Eine neue Stellungnahme von Stammapostel Fehr ueber "die Botschaft" von Stammapostel Bischoff, mit einem Kommentar von Holgy.

Neuapostolische Kirche International
Botschaft des Stammapostels J.G. Bischoff

Seit unserer Stellungnahme zur Botschaft des Stammapostels Bischoff, die wir in der "Unsere Familie" Nr. 2 im Januar 1996 abgegeben haben, wurden Fragen an mich gerichtet, ob diese Botschaft wirklich goettlichen Ursprungs gewesen sei, wiewohl sie sich nicht erfuellt habe.

Diese Fragen haben mich veranlasst, die Bewertung erneut unter das Licht der Geisteserkenntnis zu stellen. Das ist nun mehr geschehen und die Stellungnahme lautet nun:

Zu Weihnachten 1951 verkuendete der Stammapostel Bischoff, dass Jesus Christus zu seiner Lebenszeit wiederkommen werde. Diese Verkuendigung ist in unserer Kirche unter dem Begriff "Botschaft" gelaeufig.

Der Stammapostel fuehrte sie auf eine unmittelbare, persoenliche Offenbarung Jesu Christi zurueck. Damit erhielt sie eine besondere Autoritaet und Verbindlichkeit. Es war den neuapostolischen Christen seinerzeit ein Beduerfnis, an diese Botschaft zu glauben und das eigene Leben darauf einzustellen.

Als der Stammapostel am 6. Juli 1960 starb und sich damit die Botschaft nicht erfuellte, war dies fuer alle, die daran geglaubt hatten, eine Pruefung ihres Vertrauens und ihrer Treue zu Gott.

Die Frage, warum die Botschaft sich nicht erfuellte, kann von uns gegenwaertig nicht beantwortet werden. Ungeachtet der Nichterfuellung der Botschaft bereiten wir uns als neuapostolische Christen weiterhin intensiv auf die Wiederkunft Christi vor. Wir erwarten den Herrn taeglich.

Diese Stellungnahme nach dem Stand unserer heutigen Erkenntnis war notwendig, weil wir folgendes nicht aus den Augen verlieren duerfen:

Stammapostel Bischoff lebte des Glaubens und der Gewissheit dass Jesus Christus zu seiner Lebenszeit wiederkommen wuerde; er bekraeftigte diese Ueberzeugung des oefteren mit dem Hinweis auf die Quelle der Offenbarung: "Der Herr hat mich wissen lassen, dass er zu meiner Zeit kommen werde." Auf welche Weise diese Offenbarung erfolgte und welcher Art die Uebermittlung dieser Offenbarung gewesen ist, bleibt ein Geheimnis. Folglich kann heute niemand eine rational nach vollziehbare Antwort geben.

Auf den Satz: "Der goettliche Charakter der Botschaft wird nicht in Frage gestellt." ist verzichtet worden, weil die goettliche Herkunft der Botschaft mit dem Verstand nicht belegt, aber auch nicht widerlegt worden kann. Die Angelegenheit bleibt eine Sache des Glaubens.

 

Und jetzt der Kommentar...

Anmerkungen
zur revidierten Stellungnahme der NAKI
(12. Maerz 1998)
zur "Botschaft" von J.G. Bischoff

Seit unserer Stellungnahme zur Botschaft des Stammapostels Bischoff, die wir in der "Unsere Familie" Nr. 2 im Januar 1996 abgegeben haben, wurden Fragen an mich gerichtet, ob diese Botschaft wirklich goettlichen Ursprungs gewesen sei, wiewohl sie sich nicht erfuellt habe. 

Hier wuerde man sich freuen, die genauen Fragen der Geschwister im Wortlaut oder dem Sinn nach zu lesen. Aus meiner Sicht wird hier nicht genau genug differenziert. Die ganze Bandbreite der Fragen haette aber m.E. in eine Revision der Stellungnahme einfliessen muessen. Die Veraenderungen, die nun vorgenommen wurden, werden so – auf den ersten Blick – zur reinen Makulatur. Die Bandbreite der Fragen sei einmal kurz angerissen: 

  1. Wie sind die Widersprueche in der von Bischoff mitgeteilten Art und Weise, wie er die Botschaft empfangen haben will, zu erklaeren? 
  2. Wie kann es sein, dass sich die Botschaft mit den Aussagen des Evangeliums nicht deckt (Zeit und Stunde weiss Jesus selbst nicht, nur der Vater im Himmel, wie kann da Jesus selbst sich in dieser Frage offenbaren? Es steht ausserdem geschrieben: Siehe, ich habe euch alles zuvor gesagt.) 
  3. Wie koennen wir falsche Propheten von richtigen unterscheiden, wenn das einzige und einfachste Unterscheidungmittel, das Gott uns gegeben hat, nicht angewendet werden darf (die Nichterfuellung einer Prophezeiung ist Merkmal der falschen Propheten). 
  4. Wenn schon die Botschaft goettlichen Ursprungs war, ist dann nicht zumindest das Abhaengigmachen der Aufnahme in die NAK vom Glauben an die Botschaft (vor dem Glauben an Gott usw.) falsch und ungoettlich gewesen? Aus meiner Sicht hat weniger die Botschaft selbst die katastrophalen Folgen erzeugt als vielmehr ihre Dogmatisierung. 
  5. Wenn die Botschaft durch Jesus offenbart wurde, sie also goettlich waere, warum dient der Glaube an die Botschaft dann nicht auch heute noch als Pruefmittel fuer die "Erkenntnis" aufnahmebereiter Menschen oder zumindest als Voraussetzung fuer die Uebernahme eines kirchlichen Amtes? Wie kann sich Jesus selbst so von seiner eigenen Offenbarung distanzieren? 
  6. Die Apostel Kuhlen, Dunkmann und Dehmel wurden u.a. ausgeschlossen, weil sie den Glauben an die Botschaft den Glaeubigen ueberlassen wollten. Dasselbe ist doch gegenwaertig der Fall; uns wird es ueberlassen, die Botschaft zu glauben oder nicht. Worin unterscheidet sich dann die Haltung der heutigen NAK–Apostel von den damaligen "Abtruennigen"? 
  7. Die Lehre der Botschaft steht in vielfaeltiger Weise im Gegensatz zur Heiligen Schrift (s.o.). Die Botschaft glauben hiesse dann aber doch, das Stammapostelwort hoeher einzustufen als das Bibelwort. Wie ist dies in Einklang zu bringen mit dem gegenwaertig gelehrten Bekenntnis der NAK-Fuehrung, Bibelwort und neuapostolisches Apostelwort waeren gleichwertig – frueher hat man die Hoeherwertigkeit des "lebendigen Apostelwortes" wenigstens noch gelehrt, der Glaube an die Botschaft war somit "vereinbar" mit der Lehre vom Stellenwert der Bibel. 
  8. Wie ist die Diskrepanz zwischen Apostellehre und der nachzulesenden Jesulehre – die doch nach neuapostolischer Auffassung ein und dasselbe sein sollen und sich nicht widersprechen koennen – zu erklaeren? Es ist nur dadurch zu erklaeren, dass es eine "Jesu- und Apostellehre" gar nicht gibt! In der Heiligen Schrift sucht man naemlich vergeblich nach dieser neuapostolischen Wortschoepfung. 
  9. Kann ein in den 90 Jahren lebender neuapostolischer Christ, der die Botschaft als ungoettlich einstuft, aus der Sicht der heutigen Apostel an der erste Auferstehung teilhaben? 

Die Reihe der – wohl auch den Stammapostel Fehr erreichten – Fragen liesse sich fortsetzen. Eine revidierte Stellungnahme, die ihren Namen verdient und die Bedenken der Glaeubigen ernst nimmt, wuerde diese aufgegriffen haben. 

Diese Fragen haben mich veranlasst die Bewertung erneut unter das Licht der Geisteserkenntnis zu stellen. Das ist nunmehr geschehen und die Stellungnahme lautet nun: 

Koennen die geringfuegigen Streichungen und Veraenderungen wirklich das Ergebnis von (heiliger) Geisteserkenntnis sein? Eine solche Vorgehensweise kennt man nur bei der Veraenderung von "Gesetzestexten", bei denen es auf jedes Wort ankommt, nicht aber bei Ausfuehrungen, die Erkenntnis, Vertrauen und Glauben bewirken sollen. 

Selbst als Ergebnis der Erkenntnisgewinnung des menschlichen Geistes waere dieses Ergebnis aeusserst duerftig, zumal der "Geist" zwei Jahre Zeit gehabt hat, sich in dieser Frage zu entfalten! 

Zu Weihnachten 1951 verkuendete der Stammapostel Bischoff, dass Jesus Christus zu seiner Lebenszeit wiederkommen werde. 

Diese Aussage ist ungenau. Zum angesprochenen Zeitpunkt wurde die Botschaft oeffentlich als Doktrin postuliert, der Inhalt der Botschaft ist – belegbar – schon vorher mitgeteilt und "verkuendet" worden (vgl Zeitschriften). Der behauptete Zeitpunkt suggeriert dem Leser, dass die "Offenbarung durch Jesus" unmittelbar vor diesem Termin geschehen sei, was nachweislich auch aus dem Mund von Bischoff nie behauptet wurde. 

Diese Verkuendigung ist in unserer Kirche unter dem Begriff "Botschaft" gelaeufig. Der Stammapostel fuehrte sie auf eine unmittelbare, persoenliche Offenbarung Jesu Christi zurueck. 

Dies ist nur eine Variante der "Zurueckfuehrung". Bischoff hat sich auch anders und widerspruechlich dazu geaeussert, wie er die Botschaft "empfangen" haben will. Zwei sich ausschliessende Moeglichkeiten benennt Bischoff. Die Botschaft habe sich gleichsam in einem laengeren Prozess in ihm "gebildet" und: die Botschaft beruht auf einer "Offenbarung Jesu", die gleichsam punktuell und terminierbar mitgeteilt worden ist. 

Damit erhielt sie eine besondere Autoritaet und Verbindlichkeit. 

In Wort und Schrift der damals "wirkenden" Apostel wurde die "besondere Autoritaet und Verbindlichkeit" der Botschaft nachweislich nicht in erster Linie aus der angeblichen "persoenlichen Offenbarung Jesu Christi" hergeleitet, sondern aus der Bedeutung und Vollmaechtigkeit des Stammapostelamtes, ja selbst der persoenlichen und unuebertroffenen Weisheit Bischoffs. 

Es war den neuapostolischen Christen seinerzeit ein Beduerfnis, an diese Botschaft zu glauben. 

Das ist so nicht richtig und verallgemeinert viel zu stark. Sicher gab es genug neuapostolische Christen, die nur mitliefen, die sich ihren eigenen Teil dachten oder die schlicht den "aktiven Dienst" in der Kirche beendet haben. 20000 Duesseldorfer Geschwistern und weiteren in der Schweiz und anderen Laendern war es ebenfalls kein "Beduerfnis". Zumindest muesste in der obigen Formulierung das Woertchen "den meisten" oder "vielen" eingeschoben werden. Ueber die Motive fuer ein unterstelltes "Beduerfnis" wird ebenfalls keine Aussage gemacht! War es Angst, blinde Nachfolge, Glaubenserkenntnis, ... 

Und ausserdem: warum war es nur den neuapostolischen Christen damals ein Beduerfnis? Warum ist es nicht den heutigen ein "Herzensbeduerfnis", die einzige wirklich neue "Offenbarung Jesu" der "Endzeit" zu glauben? Die Offenbarung des Herrn zu glauben, wie sie sich z.B. einem Paulus auf dem Weg nach Damaskus ereignete, war und ist bis heute den Christen immer noch ein Beduerfnis. 

und das eigene Leben darauf einzustellen. 

Was heisst das genau? Wenn ein neuapostolischer Glaeubiger sein Leben damals auf die Botschaft eingestellt hat und zum Beispiel eine hochwertige Ausbildung nicht angefangen oder auf eine Befoerderung verzichtet hat, um sich ganz in den Dienst der Sache zu stellen, muss dieser sich nicht betrogen vorgekommen sein? Oder musste es fuer ihn nicht eine besondere "Pruefung" des Glaubens gewesen sein, das ganzes Leben moeglicherweise verpfuscht zu haben, nur weil Gott so "mir nichts dir nichts" seinen "Plan" geaendert hat? Ein paar aufmunternde und mitfuehlende Worte waeren an dieser Stelle angebracht gewesen. 

Als der Stammapostel am 6. Juli 1960 starb und sich damit die Botschaft nicht erfuellte, war dies fuer alle, die daran geglaubt hatten, eine Pruefung ihres Vertrauens und ihrer Treue zu Gott. 

Nicht nur fuer die, die daran geglaubt haben, war es eine "Pruefung". Auch fuer diejenigen, die sich vor zerstoerte Familien, kaputte Verwandtschaftsbeziehungen, in Mitleidenschaft gezogene Freundschaften gestellt sahen, ergab sich die Frage: Gott, warum hast du das zugelassen, dass in deinem Namen dieses unnoetige Elend ueber hunderttausende von Geschwistern hereingebrochen ist? Warum laesst du dein Werk, dass einmal so verheissungsvoll begonnen hatte, so sehr im Stich? 

Eine Verschaerfung der Formulierung zur vorhergehenden Stellungnahme kann festgestellt werden. War die Nichterfuellung zuvor noch lediglich eine Pruefung des Vertrauens und der Treue (was auch den Bezug auf die NAK oder die (Stamm-)Apostel nicht ausschliesst), so wird nun die "Pruefung" eindeutig auf Gott gemuenzt. 

Die Frage, warum die Botschaft sich nicht erfuellte, kann von uns gegenwaertig nicht beantwortet worden. 

Dass die NAK–Fuehrung (NAKI) heute keine rational nachvollziehbare Antwort geben kann, steht in diametralem Gegensatz zu dem, was bisher von den Amtsvorgaengern der jetzigen Apostel gelehrt worden ist, deren "rationale" Begruendungen sich bis in die letzte Gemeinde und in jedes Gotteskind fortgepflanzt haben. Mindestens 3 Antworten waren zu hoeren: 

  1. Es sei notwendig gewesen (und biblisch begruendbar), die Spreu vom Weizen zu trennen. Die "abgefallenen" Apostel und Geschwister seien die Spreu, die vor dem Erscheinen Jesu von dem Weizen (der NAK) getrennt werden muessten, um dem Herrn eine "reine" Braut zu bereiten. 
  2. Der Herr habe kurz vor seinem Kommen die Gnadenzeit noch einmal verlaengert, um den Saeumigen noch eine letzt Frist einzuraeumen.. Die Glaeubigen sollten dankbar sein und sich die Frage stellen: "Waere ich wirklich schon "reif" gewesen, um "dabei" zu sein?" Interessanterweise findet sich in der ganzen Heiligen Schrift kein Hinweis auf die Verlaengerung der Gnadenzeit, sondern nur solche, die auf eine Verkuerzung der Gnadenzeit zielen (sonst wuerde keiner selig). 
  3. Gott habe nur erfuellt, was er schattenhaft im Alten Testament bei der Erreichung des "Gelobten Landes" schon gezeigt habe: Das Volk erreichte dieses Land nicht unter ihrem grossen Fuehrer Moses, sondern unter seinem Nachfolger, Josua. Folglich sei der neue Stammapostel Schmidt der Josua, der nun das Volk der Vollendung entgegenfuehrt (Schlag an mit deiner Sichel, denn die Zeit zur Ernte ist gekommen). 

Aus der obigen Aussage des Stammapostels Fehr kann man nur zwei Schluesse ziehen: Entweder distanzieren sich die heutigen NAK–Apostel durch diese Stellungnahme indirekt aber bewusst von diesen Erklaerungsversuchen oder sie hoffen auf das bisher immer gut funktionierende schlechte Gedaechtnis ihrer Mitglieder und tun so, als wenn nichts "gewesen" sei. 

Ungeachtet der Nichterfuellung der Botschaft bereiten wir uns als neuapostolische Christen weiterhin intensiv auf die Wiederkunft Christi vor. Wir erwarten den Herrn taeglich. 

Wieso bereiten sich neuapostolische Christen "ungeachtet der Nichterfuellung der Botschaft weiterhin intensiv" auf die Erste Auferstehung vor? Bisher wurde doch vielerorts behauptet, gerade die Botschaft habe das "allezeit–bereit–sein" in den Herzen der Glaeubigen besonders verankert! 

Diese Stellungnahme nach dem Stand unserer heutigen Erkenntnis war notwendig, 

Was ist denn der Stand der "heutigen Erkenntnis", worin unterscheidet sie sich denn prinzipiell von der damaligen? Wenn ich diese Stellungnahme richtig lese, will man dem Leser doch suggerieren, dass lediglich die Formulierung, die Botschaft sei "goettlichen Ursprungs" nicht "politically correct" war. Was kann aber daran falsch sein, eine Offenbarung Jesu, die er seinem "hoechsten Knecht auf Erden" gegeben hat, auch verbal den goettlichen Charakter zu bescheinigen. Es gibt nur diese zwei Moeglichkeiten: Entweder wird sie als "goettlich" gelehrt, weil sie Offenbarung Jesu war, oder der goettliche Charakter wird nicht mehr gelehrt, dann aber ist sie auch nicht goettlichen Ursprungs, also ungoettlich und eine Irrlehre. Kann der (angebliche) Sender der neuapostolischen Apostel, Jesus, es gutheissen, dass seine Gesandten eine Offenbarung von Ihm, egal aus welchem Grund, in Zukunft nicht mehr als goettlich bezeichnen? 

weil wir folgendes nicht aus dem Auge verlieren duerfen: 
Stammapostel Bischoff lebte des Glaubens und der Gewissheit, dass Jesus Christus zu seiner Lebenszeit wiederkommen wuerde; er bekraeftigte diese Ueberzeugung des oeftern mit dem Hinweis auf die Quelle der Offenbarung: "Der Herr hat mich wissen lassen, dass er zu meiner Lebenszeit kommen werde." Auf welche Weise diese Offenbarung erfolgte und welcher Art die Uebermittlung dieser Offenbarung gewesen ist, bleibt ein Geheimnis. 

Letzeres kann nur als bewusste Irrefuehrung gedeutet werden. Es laesst sich durch Zitate aus den NAK–Schriften belegen, dass Bischoff sehr wohl Aussagen darueber gemacht hat, auf welche Art und Weise bzw. auf welche Art der Uebermittlung er die Botschaft erhalten haben will. Das Problem ist nur, dass er sich dabei widersprochen hat (s.o.). 

Vielleicht meint aber der Stammapostel Fehr etwas anderes? Die Gruende, die zur Botschaft gefuehrt haben, bleiben ein Geheimnis (verletzte Eitelkeit, psychisches Leiden, Machtkampf) – oder eben nicht. Geheimnisse sind dazu da, gelueftet zu werden, so wie Raetsel geloest werden koennen. Wann ist die NAK bereit, den Vorhang zu lueften, Dokumente oeffentlich zu machen, dann werden sich wohl die schlimmsten Befuerchtungen bewahrheiten, nur so laesst sich naemlich das "Herumgeeiere" wirklich erklaeren. 

Folglich kann heute niemand eine rational nachvollziehbare Anwort geben. 

Auf den Satz: "Der goettliche Charakter der Botschaft wird nicht in Frage gestellt." ist verzichtet worden, weil die goettliche Herkunft der Botschaft mit dem Verstand nicht belegt, aber auch nicht widerlegt werden kann. Die Angelegenheit bleibt eine Sache des Glaubens. 

Stand: 12. Maerz 1998 

Richard Fehr  

Was soll dies genau bedeuten, "bleibt eine Sache des Glaubens"? Heisst es, dass es Sache des wahren und bei der Teilnahme an der Ersten Auferstehung ausschlaggebenden Glaubens ist? Oder ist es Sache des persoenlichen fuer–wahr–Haltens ist, dass keinen Einfluss auf das wuerdig–werden hat? 

Ja was bleibt denn nun? Auf die Lehre der Goettlichkeit ist nun wohl eindeutig verzichtet worden (BezAp der Schweiz: Die Goettlichkeit der Botschaft wird nicht mehr gelehrt.). War dies aber nicht ein Punkt, den die Kritiker gefordert haben? War das nicht der Ausloeser, warum diese Stellungnahme ueberhaupt verfasst wurde ("Man stellt die "Botschaft" des Stammapostels Bischoff als ungoettlich ...dar und verlangt von der Kirche, sich nachtraeglich davon zu distanzieren")? Man hat seitens der NAKI nun die Botschaft ebenfalls als nicht mehr goettlich lehrbar (aus welchen vorgeschobenen Gruenden auch immer) dargestellt und sich damit nachtraeglich von der Botschaft distanziert. 

Uebriggeblieben ist eine duerre Beschreibung der Ereignisse mit neuapostolischer Brille unter Weglassung jeglicher Probleme, die man frueher und die man auch heute noch mit der Botschaft haben kann. Nicht einmal ein pastoraler Einschub darueber, dass man die damaligen unschoenen Begleitumstaende, das Leid vieler Geschwister, bedauert. Kein Wort darueber, dass man die Bedenken, die heutige NAKler mit der Botschaft haben, gut nachvollziehen kann. Und letztlich fuer die Kritiker eine Stellungnahme von immerhin knapp 100 Woertern verfasst und als Reaktion auf die vielen Anfragen von Geschwistern an den Stammapostel lediglich unscheinbare Veraenderungen vornimmt. Dies als das Ergebnis einer neuen Geisteserkenntnis anzukuendigen, kommt einer Blasphemie gleich. Auch die Rede der (Stamm-)Apostel sei ja, ja oder nein, nein. Diese revidierte Stellungnahme ist ein "ja, aber", ein "sowohl als auch". 

Und das Augenfaelligste ist: Mit keiner Silbe wird wirklich eine Stellungnahme der (Stamm-)Apostel definiert! Nirgends scheint auf, was sie denn nun glauben! Eine Stellungnahme also, ohne klar Stellung zu beziehen, eine Revision, ohne wirklich Entscheidendes fuer die Glaeubigen nachvollziehbar zu revidieren. 

Aus den Worten der revidierten Stellungnahme duerfen wir also entnehmen, dass die NAK den goettlichen Charakter der Botschaft nicht mehr lehrt, obwohl sie sie fuer "wahr" haelt, weil sie letztlich mit dem Verstand nicht belegbar sei. Muessen wir uns darauf einstellen, dass das "Licht der Gotteserkenntnis" (s.o.) in dieser Weise auch weiter leuchtet? Dass demnaechst auch auf das Lehren der Goettlichkeit Jesu verzichtet wird, ja auf die Goettlichkeit Gottes selbst, weil sie mit dem Verstand letztlich nicht belegbar ist? 

Nein, diese Stellungnahme ist kein Bekenntnis zur Goettlichkeit der Botschaft, nicht einmal zur Botschaft oder zu Stammapostel Bischoff selbst. Es ist der erste diplomatisch verklausulierte und in einer buerokratisierten Sprache gemachte Versuch, dem Gottesvolk die bittere Pille zu verabreichen und dabei die Vormachtstellung des Stammapostels und der Apostel nicht zu gefaehrden. Sollte Richard Fehr dies gelingen, ja dann hat er sein Gehalt mehr als verdient. 

Das aber ist fraglich, denn wenn die Botschaft schon eine Zumutung fuer den Glauben eines jeden aufrichtigen neuapostolischen Christen der 50er und 60er Jahre war, der Umgang des "obersten Hirten" Richard Fehr mit der Botschaft am Ende dieses Jahrtausends ist (k)eine Herausforderung des Intellekts seiner Schaefchen. 

Folgendes bleibt zu sagen: ist die Botschaft „goettlichen" Ursprungs, so muessten wir an einen Gott glauben, der 
  1. ohne erkennbaren Grund Aenderungen an seinem Heilsplan vornimmt, also unzuverlaessig zu werden scheint – eine Einmaligkeit in der „Reichsgottesgeschichte". 
  2. den Glauben an "seine" Kirche und "seine" Boten erheblich erschwert – als wenn der Glaube nicht schon genuegend Schwierigkeiten mit den chaotischen Verhaeltnissen der neuen Apostelrufungen (vg. Buch von BezAp Weinmann) und mit dem "Propheten Geyer" und nicht zuletzt mit der sinnvollen Begruendung der "apostellosen Zeit" haette. 
  3. am "Ende der Zeiten" den Glauben an das Wort seines "hoechsten Repraesentanten" hoeher einstuft als den Glauben an das schriftlich fixierte Wort seines Sohnes. 
  4. unseren Glauben an die Wahrheit des in der Heiligen Schrift mitgeteilten Gotteswortes bewusst ins Wanken bringt. 
  5. der "seine Kirche" in eine Reihe stellt mit all den Sekten, die ebenfalls meinten, Zeitpunkt oder Zeitraum des Wiederkommens seines Sohnes zu kennen. 

Wieviel einfacher ist es da, sich mit der Fehlerhaftigkeit seines "Bodenpersonals" abzufinden! 

Holgy


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