde geschuettet (die Apostel Jesu), aber auch am Abend seiner Kirche, also zu Beginn der siebenten Zeit. Durch den Heiligen Geist wurden dann auch die Apostel gerufen, das Erloesungswerk des Sohnes Gottes ward aufgerichtet und der Versiegelungsengel konnte seine so segensreiche Arbeit nach Offenbarung 7, 2–3 beginnen. Dass dadurch Stimmen und Donner, Blitze und Erdbeben offenbar wurden, ist verstaendlich.

Die Stimmen und Donner sind uns bekannt in dem Wort des Herrn durch die Donnerskinder, durch die Boten des Sohnes Gottes. In Markus 3, 16–17 heisst es von den Aposteln: "Und gab Simon den Namen Petrus, und Jakobus und Johannes gab er den Namen Bnehargem, d. h. "Donnerskinder!" Blitze und Donner wurden durch den anderen Engel oder die andere Geistlichkeit als die in der Reformationszeit offenbar. Dieser Engel kommt vom Aufgang der Sonne im Gegensatz zu den vier Engeln, die an den vier Enden der Erde stehen.

Es handelt sich, wie bereits gezeigt, nicht um eine Einzelperson, denn er nennt sich "wir". "Wer ist der, der da kommt vom Aufgang der Sonne, dass er ihnen meinen Namen predige?" (Jes. 41, 25). Jesus Christus ist der andere Engel, verklaert durch seinen Geist in seinen Knechten.

Die Versiegelten sind nicht aus den Staemmen, sondern aus den zwoelf Geschlechtern Israel versiegelt worden. Aus dem Geschlecht Juda waren er 12000. Juda heisst Gottlober. Ruben heisst Schaukind. Das sind Seelen, die den Herrn schauen wie eine Maria im Fleischgewand. Gad bedeutet: Ruestig zum Streit. Diese Seelen liebt der Herr sehr, die bereit sind, fuer seinen Namen zu streiten. Von dem Glaubensvater Jakob lesen wir, dass ihm der Herr den Namen Israel gab, d. h. Gottesstreiter. Asser heisst Seligkeit. Haben wir nicht viele Geschwister, die eine besondere Seligkeit in dem Herrn offenbaren?

Aus dem Geschlecht Naphtali wurden auch 12000 versiegelt. Dieser Name besagt: Ein Kaempfer! Zeigen sich nicht auch in unseren Reihen besondere Kaempfer? Furchtlos und treu wie ein David treten sie vor den Feind. Durch den Glauben greifen sie nach der Allmacht Gottes und siegen. Manasse bedeutet: Er vergisst! Das sind die mit Gott versoehnten Seelen, die das Alte begraben und vergessen. Die Simeons sind die Eiferer fuer den Herrn: Solche Eiferer haben wir auch im Werke Gottes am Abend der Kirche Christi. Sie hinken nicht nach, sondern eifern fuer den Namen des Herrn. Levi heisst: zugetan! Aus diesem Geschlecht kommen die Priester, die in priesterlicher Gesinnung den Seelen zugetan sind. Sie verbinden die Wunden, trocknen die Traenen, richten die Niedergebeugten auf usw.. Die Isaschare kennen wir auch. Dieser Name bedeutet: Knochiger Esel! Sind nicht die treuen Vorsteher und Brueder und mancher treue Hauspriester solche Isaschare, die die Last ihres Herrn mit grosser Geduld tragen? Sie tragen ihren Herrn wie einst die Eselin zum Einzug. Sebulon bedeutet: Wohnungsstadt. Diese Sebulons haben wir auch im Volke Gottes. Sie sind zu einer wahrhaftigen Wohnung des Herrn geworden. Joseph heisst: Reines Herzens. Um das reine Herz bitten wir doch alle, denn nur die reinen Herzens sind, werden Gott schauen. Benjamin heisst: Des Vaters Liebling! Moechten wir nicht alle von diesem Geschlecht und des Vaters Lieblinge sein?

Erschreckend ist, dass das Geschlecht "Dan" nicht genannt ist. Dan heisst Richter und steht im Gegensatz zu Manasse: Er vergisst. Jesus kann unter den Versiegelten keine Richter gebrauchen, dafuer aber Priester, die zum Versoehnen bereit sind, und Koenige, die sich selbst regieren koennen und mit dem Frieden aus Christo ihre Aufgaben erfuellen.

Nun duerft Ihr aber nicht denken, dass die Zahl der Versiegelten nur 144000 (12 x 12000) betraegt. Es sind weit mehr, die den Namen des Herrn an ihren Stirnen tragen, denn Gott will, dass allen geholfen werde. Bei den 144000 handelt es sich um die "himmlische Regierung". Was wuerde aber eine Regierung ausrichten koennen, wenn sie keine Hilfskraefte haette? Sie braucht doch auch ausfuehrende Organe, die ihr treu zur Seite stehen. Was waere ein Apostel in seinem Bezirk ohne Amtstraeger? Er braucht doch jeden Diakon und jedes eifrige Gemeindemitglied, um seinen Bezirk auf- und ausbauen zu koennen. Stammapostel Bischoff hat einmal ein Gleichnis angefuehrt, das ich nicht unerwaehnt lassen moechte: Wenn z. B. ein Baum 10 Zentner Aepfel getragen hat, kann es sein, dass man darunter 1 Zentner Erstlings- oder Tafelobst findet. Wirft man dann die anderen 9 Zentner weg? Niemals! Diese sind am gleichen Baum gewachsen und aus dem gleichen Saft hervorgegangen, unter der gleichen Sonne reif geworden, und sie konnten genauso geerntet werden wie der eine Zentner "Erstlinge".

Dieses Gleichnis moege eine jede Seele troesten und den Gedanken verscheuchen: Es reicht mir doch nicht; die Zahl von 144 000 ist schon voll!

Eines aber ist sicher, dass Aepfel, in die der Wurm gekommen ist, nicht am Baum, also nicht in der Gemeinschaft bleiben bis zum Tag der Ernte. Die reife Frucht aber faellt dem Pfluecker in die Hand! Ein unabaenderliches Gottesgesetz ist es aber: "Wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein!" Den Heiligen Geist kann sich kein Mensch selbst geben. Er kann darum bitten, muss ihn aber dann durch den "Versiegelungsengel" empfangen nach dem Wort: "... bis dass wir (die Apostel) versiegeln die Knechte Gottes an ihren Stirnen." Der Acker kann sich den Weizen auch nicht selbst geben, er muss ihn durch den Saemann empfangen. Ich zitiere die weisen Worte unseres Stammapostels: "Den Weg muss man gehen, die Wahrheit muss man glauben und das Leben muss man empfangen."

Eine junge Frau wird nicht durch das Lesen von Buechern ueber die Saeuglingspflege zur Mutter, sie muss das Leben empfangen. So haben auch wir das Leben Jesu empfangen in der "Heiligen Versiegelung". Dieses Leben muessen wir naehren durch das Wort des Herrn und schuetzen vor den Schaedlingen in dieser Welt.

Es ist Euch bereits gesagt, dass in der siebenten Zeit Jesus das Gold (die Wahrheit), die weissen Kleider (Gnade und Gerechtigkeit) und die Augensalbe (Sehkraft des Heiligen Geistes) anbietet.

Ueber die Heilige Versiegelung ist viel geschrieben worden. Hier reicht der Platz nicht aus.

In den Versen 9–17 sieht Johannes die grosse Schar, die niemand zaehlen kann, aus allen Heiden, Voelkern und Sprachen, angetan mit weissen Kleidern und Palmen (Sinnbild des Friedens) in den Haenden, also keine "Kronen auf den Haeuptern". Es werden auch die Aeltesten (Apostel), die vier Tiere oder "lebendigen Wesen" (vierfaches Amt) gesehen. Diese alle lobten Gott. Das ist ein Beweis, dass die unzaehlbare Schar ohne die Apostel, Propheten, Hirten und Evangelisten nicht erloest wurde. Diese haben alle zusammengewirkt. Die unzaehlbare Schar kam aus grosser Not und Truebsal. Hierbei handelt es sich um die Seelen im Jenseits, die als Heiden (Unwissende ueber Gott) und andere in Leidenschaften gestorben sind. Jener reiche Mann lag in der Hoelle (Bereich, in dem man nicht mehr satt wird und in dem es keine Befriedigungen gibt) und litt Qual. Ihn hat niemand gequaelt, aber seine Seele konnte sich nicht mehr weiden an den Erdentischen der Suende und Laster.

8. Kapitel

Mit dem Rundschreiben Nr. 8 moechte ich Euch Aufschluss ueber Offenbarung 8 entgegenbringen. Ueber die Verse 1–5 habe ich in meinem Rundschreiben Nr. 7 schon geschrieben, weil diese Verse in den siebenten Zeitabschnitt gehoeren und uns in das Geschehen von dem siebenten Siegel hineinfuehren.

Oftmals wurde davon gesprochen, die sieben Engel wuerden alle nacheinander in einem Zeitabschnitt posaunen. Dem ist aber nicht so. In Offenbarung 10, 7 lesen wir: "... sondern in den Tagen (Zeit) der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, soll vollendet werden das Geheimnis Gottes..." Darauf komme ich spaeter noch zurueck.

Aber aus diesen Worten geht hervor, dass jeder Zeitraum seinen Leuchter (Gemeinde), sein Siegel (Zeitabschnitt), seine Posaune Verkuendigung des Evangeliums) und seine Zornschale (Gerichte Gottes) hat. Es gehoeren also immer z. B. zu dem 1. Leuchter auch das 1. Siegel, die 1. Posaune und die 1. Zornschale.

Die Stimme des Herrn, seine persoenliche sowie die durch seine Knechte gesprochene, wird in vielen Stellen der Hl. Schrift mit dem durchdringenden Ton einer Posaune verglichen. Lesen wir 2. Mose 19, 16–19. – In Sach. 9, 14, heisst es: "Der Herr wird die Posaune blasen." Auch in Offenb. 1, 10 hoert Johannes die Stimme des Herrn wie eine Posaune. Auch Paulus lehrt uns in 1. Kor. 14, 6–12, dass, wenn der Heilige Geist durch Menschen spricht, das dem Klang einer Posaune gleichkommt.

"Und der erste Engel posaunte." Der Schall der Posaunen wurde auf Erden hoerbar. Somit kann es sich nur um die Geistlichkeit in den sieben Zeitraeumen handeln, wie das ja auch bei dem siebenten Engel in dem siebenten Zeitraum der Fall ist. Darunter verstehen wir im siebenten Zeitraum doch niemand anders als Jesus Christus in seinen Aposteln. Waehrend der ersten Zeit der Kirche oder in den drei ersten Jahrhunderten wurde das Evangelium verkuendigt.

"Und es ward ein Hagel mit Feuer und Blut gemengt und fiel auf die Erde." Hagel entsteht aus Regentropfen, wenn diese in kalte Luftschichten fallen. Der Regen ist das Bild der Ausgiessung des Heiligen Geistes. Wir denken an den Fruehregen und Spaetregen. Diese gnaedigen Regen kommen aus den Zeugenwolken, die von der Sonne Jesus erleuchtet sind. Nach dem Tode der Apostel kamen nicht nur graeuliche Woelfe, sondern die Liebe fing an zu erkalten, und dadurch kam dieser Hagel, auch das fremde Feuer der Geister, mit dem Blut der Suende vermengt, unter die Christenheit. Die Irrlehren, Wolken ohne Wasser des Lebens, zeigten sich. Das alles kam auf die Erde!, nicht die Erde, auf der das Getreide waechst, sondern die Erde der christlichen Welt.

Im guten Sinne ist auch das Feuer des Heiligen Geistes auf die Erde gefallen, auf die Menschen, besonders die des Roemischen Reiches, wodurch die hohen Baeume (Persoenlichkeiten) und das Gras (das roemische Volk) verbrannten.

"Und der andere (zweite) Engel posaunte!" Das ist also die zweite Zeit und die Verkuendigung des Evangeliums in den weiteren drei Jahrhunderten vom Jahre 300 – 600. Johannes sieht, wie ein grosser Berg (nicht Flachland), also eine Erhoehung, der gen Himmel ragt (der Berg brannte noch mit Feuer), ins Meer fuhr. Unter dem Meer verstehen wir nichts anderes als das Voelkermeer. Die Wasser, die Johannes in Offenb. 17, 15 gezeigt wurden, erklaert Jesus als Voelker und Scharen. Dieser Berg, der noch etwas Feuer des Geistes und Eifer fuer den Herrn hatte, stuerzte sich in das Voelkermeer. Hierbei handelt es sich um die christliche Kirche, die durch Kaiser Konstantin im Jahre 324 zur Staatsreligion erhoben wurde. Das vogelfreie Christentum kam unter den Schutz des Staates, wurde also Staatskirche. Dadurch starben der dritte Teil der lebendigen Kreaturen. Das waren die Menschen oder Christen, die noch goettliches Glaubensleben hatten, das aber in der Welt abgestorben ist. Und der dritte Teil der Schiffe, die ueber das Meer fuhren in der Ausbreitung des Christentums, wurde auch verderbt. "Und der dritte Teil des Meeres ward Blut." Darunter verstehen wir das sinnliche, suendige Leben.

"Und der dritte Engel posaunte: und es fiel ein grosser Stern vom Himmel, der brannte wie eine Fackel. Er fiel auf den dritten Teil der Wasserstroeme und Wasserbrunnen. Sein Name heisst Wermut." In Jes. 14, 12 wird von dem Koenig zu Babel gesagt: "Wie bist du vom Himmel gefallen, du schoener Morgenstern. Wie bist du zur Erde gefaellt, der du die Heiden schwaechtest?" In dem dritten Zeitraum vom Jahre 600 – 900 stand die Macht in der Kirche nicht mehr am Himmel, sondern war auf die Erde gefallen, in die irdische und verweltlichte Gesinnung. Dadurch sind die Wasser, die Lehren der Kirche, so bitter geworden. Viele Menschen (Seelen) starben den geistlichen Tod oder den anderen Tod, weil die Wasser nicht mehr koestlich und suess waren, sondern bitter.

Es koennten ueber jeden Zeitraum und die Verkuendigung des Evangeliums Buecher geschrieben werden, aber es reicht hier die Zeit und der Platz nicht aus.

Der Name des Sternes heisst Wermut. Amos schreibt: "Die ihr das Recht in Wermut verkehret und die Gerechtigkeit zu Boden stosset" (Amos 5, 7). Abfall von Gott, Abgoetterei, Ungerechtigkeit und falsche Propheten sind Wermut. Viele Menschen starben dadurch den geistlichen Tod. Was die grosse Kirche in ihrer weltlichen Macht im Abendland war, das ist Mohammed, der falsche Prophet, im Morgenland gewesen. Er trat im Jahre 622 auf. Wieviel Blut geflossen, Zank und Streit zwischen Christentum und Islam (Mohammedanern) im Lauf der Jahrhunderte entstanden ist, darueber legt die Geschichte ein beredetes Zeugnis ab.

"Und der vierte Engel posaunte." Das ist der Zeitraum vom Jahre 900 – 1200. Wir kennen diesen Zeitabschnitt als das finstere und dunkle Mittelalter. Es ward geschlagen der dritte Teil der Sonne, der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne. Die Sonne ist Christus, die Sonne der Gerechtigkeit, welche aufgeht denen, die seinen Namen fuerchten (Mal. 4, 2). Der Mond ist die von der ersten Liebe erkaltete Kirche oder die damalige christliche Gemeinde. Die Sterne sind die Lehrer, die nach Dan. 12, 3 leuchten sollen wie des Himmels Glanz. Der Apostel Judas nennt aber die Irr–Lehrer "irre Sterne". Diese Sterne haben nicht mehr geleuchtet in der Gerechtigkeit Gottes. Was der Engel, der mitten durch den "Kirchenhimmel" geflogen ist, ankuendigte, waren drei Wehen, die noch kommen werden, wenn die anderen drei Engel noch posaunen. Damit ist auf die furchtbaren Verfolgungen hingewiesen, die noch kommen. Das Jahr 1120 ist dadurch bekannt, dass die Waldenser mit grosser Freimuetigkeit gegen den "Antichristen" und seine Ketzereien oeffentlich in Predigt und Schrift auftraten Unter dem Engel, der mitten durch den verfinsterten Kirchenhimmel geflogen ist, verstehen wir nichts anderes als die Zeugen, die im vierten Zeitabschnitt gegen den Abfall der Kirche ihr Haupt erhoben haben (B. Arnolf, Bischof von Orleans, ein Smaragd, Giselbert, Rudolf, Adelbert, Berganger, Anselm, Fluentius v. Florenz, Bernhard v. Clairveaux usw.)

Moege auch dieses Rundschreiben Euch viel Freude bereiten und Licht in Eure Seelen bringen.

9. Kapitel

Mit dem ersten Schreiben in diesem Jahr geht Euch ein ganz interessanter Aufschluss ueber den 5. und 6. Zeitabschnitt in der christlichen Haushaltungsperiode zu. Es koennten wohl Stimmen laut werden: "Das ist eben eine Auslegung von euch Neuapostolischen!" Darauf koennen wir nur antworten: Wir entschluesseln die Erfuellung! Jedes Jahr wiederholen sich die vier Jahreszeiten: Fruehjahr, Sommer, Herbst und Winter. Man koennte auch sagen: Das ist eine Auslegung. Nein, das ist die Erfuellung von dem, was vorausgesagt ist. So ist es auch mit der Offenbarung. Darum traegt sie auch den Namen "Offenbarung". Unser Gott sieht nicht nur ein Menschenleben, nicht nur Jahrhunderte, sondern Ewigkeiten voraus. Er wusste, was in den Zeitraeumen der christlichen Zeit, den rund 2000 Jahren, auf Erden geschehen wird.

Und der fuenfte Engel posaunte: "Und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel (vom Kirchenhimmel) auf die Erde; und ihm war der Schluessel zum Brunnen des Abgrunds gegeben." Dieser Stern ist ein maechtiger Lehrer und Vorsteher gewesen, aber nicht in der Hand des Herrn wie die sieben Sterne (Vorsteher) der sieben Gemeinden lt. Offenbarung 1, 20. Er ist ganz und gar der weltlichen Gesinnung verfallen. Anstatt zu sagen, "mein Reich ist nicht von dieser Welt" nach dem Vorbild Jesu, ist dieser Stern oder Lehrer zum Weltfuersten geworden. Aus dem Kirchenhimmel gefallen, hat er sich an die Spitze der weltlichen Maechte und Ordnungen, also Erde, gesetzt. Wer denkt dabei nicht an Innocentius III lt. Geschichte, unter dessen Regierung die paepstliche Macht den hoechsten Glanzpunkt erreichte. Er setzte Kaiser und Koenige ab und ein, tat Kaiser und Koenige in den Bann. Diesen Stern ward der Schluessel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Jesus gab seinen Juengern die Schluessel zum Himmelreich: Diese Schluessel bestanden in der Vollmacht, mit der Jesus seine Juenger ausgeruestet hatte. Die abgefallenen Juenger haben die Schluessel oder die Macht, den Brunnen des Abgrunds zu oeffnen. Der Rauch, der aufging, ist nach Jes. 9, 18–19 Gottlosigkeit und Verbitterung gegen den Naechsten. Er kommt aus dem Ofen der Unterdrueckung lt. 5. Mose 4, 20. Und es ward verfinstert die Sonne und die Luft (Atmosphaere). Die Sonne der Gerechtigkeit, Jesus Christus, kennen wir. Von ihm wurde nur noch der Name gebraucht nach dem Wort: "Wir wollen uns selbst naehren und kleiden, lass uns nur nach deinem Namen heissen" (Jes. 4, 1). Aus dem Rauch der geistigen Atmosphaere kamen Heuschrecken. Im Jahre 1216, also zu Beginn des 5. Zeitraumes, traten die Dominikanermoenche auf und fast zu gleicher Zeit die Franziskaner. Beide wurden mit der Inquisition oder der Mission, die sogenannten Ketzer zu bekehren und zu verfolgen, beauftragt. Wie dieser Auftrag erledigt wurde, lehrt uns die Kirchengeschichte. Die Dominikaner zeichneten sich durch besondere Grausamkeit aus, so dass ihr Name durch ein Wortspiel in "Domini canes", d.i. "die Hunde des Herrn" veraendert wurde. Und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben (Hes. 2, 4–6). Das Gras und die Baeume (Menschen), die der roemischen Kirche anhingen, wurden nicht beschaedigt, die anderen, die Waldenser, auch nicht getoetet, aber furchtbar gequaelt. Sie suchten den Tod und fanden ihn nicht.

"Die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen." Das waren jene, die sich nicht der Staatskirche angeschlossen hatten, also die Waldenser, die wollten, dass die Kirche die reine Jesu- und Apostellehre wieder verkuendigen soll. Diese hatten das Siegel Gottes nicht an ihren Stirnen, weil es ja zu ihrer Zeit noch kein Gnaden- und Apostelamt gab. Die Kirche schrieb: "Jeder, der einen dieser Elenden (Waldenser) findet, wisse, dass, wenn er ihn quaelt, misshandelt und verfolgt, ohne ihn jedoch zu toeten, wir ihm dafuer Dank wissen werden" (Guers Seite 279).

In den weiteren Versen ist auf die Macht der Inquisitoren hingewiesen. Saulus von Tarsus hatte auch Macht von den Hohenpriestern empfangen, die treuen Christen und Nachfolger Jesu und der Apostel zu verfolgen, bis sich ihm der Herr selbst in den Weg stellte mit den Worten: "Saul, Saul, warum verfolgst du mich?"

Die Kronen, die in Vers 7 gezeigt werden, sind keine Ueberwinderkronen, sondern der Beweis einer weltlichen Macht, mit der die Inquisitoren ausgeruestet waren. Die Heuschrecken hatten ein Menschenantlitz. Das ist ein Beweis, dass es Menschen waren, aber ihre Qual war wie die der Heuschrecken, die ploetzlich auftauchen. Die langen Haare wie Weiberhaare sind das aeussere Zeichen von Sanftmut und Scheinheiligkeit, der aeussere Schein einer Froemmigkeit; aber dann packen sie zu wie ein Loewe. Die Panzer sind keine "Panzer der Gerechtigkeit" lt. Epheser 6, 14, sondern eine scheinbare, menschliche Gerechtigkeit wie bei den Hohenpriestern zu Jesu- und der Apostel Zeiten.

Abaddon und Apollyon bedeutet "Verderber"! Das erste Wehe ist die grosse Verfolgung im fuenften Zeitraum von 1200 – 1500 n. Chr.

Und der sechste Engel posaunte: Das ist der Zustand und die Wirkung der Verkuendigung des Evangeliums im sechsten Zeitraum von 1500 – 1800 und umfasst die Reformation. Nunmehr zeigt sich neben der Katholischen auch noch die Protestantische Kirche. Zunaechst sehen wir den Streit und die Auseinandersetzung lt. Kap. 9, 13–21. Die Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars ist die Stimme Jesu und das Bild des hohenpriesterlichen Amtes. Die vier Hoerner sind das Bild der Macht in dem vierfachen Amte: Apostel, Propheten, Evangelisten und Hirten oder Lehrer.

Der Euphrat ist uns aus 1. Mose 2, 11–14 als Phrat bekannt. Das Paradies war von vier Stroemen umgeben: Pison = der ausgiessende Strom (Apostelamt), Gihon = der sich bahnbrechende Strom (Prophetenamt), Hiddekel = pfeilschneller Strom (Evangelistenamt), und Phrath = suesses Wasser (Hirten- und Lehramt). Die vier Engel sind Staatsmaechte (Herrscher) gewesen, die gebunden waren, aber bereit waren auf die Stunde, auf den Tag, auf den Monat und das Jahr, zu toeten den dritten Teil der Menschen in der christlichen Welt (nicht auf der ganzen Erde). Hauptsaechlich waren es die Protestanten, die sich mit dem Un- und Aberglauben, dem eingefuehrten Goetzendienst, nicht einverstanden erklaeren konnten. Die Reformation war um 1517 n. Chr. begonnen worden und konnte mit dem Jahr 1530 als abgeschlossen betrachtet werden. Dennoch brachen im Jahr 1546 die Verfolgungen ueber die Protestanten herein. Der Rauch, das teuflische Feuer und Schwefel, sind uns bekannt. Die Verfolgung im fuenften und die beiden grossen Verfolgungen im sechsten Zeitraum haben den dritten Teil der christlichen Welt hinweggerafft. Denkt an den Dreissigjaehrigen Krieg.

Die Haeupter waren die Generaele der Jesuiten, die Macht hatten zu toeten. Die uebrigen Leute taten keine Busse. Sie beteten weiterhin die Teufel, die goldenen, silbernen, ehernen und steinernen Goetzen an, welche weder sehen noch wandeln koennen, und taten auch nicht Busse fuer ihre Morde, Zauberei, Dieberei und Hurerei. Unter Zauberei ist die Heuchelei und Falschheit zu verstehen. Mit der Dieberei hat man nicht nur natuerliche Gueter an sich gerissen, sondern den Sohn Gottes um die Seelen beraubt, ja Christus in den Herzen getoetet, und hat auch mit gottfeindlichen Geistern gebuhlt.

10. Kapitel

Es ist fuer mich eine Freude, von den Bruedern zu hoeren, mit welchem Interesse Ihr den "Kontrakt" ueber den Aufschluss der Offenbarung erwartet und in Euch aufnehmt. Verschiedene Vorsteher haben auch unseren Geschwistern die erhaltene Aufklaerung zukommen lassen, die von diesen mit grosser Freude und Dankbarkeit aufgenommen wurde. Das Apostelamt, durch das sich der Sohn Gottes offenbart; ist das Amt der Klarheit, das die Unklarheit beseitigt. Es kann aber ein Licht noch so hell leuchten, so nimmt es der Blinde nicht wahr, auch der Schlaefer nicht. Den Schlaefer kann man wecken, so er sich wecken laesst und sich nicht auf die andere Seite dreht. Bei dem Blinden hilft nur die Augensalbe, wenn er diese anwendet. Solche Blinde schlagen meistens nach dem Retter und verwechseln den Freund mit dem Feind!

Nach Offenbarung 10, 1 und 2, sieht Johannes einen anderen starken Engel vom Himmel herabkommen, der war mit einer Wolke bekleidet und ein Regenbogen war auf seinem Haupt. Die Wolke der treuen Zeugen ist uns bekannt. Paulus schrieb: "... dieweil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Suende, so uns immer anklebt und traege macht" (Hebr. 12, 1). Der starke Engel, der vom Himmel kam, war kein anderer als der Sohn Gottes, der sich zunaechst in den Reformatoren offenbarte, um das Buechlein, die Heilige Schrift und damit auch die Offenbarung unter die Menschen zu bringen. Diese Vorarbeit musste zuerst geleistet werden durch die Reformatoren und die Protestantische Kirche. Heute ist die Heilige Schrift "dennoch" das meistgelesene Buch. – Der andere Engel setzte einen Fuss auf die Erde, das ist die christliche Welt, und den anderen Fuss auf das Meer, worunter wir das Voelkermeer oder Heidentum (die Ungetauften) verstehen. Der Regenbogen ist das Zeichen des Bundes lt. 1. Mose 9, 12–13.

Im Jahre 1832 erschien aber der Herr in den aufs neue gesandten Aposteln als das Licht, als die Sonne, und seine Fuesse waren wie Feuersaeulen. Jesaja sagt: "Wie lieblich sind auf den Bergen die Fuesse der Boten, die da Frieden verkuendigen, Gutes predigen, Heil verkuendigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist Koenig!" (Jes. 52, 7). Seine Fuesse sind daher die Botschafter an Christi Statt. Jeder Apostel des Herrn ist somit eine Feuersaeule, in dem die Kraft des Heiligen Geistes steht. Das Buechlein, die Heilige Schrift, die Offenbarung, war nicht mehr verschlossen als "geheime Offenbarung" oder als "verschlossenes Buch", wie die Kirchen lehren, sondern aufgetan und eine Offenbarung. Dieser Engel hat auch gebruellt wie ein Loewe. In der Protestantischen Kirche wurde z.Zt. der Reformation und danach gesungen:

"Wach auf du Geist der ersten Zeugen, ihr Waechter, die auf Zions Mauern steh'n. Loewen, lasst euch wiederfinden wie im ersten Christentum!"

Das Apostelamt wird bei den vier Tieren oder dem vierfachen Amt unter dem Bild "Loewe" (= Koenig der Tiere) dargestellt. Dies ist in der sechsten Zeit nicht geschehen. In der siebenten Zeit sprach also der Herr wieder durch seine Apostel, wie ein Loewe bruellet. "Und da er schrie, redeten 7 Donner ihre Stimmen." Der Donner ist die Stimme des Herrn durch seine Knechte. Dieser siebenfache Donner ertoente nur in der ersten apostolischen Zeit aus der Kraft des Heiligen Geistes, weil nicht sie es waren, sondern der Geist des Vaters. So geschahen auch in der siebten Zeit wieder Blitze und Donner, wie Johannes schreibt: "Und von dem Stuhl gingen aus Blitze, Donner und Stimmen." Und in dem siebenten Siegel heisst es: "Und da geschahen Stimmen, Donner und Blitze" (Offenb. 8, 5). Das war zu Beginn der siebenten Zeit (1832). Dass die sieben Donner nichts anderes sind als die Verherrlichung des Herrn Jesus und die lautere Verkuendigung seines Evangeliums, ist doch damit bewiesen. Denken wir an die Tausende von Gottesdienste, die durch die Bezirksaemter, Hirten, Evangelisten, Priester und Lehrer gehalten werden.

"Versiegle, schreibe es nicht!" Was die treuen Brueder an Brot des Lebens, an Staerkung und Trost fuer die Kinder Gottes dargereicht haben, das ist versiegelt, aufgespeichert in dem grossen Computer unseres Gottes, denn dort geht nichts verloren. Der Mensch muss Rechenschaft geben von jedem unnuetz gesprochenen Wort, das nicht vergeben wurde durch Christi Opfer.

Der andere Engel, Jesus Christus in seinen Aposteln, hat seine Hand zum Schwur erhoben. Das ist also ein goettlicher Eid, der vor allen Menschen vom Herrn selbst angelegt wurde, dass hinfort, also in der Folgezeit, keine Zeit (kein Aufschub) mehr sein wird, das grosse Wunder, die Erste Auferstehung und die Verwandlung der Brautseelen, die Wiederkunft des Sohnes Gottes und die damit verbundene Entrueckung zu Gott und seinem Stuhl, zu erleben. Denn in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, der apostolischen Geistlichkeit, der Schar der Apostel Jesu, wie sie heute im Werke unseres Gottes unter der Hand des Stammapostels stehen und wo Jesus der mitfolgende Fels des Heils ist, oder der Engel mit der Zeugenwolke, mit dem Bundeszeichen als Versiegelungsengel, dessen Antlitz leuchtet wie die Sonne und seine Fuesse, seine Boten, wie Feuersaeulen sind, soll vollendet werden das Geheimnis Gottes, wie er hat verkuendigt seinen Knechten, den Propheten (Offenb. 11, 15; 1. Thess. 4, 13–18 und 1. Kor. 15, 51–58). Schon sehr lange hoeren wir die Stimme des siebenten Engels. So sicher wie der Herr diesen Engel (Geistlichkeit) sandte, so sicher wird auch das Geheimnis Gottes vollendet. Wohl dem, der geglaubt hat und nachgefolgt ist! Die Vollendung dieses Geheimnisses hat der Apostel Paulus schon wie eine Weissagung fuer unsere Zeit an die Korinther geschrieben mit den Worten:

"Das sage ich aber, liebe Brueder, dass Fleisch und Blut nicht koennen das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbe ploetzlich in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten (in Christo) werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit" (1. Kor. 15, 49–53).

Derselbe Apostel schreibt in 2. Kor. 5, 4: "Denn dieweil wir in der Huette sind, sehnen wir uns und sind beschwert; sintemal wir wollten lieber nicht entkleidet (sterben), sondern ueberkleidet werden, auf dass dies Sterbliche wuerde verschlungen von dem Leben. Der uns aber dazu bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat."

In seinem 1. Brief an die Thessalonicher geht der Apostel noch einen Schritt weiter und schreibt: "Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und uebrig bleiben auf die Zukunft des Herrn, werden denen nicht zuvorkommen, die da schlafen (entschlafen sind). Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und der Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen von Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und uebrig bleiben, werden zugleich mit ihnen hingerueckt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit" (1. Thess. 4, 15–17).

Den Auftakt zur Hochzeit des Lammes, der die Erste Auferstehung und die Verwandlung voraufgingen, schildert der Sohn Gottes selbst in Offenbarung 19, 6–9, wo es heisst: "Und ich hoerte wie eine Stimme einer grossen Schar und wie eine Stimme grosser Wasser und wie eine Stimme starker Donner (Knechte des Herrn), die sprachen: Halleluja! denn der allmaechtige Gott hat das Reich eingenommen. Lasset uns freuen und froehlich sein und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen und sein Weib hat sich bereitet. Und es ward ihr gegeben, sich anzutun mit koestlicher und reiner Leinwand. (Die koestliche Leinwand aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.) Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes!"

"Und ich hoerte eine Stimme vom Himmel abermals mit mir reden und sagen: Nimm das (jetzt) offene Buch, das Zeugnis Christi von der Hand des Engels." (Weil Christus in der siebenten Zeit in Aposteln auftritt als der Loewe, muss der Engel in der siebenten Zeit aus Aposteln bestehen) – (Offenb. 7, 2–3: "... bis dass wir versiegeln...").

Zu Johannes, einem Apostel des Herrn, wurde gesagt: "Nimm hin und verschlinge das Buechlein (die Weissagung und Offenbarung), in deinen Munde wirds suess sein wie Honig, aber in deinem Bauch wird es dich grimmen." So geschah es auch. Weiter wurde ihm gesagt: "Du musst abermals weissagen den Voelkern und Heiden und Sprachen und vielen Koenigen." Johannes ging bald, nachdem er die Offenbarung empfangen hatte, in die Ewigkeit. Mit dem Wort "abermals" hat Jesus in weiser Voraussicht auf die siebente Zeit hingewiesen.

Was heisst weissagen? – Getrieben durch die Kraft des Heiligen Geistes, zukuenftige Dinge zu verkuendigen! Dieses "abermals" kann also nur in unserer Zeit durch die wiedergesandten Apostel des Herrn stattfinden. Wem die goettlichen Offenbarungen verkuendigt werden und wer sie seinen Glaubensmund zufuehrt, dem sind sie immer so suess wie Honig, wie eine koestliche Speise. Sobald man aber die Weissagung vor Voelkern, den christlichen Voelkern, und vor Heiden und verschiedene Geistessprachen verkuendigen soll, bekommt man das Grimmen im Bauch, wenn der goettliche Auftrag "verarbeitet" werden soll. Hernach wird aber die Speise, die durch die Arbeit verarbeitet wurde, zu einer wunderbaren Kraft des ewigen Lebens. Ich habe noch keinen einzigen treuen Weinbergsarbeiter absterben sehen. Denken wir an den maechtigen Koenig "Herodes", den Koenig der Halbheit. Er hat grosse christliche Voelker erobert. Die Freiheit und das Himmelreich aber ererben keine "Halben". Halb Welt und halb Christentum gibt eine zum geistlichen Tode fuehrende Mischung. Wer kalt und warm mischt, bekommt den lauen Zustand. Die Koenige von Sodom, die Fleischessuende von Babel, der Koenig der Verwirrung, und Laodizea, der Maechtige im Eigenwillen, sind uns bekannt. Vor diesen muessen wir "abermals" weissagen. Johannes war ja auch einmal an den Tag des Herrn versetzt. Somit hat er bis in unsere Tage schauen duerfen und weit darueber hinaus. Der Geist, der heute in den Aposteln weissagt, das Zukuenftige verkuendigt, ist derselbe, der vor 1900 Jahren in Johannes weissagte.

Es faellt uns Kindern Gottes nicht schwer, die Worte von Paulus zu glauben, denn der Sohn Gottes ist ja durch seine Auferstehung und Verwandlung, wodurch er die Verwesung nicht gesehen hat, der Erstling unter vielen Bruedern geworden.

Auch die Natur bietet uns viele Beweise der Verwandlung. Darauf einzugehen fehlt hier der Platz. Es hat sich millionenfach bewiesen, dass aus einem befruchteten Ei eine derartige Verwandlung hervorgeht, indem aus dem Ei ein Kueken entsteht, das zu einer Henne heranwaechst. Koennte der Regenwurm mit einer Raupe sprechen, so waere es durchaus moeglich, dass sich folgender Dialog entwickelte. Die Raupe koennte mit Fug und Recht nach dem in sie gelegten goettlichen Gesetz zum Regenwurm sagen: "Du tust mir leid, weil du nur ein Leben hast. Ich dagegen trage ein Weiterleben in mir. Zunaechst spinne ich mich ein und dann verwandle ich mich in einen Schmetterling, der dann nicht mehr die Krautkoepfe zusammenfrisst, sondern ich werde hoch in der Luft fliegen von Bluete zu Bluete und mich nur noch von dem Nektar der Blueten ernaehren."

Es ist durchaus moeglich, dass dann der Regenwurm zur Antwort geben wuerde: "Raupe, du spinnst! Wie soll das zugehen? Du bist doch auch nichts besseres als ich, so ein armer Erdenkriecher."

Die Raupe koennte darauf nur erwidern: "Das zweite Gesetz, das der Schoepfer in mich gelegt hat, fehlt dir eben. Auf Grund dieses Gesetzes werde ich das Wunder, die Verwandlung zu einen Schmetterling, erleben duerfen."

Sehen wir zu, dass wir dieses goettliche Gesetz, das uns in der hoechsten Gabe des Heiligen Geistes gegeben ist, nicht verlieren und es erst recht nicht verderben lassen durch die Welt und ihre Lueste.

Ein Bruder hat 5 Kokons von eingesponnenen Raupen in eine Schachtel getan, um zu sehen, was im Fruehjahr daraus wird. Anstatt schoene Schmetterlinge zu schauen, kamen Schlupfwespen heraus. Die alte Schlupfwespe hat das erste Gesetz verdorben.

11. Kapitel

Zunaechst moechte ich die Dankschreiben bestaetigen, mit denen Ihr Eure Freude zum Ausdruck gebracht habt ueber den Aufschluss der Offenbarung Jesu Christi. Ich habe drei Monate ausgesetzt, weil die Jugendleiter nicht nachgekommen sind den wertvollen Stoff mit Euch durchzusprechen. Nun soll Euch aber das 11. Rundschreiben zugeleitet werden.

Nach Vers 1 ist dem Johannes, also einem Apostel Jesu Christi, gesagt, den Tempel Gottes mit einem Rohr, einem Stecken gleich, zu messen. Dieser Stecken ist nichts anderes als das Wort Gottes. Der Tempel ist uns auch bekannt; von dem Paulus schrieb: "Wisset ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid" (1. Kor. 3, 16). Dort steht auch der lebendige Altar des Herrn, das wiederaufgerichtete Gnaden- und Apostelamt. Es werden auch die Anbeter in dem Tempel im Glauben, in der Liebe, in der Hoffnung auf die Wiederkunft des Sohnes Gottes gemessen.

Jesus spricht von welchen, die sich vermessen und falsche Massstaebe angewandt haben in ihren eigenen Meinungen. Den Vorhof sollte Johannes hinauswerfen; denn er ist den Heiden gegeben. Im alten Bund war der Tempel in drei Hauptteile aufgeteilt: Vorhof, Heiligtum und das Allerheiligste. Im Vorhof wurde geschlachtet. Dort ist Blut geflossen (Bild der Suende). Im Heiligtum waren die Priester und opferten dem Herrn. Der Gnadenstuhl stand im Allerheiligsten, wo der Hohepriester das Volk mit Gott versoehnte.

"Und die heilige Stadt werden sie zertreten 42 Monate!" – Wer denn? Die Heiden, die Unbeschnittenen an Herzen und Ohren. Diese Unglaeubigen werden das Christentum versuchen auszurotten und zu zertreten in den 42 Monaten oder 3½ Jahren oder auch 1260 Tagen. Das ist die Zeit waehrend der Hochzeit des Lammes im Himmel.

Der Herr will seinen zwei Zeugen geben, dass sie sollen weissagen 1260 Tage. Lesen wir rasch Offenbarung 12, 6; da ist von dem Sonnenweib gesagt, dass es in der Wueste von Gott ernaehrt wuerde auch tausendzweihundertsechzig Tage. Somit koennen die zwei Zeugen nicht vor dem Juengsten Gericht auftreten, sondern in den "eintausendzweihundertsechzig Tagen", in denen das Christentum, die einst so heilige Stadt, von dem Antichristen zertreten wird waehrend der grossen Truebsal auf Erden. Schon heute wird das Christentum in Millionen von Herzen zertreten. Das zeigt der schreckliche Abfall. Wohl sind die Kirchen noch geduldet; aber in den 42 Monaten oder 3½ Jahren wird nicht mehr viel uebrig bleiben. Wer das Malzeichen des Tieres nicht annimmt an Hand (Handlungsweise) und an Stirn (in der Gesinnung), der kann weder kaufen noch verkaufen!

Wer die zwei Zeugen sind, sagt der Herr selbst: "Diese sind die zwei Oelbaeume und zwei Fackeln (Leuchter), stehend vor dem Herrn der Erde." Man koennte zunaechst auf den Gedanken kommen, die zwei Oelbaeume, aus denen das Oel des Heiligen Geistes geflossen ist, seien die Zeugen Jesu, seine Apostel aus der Urkirche und der Schlusskirche, und die zwei Fackeln (richtige Uebersetzung = Leuchter) die beiden Kirchen Christi am Morgen und am Abend der christlichen Zeit. Die Apostel mit den Amtstraegern und die Gemeinde des Herrn koennen es nicht sein, denn diese werden nicht vor den Augen ihrer Feinde entrueckt zu Gott und seinem Stuhl. Um seine Braut zu holen kommt Jesus nicht als Dieb, sondern nur wie ein Dieb. Die zwei Zeugen werden berufen mit den Worten: "Steiget herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke und es sahen sie ihre Feinde." Denken wir dabei nicht an Mose, der vor Pharao aehnliche Zeichen und Wunder tat; wie sie von den zwei Zeugen in den Versen 5–6 beschrieben sind.

Die Apostel Jesu sind ja auch seine Zeugen, aber nicht gesetzt, den Himmel 3½ Jahre zu verschliessen, wie es Elia getan hat, und Feuer vom Himmel fallen zu lassen wie auf dem Berg Karmel, Wasser in Blut zu verwandeln und die Erde mit allerlei Plagen zu schlagen, so oft sie wollen. Die Apostel Jesu, die Botschafter an Christi Statt, und ihre Mitarbeiter koennen es nicht sein, denn diese sind als Boten des Friedens gesandt, die frohe Botschaft zu verkuendigen nach den Worten: "Wie lieblich sind auf den Bergen die Fuesse der Boten, die da Frieden verkuendigen, Gutes predigen, Heil verkuendigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist Koenig." Sie tragen das Versoehnungsamt. Sie verwandeln nicht das Wasser in Blut und schlagen die Erde nicht mit Plagen, so oft sie wollen. Sie bemuehen sich, die Plagen aufzuheben. Diese zwei Zeugen, ob es Mose ist und Elia werden wir dann sehen, haben die Aufgabe und den Auftrag, sowohl dem Judentum, das immer noch auf den Messias wartet, und auch dem Antichristen die ganze Macht Gottes zu offenbaren wie Mose vor Pharao, sodass dieser sagen musste: "Das ist Gottes Finger" (2. Mose 8, 15). Zu Lot sagten die zwei Maenner, die ja auch Zeugen Gottes waren, denn sie zeugten von der Allmacht Gottes und haben diese auch bewiesen: "Eile und rette dich dahin, denn ich kann nichts tun, bis dass du hineinkommest" (1. Mose 19, 22). Lot mit seiner Familie musste erst aus Sodom herausgebracht werden, dann konnten die Engel ihren Auftrag ausfuehren.

Wenn die zwei Zeugen ihr Zeugnis beendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, einen Streit anfangen und wird sie ueberwinden und wird sie toeten. Auf jeden Fall werden sie mundtot gemacht.

Etliche Voelker, nicht alle, sehen diese zum Schweigen verurteilten Zeugen. Jesus nennt sie zwei Propheten. Mose war ein grosser Prophet, denn er sagte: "Einen Propheten wie mich wird der Herr aus euren Bruedern erwecken (Jesus)." Elia ist gen Himmel gefahren als ein gewaltiger Prophet. Auf der Gasse Sodoms und Aegyptens lagen sie 3 Tage und einen halben. Dort ist auch Christus gekreuzigt worden.

Als diese zwei Zeugen gen Himmel aufgefahren waren, heisst es in Vers 13: "Und zu derselben Stunde ward ein grosses Erdbeben und der zehnte Teil der Stadt fiel und wurden getoetet in dem Erdbeben 7000 Namen der Menschen, und die andern erschraken und gaben Gott die Ehre." Das ist die Zeit des Antichristen und seiner Schreckensherrschaft.

Das erste Wehe war die Christenverfolgung unter der 5. Posaune oder im fuenften Zeitabschnitt, also vor der Reformation. Das andere Wehe, das nach Vers 14 dahin ist, vollzog sich waehrend der Reformation und waehrend des Dreissigjaehrigen Krieges, und das dritte Wehe wird sich vollziehen, wenn man versucht, das Christentum waehrend der Hochzeit des Lammes im Himmel auszurotten.

Eigentlich haette ich Offenbarung 11, 15–19 an den Anfang dieses Schreibens setzten sollen. Zu welcher Zeit der siebente Engel posaunt, ist uns klar; dieses geschieht im siebenten Zeitraum, also in der laodizeischen Zeit von 1830 bis zum Kommen des Herrn. Wenn Vers 15 gelesen wird, koennte man meinen, das waere der Anfang vom Reich des Friedens. Dem ist aber nicht so. Damit zeigt der Herr den Anfang der Gruendung seiner Kirche im Abschnitt "Laodizea" an, in dem Jesus das koenigliche Priestertum sammelt aus allerlei Geschlecht und Zunge und Volk und Heiden (Offb. 5, 9). Die 24 Aeltesten, die Apostel aus alter und neuer Zeit, beteten Gott an, weil er auf Erden wieder den Gnadenstuhl aufgerichtet hat. Dadurch ist auch die Zeit der Toten wieder gekommen, denn durch die vielen Entschlafenengottesdienste und durch die Arbeit der Friedensboten im Jenseits wurde ein unzaehlbare Schar erloest (Offb. 7, 9–17).

Der Tempel Gottes ward aufgetan. Das ist die Bestaetigung. Der Bundesengel, die Apostel Jesu, haben die hunderttausend Seelen versiegelt. Die Stimmen, Donner, Blitze und Hagel sind uns bekannt; darueber ist frueher ausfuehrlich geschrieben worden.

12. Kapitel

Ueber Euer Interesse an den Jugendrundschreiben, das Ihr durch Eure Nachfrage bekundet habt ueber den Aufschluss der Offenbarung freue ich mich sehr. Mit dem heutigen Schreiben moechte ich Euch die wohl fuer uns alle wichtigste Aufschluesselung in die Hand geben, denn darin liegt unsere Entscheidung fuer alle Ewigkeit, ob wir als Ueberwinder oder als Ueberwundene, als Sieger oder als Besiegte, als Eiferer fuer des Herrn Werk und Sache oder als Traege, als der maennlich starke Sohn oder als das Sonnenweib aus dem uns verordneten Kampf ausscheiden. Diese Entscheidung trifft nicht der Herr, sondern wir selbst. Er hat uns die hohe Gnade geschenkt, die goettliche Universitaet besuchen zu duerfen. Wie wir ausscheiden, liegt ganz in unserer Hand. Ich denke an jenen Schueler, der sich geaergert hat, weil sein weiser Lehrer immer recht hatte. Er wollte ihn hereinlegen unter dem Gedanken: Ich nehme einen lebenden Vogel in die Hand und frage den Lehrer: "Lebt der Vogel oder ist er tot?" Wenn der Lehrer sagt: "Er lebt", dann druecke ich ihn vorher noch tot. Sagt der Lehrer: "Er ist tot", dann lasse ich ihn fliegen. – Das Experiment wurde gemacht. Aber der Lehrer sagte: "Junger Mann, das liegt ganz in deiner Hand!" Der weise Lehrer hatte wieder recht.

Vor Jahren frug ich nach einem Gottesdienst, in dem ich dieses Erlebnis erwaehnte, einen etwa zehnjaehrigen Jungen (Urlauber): "Sag mal, werde ich am Tag des Herrn dabei sein oder muss ich zurueckbleiben?" Prompt kam die Antwort: "Apostel, das liegt ganz in deiner Hand!"

Liebe Jugend, so liegt es auch ganz in unserer Hand, ob wir zum Sonnenweib oder Knaeblein, oder ob wir zu den "Uebrigen" von ihrem Samen zaehlen.

Das Weib (Kirche oder Gemeinde), mit der Sonne bekleidet, ist die streitende und kaempfende Kirche Jesu Christi hier auf Erden. Die Sonne ist Jesus Christus, der sagen konnte: "Ich bin das Licht der Welt." Auch zu seinen Aposteln sprach er: "Ihr seid das Licht der Welt und das Salz der Erde" (Matth. 5, 13–14). Das Licht hebt die Finsternis auf, und das Salz bewahrt vor Faeulnis. Den Mond, der nur leuchten kann, wenn ihn die Sonne anstrahlt und das auch nur bei Nacht, hat das Weib unter ihren Fuessen. Auf dem Mond ist keine Vegetation, kein Leben. Hierbei handelt es sich um das Formchristentum, von dem Jesus sagt: "Du hast den Namen, dass du lebest und bist tot" (Offb. 3, 1). Die Krone von zwoelf Sternen, nicht mit zwoelf Sternen, ist der klare Hinweis auf das zwoelffache Apostolat Christi. Die Kinder Israel tranken in der Wueste aus 12 Wasserbrunnen und fanden unter den 70 Palmbaeumen Zuflucht. Die Stadt des lebendigen Gottes, das erloeste, erwaehlte und geheiligte Volk Gottes, hat auch zwoelf Tore.

Dieses Weib ist also die Kirche Christi, die Neuapostolische Kirche, die seit dem Jahre 1836 besteht. Sie hat ein Leben aus der Hoehe empfangen, wie einst Maria durch den Erzengel Gabriel, als Weib durch den Versiegelungsengel nach Offenbarung 7, denn sonst koennte es nicht schwanger sein. Dieses Leben wird genaehrt durch das Wort des Herrn, sowohl Sonnenweib als auch – sagen wir nicht Knaeblein – der zukuenftige maennlich starke Sohn. Die einen Gotteskinder reifen aus zu Erstlingen und Ueberwindern, die anderen haben ihre Interessen nicht nur dem Sohne Gottes zugewandt, sondern sich auch noch mit anderen Speisen ernaehrt, die nicht ins ewige Leben reichen.

Jesus wies schon in seinen Erdentagen auf die Klugen und Toerichten hin. Letztere stehen vor der verschlossenen Tuere. Das ist die Moeglichkeit, teilzuhaben an der Ersten Auferstehung oder Verwandlung.

In einer Schule haben z. B. 100 Schueler den gleichen Lehrer, die gleichen Lehrstunden, sie erleben die gleiche Hilfe von den Lehrkraeften, aber nur eine Anzahl besteht die Pruefung bzw. wird reif und wuerdig, um versetzt zu werden. Sie hatten alles gemeinsam, haben sich aber nicht alles angeeignet. So ist es auch mit dem Bild des Sonnenweibes. In dieser jetzt noch nach aussen hin sichtbaren Einheit entwickelt sich eine zweite "Koerperschaft", ein zweiter Leib, naemlich der maennlich starke Sohn. Stammapostel Bischoff schrieb einmal, dass auf sein herzliches Gebet hin, wer das Knaeblein sei, ihm der Erzengel Gabriel die Antwort brachte in den Worten: "Das Knaeblein sind die Erstlinge und Ueberwinder!"

In dem Himmel der christlichen Voelker erschien ein anderes Zeichen: "Und siehe" – das war also zu sehen – "ein grosser roter Drache, der hatte sieben Haeupter und 10 Hoerner und auf seinen Haeuptern zehn Kronen (weltliche Macht). Sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde." Der Drache ist die alte Schlange, der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verfuehrt (Vers 9). Rot ist das Bild der Suende, des teuflischen Zornes und Hasses. Durch welche Menschen der rote Drache, der Satan, sich offenbart, lassen wir dahingestellt. Das Wort "Und siehe!" genuegt uns. Jedenfalls hat Satan gesehen, dass sich in dem Weib, in der Gemeinde Christi, etwas entwickelte, das seinem Reich Schaden bringt. Sein Schwanz, seine Macht, mit der er um sich schlagen kann, hat schon den dritten Teil der Sterne vom Kirchenhimmel heruntergerissen. Die Lehrer sind auf die Erde, in die irdische Gesinnung, geworfen. Das Licht des Heiligen Geistes ist erloschen. Wenn ein Stern vom Himmel faellt, wird er zur Schlacke und leuchtet nicht mehr in der Kraft des Heiligen Geistes. Sehen wir zu, dass uns Satan nicht vom Himmel der Gemeinde des Herrn, wo wir leuchten koennen nach den Worten Daniels: "Und die Lehrer aber werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich" (Dan. 12, 3), herunterreissen kann.

"Nun trat der Drache vor das Weib, das gebaeren sollte, auf dass, wenn sie geboren haette, er ihr Kind fraesse." Satan weiss ganz genau, dass sich in dem Erloesungswerk unseres Gottes die zukuenftigen Koenige, die mit dem Sohn Gottes in seinem Reich regieren werden, bilden und gestalten. Ihm ist auch bekannt, dass eine Anzahl der Gotteskinder – leider, leider – zurueckbleibt, denen es nicht zu der himmlischen Regierung reicht. Er hat es aber auf die abgesehen, die als Ueberwinder mit dem Sohn Gottes einmal auf seinem Stuhl sitzen werden. Darum trat er vor das Weib. Er trieb es zur Entscheidung. Und das Weib gebar ein Knaeblein (einen Sohn, das Erstlingsgeschlecht – die richtige Uebersetzung lautet: einen Sohn, einen maennlich starken). Dieser Sohn ist Jesus Christus in seinen Knechten, in den Erstlingen und Ueberwindern, in denen er sich verklaeren konnte. Im hohenpriesterlichen Gebet konnte Jesus von seinen Aposteln sagen: "Vater, ich bin verklaert in ihnen" (Joh. 17, 10). Diese Erstlinge und Ueberwinder stehen auch mit ihm auf dem Berg Zion als die 144000 mit den wunderbaren Eigenschaften, die in Offenbarung 14 beschrieben sind. Sie wurden ja auch entrueckt zu Gott und dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Das ist dann die Auffahrt oder Himmelfahrt des Sohnes von der zweiten Maria, dem Weib mit der Sonne bekleidet.

Die hohe Aufgabe, die diesem maennlich starken Sohn bevorsteht, ist auch beschrieben in den Worten: "... der alle Heiden sollte weiden mit eisernem Stabe" (Offb. 2, 27). Diese Arbeit wird aufgenommen zu Beginn des Tausendjaehrigen Friedensreiches. In diesem Reich ist Laodizea ausgeloescht, d. h. "Volksgericht und Volksherrschaft" oder "des Volkes Wille". Das Gute, das Edle, das Hohe und Erhabene, das Goettliche und Wahrhaftige wird regieren und den Menschen Ruhe und Frieden bringen. Dieser eiserne Stab ist unbeugsam. Er trifft alle, die sich widersetzen wollen.

"Das Weib ist in die Wueste entflohen, wo sie einen Ort hatte, von Gott bereitet, dass sie daselbst ernaehrt wuerde tausendzweihundert und sechzig Tage." Diese Zeit wollen wir nicht mitmachen, sondern uns anstrengen, dass wir uns zu Ueberwindern entwickeln. In der Wueste muss man zwangslaeufig alles das ueberwinden, auf das man glaubte, jetzt nicht verzichten zu koennen. Die antichristliche Macht wird wueten gegen alles, was Gott und Christentum heisst.

"Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen und der Drache stritt und seine Engel, und sie siegten nicht, auch ward ihre Staette nicht mehr gefunden im Himmel." Heute ist der Teufel noch der Verklaeger der Brueder wie bei Hiob. Den hat er auch verklagt vor Gott mit den Worten: "Meinst du, dass Hiob umsonst Gott fuerchtet?..." (Hiob 1, 9–10). Wenn die Tuer zum Hochzeitssaal verschlossen ist, dann ist Satan mit seinem ganzen Anhang verworfen auf die Erde. Die Schar derer, die im Hochzeitssaal sind als das bildliche Kind, das entrueckt wurde zu Gott und seinem Stuhl, kann singen: "Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus, weil der Verklaeger unserer Brueder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott." Diese Seelen haben den Teufel nicht nur ueberwunden durch des Lammes Blut, durch die Gnade, sondern auch durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben auch nicht geliebt, sondern das Leben Jesu. Was ist das Wort unseres Zeugnisses? Das ist die reine und unverfaelschte Jesu- und Apostellehre. Ich denke an die Worte von St.Ap. Bischoff: "Die Erstlinge und Ueberwinder werden nicht aus den Reihen der Enthaltsamen geboren, sondern aus der Schar derer, die tun, was der Geist Gottes den Gemeinden sagt!" Der Geist des Herrn redet durch die Traeger des Amtes, das den Geist spendet. Es werden alle Himmel, alle Bereiche der Ewigkeit zur Freude aufgefordert. Wehe aber denen, die auf Erden wohnen! Waehrend der eintausendzweihundertsechzig Tage oder 3½ Jahre wird der Teufel, die alte Schlange, ein Schreckensregiment durchfuehren oder eine Bluthochzeit veranstalten, gleichwie es geschah in den Tagen Noahs und in den Tagen Lots. Erst als Noah in der Arche die Errettung erlebte, kam das Verderben. Erst als Lot aus Sodom war, fiel Feuer vom Himmel. Lest bitte Lukas 17, 26–30.

"Der Drache, der Teufel, als er sah, dass er verworfen war, verfolgte er das Weib." Eine Christenverfolgung ist keine angenehme Sache. Dem Weib wurden zwei Fluegel gegeben, also eine Moeglichkeit, sich abzusetzen. Ob das dann geschieht wie bei einem Philippus, der von der Strasse Gaza weggerueckt wurde nach Asdod, interessiert mich nicht. Ich moechte doch lieber entrueckt werden zu Gott und seinem Stuhl und nicht in die Wueste kommen. In der Wueste dieses Lebens wird das Sonnenweib von Gott ernaehrt eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Das sind 3½ Jahre oder 42 Monate oder 1260 Tage, wovon wir spaeter noch hoeren. Die Ernaehrung erfolgt vor dem Angesicht der Schlange. Die beiden sind also nicht so weit auseinander. Wer nicht wacht und betet, zu stehen vor dem Angesicht des Gottessohnes, des Braeutigams, der muss stehen vor dem Angesicht der Schlange. Durch welche Koenige und Machthaber sich die alte Schlange, der Satanas und Teufel, zu jener Zeit offenbart in voelliger Gottlosigkeit, Unglauben und Sittenlosigkeit, interessiert uns auch nicht. Wir wollen entfliehen, nicht in die Wueste, sondern zu dem ewigen Stuhl unseres grossen Gottes.

"Die Schlange schoss nach dem Weib aus ihrem Munde, aus den unglaeubigen Machthabern, ein Wasser wie einen Strom." Das ist die atheistische Lehre: "Nach dem Tod ist alles aus, es gibt keinen Gott, Christus auch nicht, das ist ein Maerchen, Weltall ist Gott!" Dieser Geist steht schon in den Kirchen. Die Sterne, die Lehrer, sind zur Erde gefallen. Die Erde, das sind die noch etwas christlich denkenden Menschen, half dem Weib und hat den Gesetzes- und Lehrstrom aufgehoben und verschlungen.

"Nun ging der Drache hin, zu streiten mit den "Uebrigen" von ihrem Samen." Denken wir dabei nicht an die vielen Seelen, die den Samen des Heiligen Geistes zur "Ersten Auferstehung und Verwandlung" empfangen haben, aber sie sahen hinter sich wie Lots Weib. Das Leben kam in die Erstarrung. Darum ermahnte er: "In der selben Nacht werden zwei auf einem Bette liegen (dem Bett der Gemeinschaft) , einer wird angenommen, der andere wird verlassen werden" (Luk. 17, 34).

Liebe Jugend, was ich geschrieben habe, ist nur Telegrammstil. Es koennten viele Seiten ueber Offenbarung 12 geschrieben werden. Aber ich glaube, das Euch mitgeteilte bringt Euch noch etwas mehr Klarheit ueber den Ratschlussplan unseres Gottes.

Fortsetzung folgt...

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