Hauptartikel Unsere Familie, 15. Jahrgang, Nummer 5, 5. Maerz 1955, Seite 115

 

Die Offenbarung

Die Verkuendigung der goettlichen Offenbarung durch den Stammapostel im Jahre 1951 hat seitdem unter den Geistesmaechten dieser Welt einen geradezu ungeheuren Aufruhr verursacht. Selbstverstaendlich brauchte diese Offenbarung eine gewisse Zeit, ehe sie durch das Schrifttum der Neuapostolischen Kirche und durch muendliche Weitergabe bei der Weinbergsarbeit auch ausserhalb der kleinen Herde bekannt wurde. Es gab Menschen, deren Seelen sich durch diese wunderbare Botschaft des Herrn angesprochen fuehlten, die sich um ihren Glaubensgehalt bemuehten und also guten Willens waren. Es sind die, die seitdem in die Schar der Gotteskinder aufgenommen worden sind und nun wie sie das Siegel an ihren Stirnen tragen, das sie als Gottes Eigentum legitimiert. Es sind die, die gemeinsam mit den Gotteskindern zur ewigen Herrlichkeit berufen sind und - wenn sie im Glauben und in der Treue an der Hand des Stammapostels bleiben - auserwaehlt und wuerdig sein werden, dem zu entfliehen, was in Kuerze auf der Erde geschehen wird, und die mit allen anderen treuen Geistgetauften das grosse Wunder der Verwandlung erfahren werden.

Dann gab es andere, die sahen die grosse Gelegenheit gekommen, den Stammapostel mit hochmuetigem Spott und aetzendem Hohn anzugreifen. Es sind dies die Pharisaer und Schriftgelehrten der Gegenwart, die wie ihre zur Zeit Christi lebenden Kollegen den Herrn in seinem Gesalbten verachten und ihn zu Fall zu bringen versuchen. Sie riefen ihren menschlichen Verstand gegen eine goettliche Offenbarung auf und haetten doch eigentlich - wenn schon nicht aus eigener Erfahrung, so doch aus der biblischen Ueberlieferung - wissen muessen, dass dies ein vergebliches Unterfangen ist. Man kann nun selbstverstaendlich niemand zwingen, an die Offenbarung durch den Stammapostel zu glauben, und niemand und auch kein Gotteskind wuerde nur deshalb jemand verurteilen, weil er schlicht und einfach sagt: "Bedaure, das kann ich nicht glauben." Man kann sich ebenso selbstverstaendlich mit dieser Offenbarung auch auseinandersetzen, und da es ein hohes, ein sehr hohes Thema ist, wird jeder hochgesinnte Mensch eine solche Auseinandersetzung mit der ihr gebuehrenden Delikatesse betreiben. Offenbar ist es aber seit ueber 1900 Jahren das angemasste Vorrecht der Pharisaer und Schriftgelehrten geblieben, ihrer in Stein erstarrten Werkheiligkeit ein Scheinleben zu geben, indem sie mit Hohn und Spott alle jene verfolgen, die diese Werkheiligkeit nicht anbeten. Dass sie sich in ihren Mitteln dabei arg vergreifen, ist ihre Sache und - ueber den Geschmack laesst sich bekanntlich nicht streiten. Sie haben aber etwas erreicht, was sie nie und nimmer erreichen wollten: sie haben wesentlich zum Ausbruch des Mitternachtgeschreis beigetragen. In ihren eigenen Kreisen wurde allmaehlich, aber immer vernehmlicher der Ruf laut: "Der Braeutigam kommt!" und mit diesem Ruf die Frage: "Was haben wir dazu getan, dass er uns anerkennt, wenn er gekommen sein wird?"

Diese Frage beantwortet der Stammapostel in jedem seiner Gottesdienste. Die Antwort auf diese Frage wird von den treuen Aposteln und den Bruedern in alle Gemeinden der Gotteskinder getragen, und es gibt keinen Gottesdienst und es gibt keine der neuapostolischen Zeitschriften, in denen diese Frage nicht beantwortet wird. Es hat also keiner das Recht, zu behaupten, es sei ihm der Weg zur Erlangung der Wuerdigkeit am Tage des Herrn nicht gewiesen worden.

Der Spott der Pharisaer und der Hohn der Schriftgelehrten verstummte allmaehlich angesichts dieser immer lauter werdenden Gewissensfrage. Denn sie trat nun schon ueber die eigenen Kreise hinaus und es hat den Anschein, als werde sie zu einer Gegenwartsfrage erster Ordnung. Aber sie gaben nicht Ruhe. Sie geisselten den Gesandten des Herrn aufs neue mit Hohn und Spott, weil er verkuendet, der Herr komme zu seiner und unserer Lebenszeit. Sie wissen nicht, dass der Stammapostel fuer uns alle der Inbegriff hoechsten Verantwortungsbewusstseins ist und dass er es nie wagen wuerde, den Gotteskindern, fuer die er die Verantwortung traegt, einen solch wesentlichen Teil der goettlichen Offenbarung vorzuenthalten oder ihn gar hinzusetzen, wenn er nicht in ihr enthalten gewesen waere. Nun - das wissen die Pharisaer und Schriftgelehrten der Gegenwart und die Menschen dieser Welt nicht. Und schliesslich muessen sie den Geistesmaechten folgen, denen sie Besitzrecht ueber sich eingeraeumt haben, wie wir der Macht des Geistes folgen, dem unsere Seelen gehoeren und dessen Siegel wir tragen.

Aber w i r wissen es: die Apostel, die Amtsbrueder und die Geschwister. Und weil wir dies wissen, darum glauben wir der Verkuendigung der goettlchen Offenbarung durch den Mund des Stammapostels. Denn er und wir sind aus dem gleichen Geiste wiedergeboren, wir tragen ihn in uns. In ihm wurzelt unser Glaube und er fuehrt uns die Kraefte des Himmels zu, um das Stehen zu behalten in einer Zeit, in der von diesem Himmel Sterne gefallen sind. Sterne, die fallen mussten, weil sie den Glauben an die goettliche Offenbarung auch nicht aufbrachten. Es ist die Zeit, von der im Evangelium Matthaeus u.a. geschrieben wurde: "... und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kraefte der Himmel werden sich bewegen. Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel."

Zeichen der Zeit! Sie erfuellen sich tagtaeglich vor unseren Augen so lange, bis die Zeit selbst erfuellt ist, in der die Spreu vom Weizen geschieden wird. Moege der Herr uns allen gnaedig sein und uns die Seelenkraft schenken, den Glauben zu behalten und damit wuerdig zu werden, seinen grossen Tag mit ihm zu erleben.

Erich Meyer-Geweke


Unsere Familie, 15. Jahrgang, Nummer 5, 5. Maerz 1955, Seiten 116-122

 

"Im Allgaeu mit Apostel Startz"

[Seite 122:]
Unlaengst hat jemand an den Stammapostel geschrieben, dass er sich von ihm nicht trennen will; er haelt es fuer moeglich, dass der Herr zu seiner Lebzeit kommen koennte, aber er kann nicht glauben, dass er bestimmt zu seiner Lebzeit kommen wird. Er will sich nicht vom Stammapostel trennen, aber er will auch nicht mit dem Stammapostel gehen. Das ist doch paradox. Wenn zu Noahs Zeiten jemand gesagt haette: 'Ich halte eine Sintflut fuer moeglich, aber ich kann nicht glauben, dass sie zu Noahs Lebzeit kommen muss, also gehe ich nicht in die Arche hinein, dann ist der in der Sintflut umgekommen. Ausserhalb der Arche war Tod und verderben. Der liebe Gott hat keine andere Moeglichkeit geschaffen, errettet zu werden, als allein durch den Glauben an das Wort Noahs. Wer Noah geglaubt hat, ist in die Arche eingegangen. Der hat nicht solche Seitenwege gesucht und hat sich nicht auf das tote Gleis stellen lassen, sondern er ging mit Noah Schritt fuer Schritt und hat auf sein Wort vertraut. So machen es auch die klugen Jungfrauen, die klugen Gotteskinder in der Gegenwart, sie glauben dem Wort des Herrn, das der Geist Gottes heute hoerbar macht. Der Stammapostel hat uns in der Vergangenheit die Wahrheit gesagt und uns immer das Wort des Herrn zeitgemaess entgegengebracht. Vor einiger Zeit schrieb jemand an den Stammapostel und wollte ihn damit binden, indem er erwaehnte, der Stammapostel haette im Jahre 1932 [vielleicht wird hier 1942 gemeint, da weiter unten wiederholt von 'vor 13 Jahren' die Rede ist / Anm. PN] in einem Gottesdienst angefuehrt, es sei fuer uns gar nicht wichtig, zu wissen, an welchem Tage und in welcher Stunde der Sohn Gottes kaeme. Wichtig sei, dass wir bereit sind, um, wenn der Sohn Gottes kommt, mit ihm eingehen zu koennen in seine Herrlichkeit. Und jetzt wuerde man lehren, der Herr kommt zur Lebenszeit des Stammapostels. Das waere doch ein Widerspruch. Wir sind inzwischen 13 Jahre Aelter geworden. Die Geschwister, die damals schon apostolisch waren, hatten zu jener Zeit den Verlobungsbund mit Jesus, dem Braeutigam ihrer Seele, schon geschlossen. Wenn ein junges Maedchen mit einem Braeutigam ein paar Tage verlobt ist, kann man verstehen, wenn dieses sagt: 'Es ist fuer mich jetzt nicht wichtig, zu wissen, am welchen Tage die Hochzeit stattfindet. Wichtig ist fuer mich, dass ich einen Braeutigam habe und ihm treu sein darf. Ich weiss, dass der Tag der Hochzeit kommt, aber wann er kommt, interessiert mich jetzt noch nicht. Wir wollen eine schoene Brautzeit zusammen erleben.' Aber wenn sie einmal 4 bis 5 Jahre miteinander verlobt sind, der Braeutigam seine Braut kennengelernt hat bis in die Tiefe des Herzens, dann ist es anders. Wenn der Braeutigam eines Tages seiner Braut eroeffnet und ihr sagt: 'In 3 bis 4 Monate sind wir nicht mehr Brautleute, sondern innerhalb dieser Zeit hat die Hochzeit stattgefunden. Loese dich los von allem, woran du noch gebunden bist', dann sind die vorherigen Zeiten vorueber und der Brautstand geht zu Ende. Wenn der Stammapostel vor 13 Jahren sagte: 'Es ist fuer uns nicht wichtig, zu wissen, an welchem Tage und an welcher Stunde der Herr kommt. Wichtig ist, dass wir bereit sind', und er sagt heute: 'Mir hat der Sohn Gottes geoffenbart, dass er zu meiner Zeit kommt', dann ist darin kein Widerspruch. Wir sind dem Augenblick, in dem der Sohn Gottes kommt, um 13 Jahre naehergerueckt. Von dem Glauben an das Gewesene hat der gegenwaertige Mensch keinen Segen und Erfolg. Wenn beispielsweise jemand in der Heiligen Schrift die Begebenheit im Hause eines Pharisaeers Simon liest, wie Jesus der Suenderin vergab und zu Simon sagte: 'Sie hat viel geliebt, darum ist ihr auch vergeben', wird der Leser zu keinem Begnadigten. Jene Begebenheit gehoert der Vergangenheit an und aendert an der Seele des glaeubigen Lesers nichts. Wuerde ein Gegner des apostolischen Werkes in unserer Zeit die Bekehrung eines Saulus lesen, dann wuerde er doch allein dadurch nicht zum Freunde Jesu. Beim Lesen dieser Begebenheit bleibt er ein Feind des Werkes Gottes. Das glaeubige Lesen der Geschichte aendert an seinem Zustand nichts. Er wird nachher auch noch das Werk Gottes bekaempfen und ein Gegner sein. Deshalb sucht der Boese immer nur Glaube an das Gewesene zu erwecken und die gegenwaertigen Gottesoffenbarungen zu bekaempfen. Wer zur Zeit Jesus an den grossen Gott geglaubt hat, an Moses und die Propheten, wer Abraham, Isaak und Jakob verehrte, ist trotzdem in seinen Suenden gestorben, trotzdem verloren gegangen, trotzdem in seinem Unglueck und geistiger Armut liegen geblieben. Warum denn? Nicht um des Glaubens willen, den er hatte. Der Glaube, den er hatte, war nicht zu verwerfen, aber er musste in seinen Suenden sterben um des Unglaubens willen dem Sohn Gottes gegenueber, der zu seiner Zeit zum Heil und Frieden gesandt war. Wer in unserer Zeit an Jesus glaubt, dass er als Gottes Sohn auf Erden war und wer die Apostel der Urkirche verehrt, muss trotzdem in seinen Suenden sterben. Nicht um des Glaubens willen, den er hat. Dieser Glaube ist nicht zu verwerfen. Er muss in seinen Suenden sterben um des Glaubens willen an den, den der Herr heute gesandt hat. Ich sprach unlaengst mit einem Mann, der sich aergert, wenn er im Gottesdienste von der Botschaft des Stammapostels hoert, und sagte zu ihm: 'Mein lieber Mann, was muss das fuer ein Geist in ihrer Seele sein, der sich am Wort des Herrn aergert. Meinen Sie, dass das der Geist Jesu Christi ist?' Ich habe ihn dann gefragt: 'Koennen sie glauben, dass ein Engelfuerst Gabriel einer Elisabeth erschienen ist und ihr sagte, dass sie einen Sohn bekommt, den sie Johannes heissen solle?' Er sagte: 'Ja, das glaube ich, es steht ja in der Heiligen Schrift geschrieben!' Ich erwiderte: 'Wissen Sie auch, warum Sie das glauben koennen? Weil dieser Glaube von den Geistern der Finsternis nicht bekaempft wird. Denn durch den Glauben an jene Begebenheit werden ihnen die Suenden nicht vergeben; dadurch werden Sie nicht zum Gotteskind und auch nicht wurdig gemacht zu einer Brautseele. Sie leben in der Vergangenheit, und fuer die Gegenwart sind Sie von den Geistern blind gemacht worden.' 'Ja', meinte er, 'man erzaehlt so manches von Traeumen in der Neuapostolischen Gemeinde; Traeume sind eben immer noch Traeume, und man sagt im Leben, sie seien Schaeume.' Ich sagte: 'Koennen Sie glauben, dass ein Engel im Traum dreimal einem Josef erschienen ist und zum ersten Mal sagt: Verlass dein Gemahl nicht; das Heilige, das aus ihr geboren wird, wird man den Sohn Gottes heissen! Zum zweiten Mal erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sagte: Nimm das Kindlein und seine Mutter und ziehe nach Aegypten. Zum dritten Mal kam der Engel des Herrn mit den Worten zu Josef: Ziehe wieder in dein Vaterland! Der dem Kinde nach dem Leben getrachtet hat, ist jetzt tot! Hat der Josef eine Enttaeuschung erlebt, weil er dem Engel des Herrn glaubte, was ihm dieser im Traum sagte? Was Josef durch den Engel des Herrn empfing, geschah im Traum. Aber es hat sich alles bestaetigt. Es war doch alles eine goettliche Offenbarung und ein Hinweis, die der Herr ihm durch den Engel gegeben hat.' Ich fragte: 'Koennen Sie das glauben?' Die Antwort war: 'Ohne weiteres, das steht ja in der Heiligen Schrift!' Ich musste ihm sagen: 'Aber damals stand es noch nicht in der Heiligen Schrift. Da musste es Josef als eine zeitgemaesse Gottesoffenbarung glauben, und nachdem er glaubte, hat er auch den Erfolg seines Glaubens erleben duerfen.' Ich habe ihn weiter gesagt: 'Koennen Sie auch glauben, dass Jesus dem Saulus, der ein erbitterter Feind des Herrn war, erschienen ist auf dem Wege nach Damaskus und mit seinem Feind geredet hat? Jesus sprach: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Saul hat gefragt: Herr, wer bist du, den ich verfolge? Jesus antwortete: Ich bin Christus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu loecken. Darauf hat Saul wieder gefragt: Herr, was willst du, was ich tun soll? Jesus antwortete ihm: Gehe nach Damaskus in die Gasse, die da heisst die Gerade. Dort wird man dir sagen, was du tun sollst. Das stand also noch nicht in der Bibel, was der Saul zu tun hatte, sondern wurde ihm in Damaskus von dem Apostel Ananias gesagt. Saulus hat dem Wort des Herrn geglaubt, und dadurch ist aus ihm ein grosser Apostel und Zeuge Jesu geworden.' Da sagte jener Mann: 'Das kann ich glauben, das steht ja in der Heiligen Schrift!' Ich musste ihm wieder sagen: 'Dadurch, dass Sie an jene Begebenheit glauben, werden Sie nicht gerecht und keine Brautseele.' Fuer uns ist massgebend, dass wir heute dem Geist des Herrn glauben. Saulus hat dem Herrn geglaubt und wurde zum Segenstraeger. Wenn gegenwaertig ein Apostel, ein Amtstraeger oder Gemeindeglied dem Stammapostel nicht glaubt, durch den Jesus heute redet, dann wird aus ihm das Gegenteil von dem, was aus Saulus wurde. Dadurch, dass der Stammapostel dem Herrn glaubt, wird der Segen Gottes aus ihm fuer die vielen Tausende offenbar. Dadurch aber, dass wir den Stammapostel glauben, wird unsere Seele auf die Erfuellung der goettlichen Verheissungen zubereitet.

Er ist fuer uns der Mann Gottes in unserer Zeit, durch den uns der Herr seinen Willen kundtut und dem in Treue nachzufolgen fuer uns zum groessten Segen wird."

 

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