Originaluebersetzung aus dem hollaendischen.

JUGENDMAGAZINE (versorgt vom Unterbezirk Amsterdam) Nr. 9, Dezember
1997. Interview mit Apostel Sepers.

Dieses extra dicke Jugendmagazin besteht ganz aus einem Interview mit Apostel
Sepers. Einige Redaktionsmitglieder reisten deswegen am 10. November 1997 nach
Amersfoort, wo sie ein abendfuellendes und sehr fesselndes Gespraech hatten. Ein
Apostel mit vorausstrebenden Auffassungen, mit fast 'unniederlaendischen' Gedanken
und oft inspirierend zum Nachdenken. Auch wir waren manchmal ueberrascht ueber die
Offenheit, womit er manche Sachen zur Sprache gebracht hat, womit er aber direkt
einen Wunsch, der ihm am Herzen liegt, aeusserte: Wir reden leider noch so wenig
offen miteinander, ueber das was uns in der Glaubensgemeinschaft bindet, oder manch-
mal gerade nicht. Was fehlt denn? Mut, Raum, Interesse? Lest es in untenstehendem
Interview. Die Redaktion dankt Apostel Sepers fuer seine enthusiaste Mitarbeit beim
zumstande kommen von diesem Interview (Das machen von Foto's wollte er eigentlich
nicht, und fand es total unnoetig. Nur wir dachten anders).

DIE APOSTEL, ORGANISATION UND ENTWICKLUNG

F: Sie sind Apostel. Koennen Sie sich identifizieren mit den Aposteln des neuen
Testaments?
A: Ja, ganz gute Frage. Das ist etwas womit ich mich in der Tat beschaeftige, weil
ich finde, wir haben denselben Auftrag.
F: Welcher Apostel spricht Sie am meisten an?
A: Johannes.
F: Komisch, wir haben unter einander auch schon hierueber geredet, und sind auch
auf Diesen gekommen.
A: Ich finde dass sein Ausgangspunkt genau das ist wofuer er symbolisch steht; die
Liebe.
F: Stellen Sie denselben Wert an ihre Mit-Apostel wie an die Apostel der ersten Zeit,
oder denken Sie dass es Unterschiede gibt?
A: Die Apostel heutigerzeit sind viel mehr verwaltungsmaessig und organisatorisch
beschaeftigt. Damals war die Aufgabe eines Apostels viel mehr eine missionierende.
Dabei lebte der Apostel auch viel mehr in der Mitte der Gemeinschaft. Sie wurden
auch oft sehr deutlich versorgt durch die Gemeinschaft wo sie lebten, wohnten und
arbeiteten. Und dabei waren sie manchmal auch noch beruflich taetig. Sie lebten viel
naeher bei den Geschwistern. Ich denke dass sie nicht, wie wir, so weit weg wie eine
jetzige Verwaltung waren. Das ist deutlich. Und was sie frueher natuerlich mehr mach-
ten, war: Schreiben. Dafuer fehlt jetzt oftmals die Zeit. Ich denke auch dass die dama-
ligen Apostel oefters Konfrontationen mit den damaligen Behoerden suchten; wirklich
offene Diskussionen hatten.
F: Sind die Aufgaben aller Apostel dieselben?
A: Das ist pro Region unterschiedlich. Pro Gebiet gibt es sicherlich Unterschiede. Einen
Apostel in Kanada, z.B. kann man nicht vergleichen mit einem Apostel in Angola, die
letzteren sind viel mehr missionarisch aktiv. Sie leben viel mehr wie es damals war. Die
Kanadischen und Europaeischen Apostel sind mehr verwaltungsmaessig aktiv. Auch
sind manche Apostel in Thinktanks, in sogenannten Projektgruppen, die spezielle Auf-
traege des Stammapostels bearbeiten.
F: Aendert sich ihre Aufgabe wenn Sie z.B. nach Surinam gehen?
A: Ganz anders, ja. Da ist man den Geschwistern viel naeher.
F: Sie sagen, Sie bevorzugen naeher bei den Gemeinden zu sein. Dies ist etwas, was
natuerlich auch von der Umgebung bestimmt wird, wie 'Anzahl' Menschen u.a.
A: Auch die Anzahl, aber nicht nur die Anzahl. Man wird oft aufs hohe Ross gesetzt.
Das ist ziemlich schlecht, finde ich, und ich vermeide das am liebsten. Dadurch kann
man auch nicht so einfach mehr Kontakt suchen. Dann erwartet man zur gleichen Zeit
vieles, und man kann nicht immer gerecht werden. Ein Apostel muss die Antwort wis-
sen, wenn man eine Frage stellt. Eine Art absolutistisch Denken, das haben wir ganz
schlimm, obwohl ich sehe, dass sich dies bei der juengeren Generation aendert. Wenn
ich nicht aufpasse, laufe ich mich an mir selber vorbei. Die Fragen die man stellt, die
Gespraeche die man wuenscht, es ist oft erdrueckend. Ich muss Zeit fuer mein Privat-
leben einraeumen, weil ich manchmal auch etwas Raum benoetige. Dann muss ich
Abstand nehmen, das ist schwierig.
F: Fuehlen Sie sich als ein Prediger?
A: Ha, ha. Nein, so fuehle ich mich nicht.
F: Nein?!
A: Nein, ich meine, wie definiert man einen Prediger.
F: Na ja, zuerst reagieren Sie mit nein...
A: Jawohl, gut, aber. Laut dem Evangelium Jesu und das was der Stammapostel
anbietet, versuche ich weiter zu geben, aus der eigenen Seele heraus. Aber ich finde
das Halten von Gottesdiensten sehr schwierig. Das ist nicht meine staerkste Seite. Mei-
ne staerkste Seite ist Hausbesuch, einfach dicht bei den Menschen.
F: Sind Sie ein Manager?
A: Nein, ueberhaupt nicht. Ich mag gerne meine Zeit ziemlich gut einteilen, und das
unsere organisatorische Sachen auf der Verwaltung gut geordnet sind.
F: Was kostet Sie viel Zeit?
A: Die meiste Zeit nehmen seelsorgerische Gespraeche und auch Sitzungen ein.
F: Wie tagt das Apostelkollegium?
A: Die mehr als 300 Apostel kommen alle 3 Jahre zusammen. Die DAps tagen zwei Mal
jaehrlich, etwa zwei, drei Tage. Alle Sachen aus den Projektgruppen werden da auch
besprochen.
F: Es gibt also jetzt etwa 300 Apostel. Denken Sie dass es ein Maximum an dieser Zahl
gibt, aus organisatorische Gruende vielleicht?
A: Ja, ungeachtet der wachsende Weltbevoelkerung wird es ein Maximum geben. Aber
es ist auch wichtig dass es internes Wachstum gibt, mehr Rueckgrat. Also benoetigen wir
z.B. Bischoefe und sonstige Aemter um die Gemeinden gut versorgen zu koennen. Dieses
Zwischenstueck wurde frueher manchmal vergessen; man war nur missionarisch aktiv. Es
gab einen Apostel um zu versiegeln, um eine Gemeinde zu stiften, und das interne Wachs-
tum bekam zu wenig Aufmerksamkeit. Die Tendenz ist: weniger Apostel, mehr Bischoefe.

WURZELN

F: Sie sagten gerade, dass Sie es bedauern, dass heutzutage viel weniger geschrieben
wird. Vermissen Sie es auch, dass es nicht mehr Dokumentationen gibt?
A: Stimmt. Z.B. unsere ganze theologische Basis steht im Buechlein 'Fragen und Antworten',
hauchduenn kann man sagen. Wir haben auch noch einige andere Sachen drum herum, wie
'Wege zum Mitmenschen' und 'Hausregeln'. Das letzte eher juristisch' zu sehen. Aber es wird
da auch deutlich angegeben, wie wir als Kirche einige Sachen sehen. Es ist ganz neu geschrie-
ben, innerhalb des naechsten halben Jahres wird es herausgegeben. Wir beschaeftigen uns
auch mit anderen Sachen, z.B. mit einem Buch ueber die NAK. Einige Artikel werden auch
publiziert in 'Lehre und Einsicht' (Unsere Familie, Red.). Das Frappierende ist, und das sieht
man in allen Gliedern, tiefe Andacht oder Interesse fuer theologische Fragen gibt es nicht.
Wie schoen waere es wenn dies anders werden koennte.
F: Vor einigen Jahren sind einige Artikel aus dem Glaubensbekenntnis geaendert worden,
dies wurde damals kurz in der Unsere Familie erwaehnt. Weiter sind, sofern wir wissen, kei-
ne Fragen gestellt worden. Auch nicht von Amtstraegern. Was bedeutet dies?
A: Es ist eine Sorge, dass wenig darueber nachgedacht wird und das ueber so etwas wenig
Beruehrung entsteht. Mich wuerde interessieren, wenn man eine soziologische Untersuchung
in unserer Gemeinschaft halten wuerde, und einen Querdurchschnitt machen wuerde, nicht
nur nach Alter sondern auch nach Sozialschicht, und man fragt dann nach den Interessen der
Geschwister in der Gemeinschaft, dann denke ich, leider, dass die Andacht fuer solche Sachen,
solche Glaubensfragen, eigentlich minimal sein werden. Das finde ich schade. Aber wir sind
auch so erzogen worden. Dies ist eine Feststellung und keine Wertung.
F: Also auch bei der Jugend?
A: Ich kann dies natuerlich nicht so gut beurteilen, aber die Jugend will, denke ich, vor allem
Antworten auf wichtige gesellschaeftliche Fragen. Einfach weil sie auch aelter wird, Adolescent
ist, sie sich Fragen stellt wie "Wo komme ich her, wer bin ich, wo gehe ich hin". Wenn Menschen
darauf keine Antworten bekommen, oder sich mit Versprechungen abspeisen lassen, oder z.B.
denken: "Meine Zeit ist noch lange" usw., dann sucht man sein Heil vor allem in etwas wie "ge-
meinschaftliches Tun'" statt im Nachdenken. Nicht jeder kann das, nachdenken ueber Glaubens-
fragen, nicht jeder will das. Das sollen wir respektieren. Ich denke, dass dieser Wunsch bei der
Jugend sicherlich hoeher ist. Aber wenn wir etwas weiter in der Zukunft sein werden, wird es
nicht anders sein als heutzutage.
F: Wie kann man dieses "Denk-Engagement" foerdern und behalten?
A: Darueber reden! Menschen muss gelehrt werden, gute Gespraeche zu fuehren, auch muss
gelehrt wie man zuhoert.
F: Haben Sie konkrete Ideen diesbezueglich?
A: Sicher, wir haben schon mit den Jugendleitern angefangen, dass sie sich etwas zurueckhal-
tender aufstellen, dass sie versuchen sich weniger belehrend aufstellen. Einfach, bei einigen
Subjekten, mal 'sehen was passiert'. In Kuerze werden noch andere Plaene bezueglich den
Amtstraegern dargelegt werden.
F: Sehen Sie fuer die Jugend eine aktive Rolle als Gespraechspartner?
A: Ich denke dass die aeltere Jugend, wie es auch jetzt schon in Kanada und den U.S.A. der
Fall ist, eine Art von Mentor-rolle fuer die juengere Jugend in der Gemeinschaft spielen kann.
Ich glaube dass junge Leute einen wichtigen Anteil liefern koennen, damit wir auch abkommen
von 'wenn man durch diesen engen Kanal geht ,dann hast Du eine Rolle' (jetzige Struktur von
Aufgaben und Aemter, Red.). Nein, es gibt viele Bereiche.
F: Es ist schade, dass Unterricht jetzt bei der Jugend(zeit) endet. Es sieht so aus als ob nach
der Jugend keine Zielgruppe mehr anwesend ist.
A: Ja, schade! Aber das Buechlein fuer Konfirmandenunterricht ist vielleicht auch fuer Erwach-
senen-edukation geeignet. Aber auch dann muss man die beteiligten Verantwortlichen in der
Gemeinde gut instruieren damit wirklich etwas angereicht wird, damit auch wirklich Gespraeche
entstehen. Es ist dringlend notwendig; hiermit sind wir sehr beschaeftigt.

THEOLOGIE

F: Denken Sie, das sich etwas an der Glaubenslehre aendert? Gott aendert sich nicht - aendert
sich dann in der Glaubenslehre auch nichts?
A: Wir kennen nicht die absolute Wahrheit ueber Gott, hoechstens eine Kristallisation davon.
Und wir haben etwas davon erfahren aus dem Leben von Jesus Christus. Ich denke nicht
dass sich die Glaubenslehre in der kommenden Zeit so viel aendern wird, aber schon dass auf
einem gewissen Zeitpunkt Menschen durch die Gaben des Heiligen Geistes bestimmte Sachen
besser sehen oder einsehen koennen. Das soll sicherlich an die juengere Generation angegeben
werden, die hat nun einmal mehr Beduerfnis an mehr Information.
F: Sind bei der ersten Auferstehung nur Neuapostolische, oder funktioniert das nicht so?
A: Ja, das ist ein wichtiges heisses Item. Zuerst sage ich, wir haben unseren Glauben. Wir
haben unsere Wahrheit, und das ist erlaubt! Das ist etwas wofuer wir stehen. Es ist aber nicht
die absolute Wahrheit, davon wissen wir naemlich nicht so viel. Das heisst, wir sollten auch an-
dere Glaubensrichtungen respektieren. Darin haben wir ziemlich oft versagt. Wir sehen uns als
Fortsetzung der ersten christlichen Kirche, das ist etwas anders als 'ist die Fortsetzung...'. Wir
glauben dass wir fuer die erste Auferstehung vorbereitet werden aber wie das sein wird, das
wissen wir nicht. Wenn man an Menschen denkt, die gelebt haben, ich nenne mal Martin Luther,
Franciscus von Assisi, oder Johannes Hus, das waren Menschen, die Gott dienten. Ob diese
dazugehoeren und was Gottes Gnade darin zulaesst, das ist Gottes Sache. Das wissen wir nicht.
Also fuer unsere Masstaebe ist dieser Weg der Weg, aber ich sage doch nicht: "Nachbar, ich
glaube an dem Tag der ersten Auferstehung und das heisst, dass der Herr kommt und dann bin
ich nicht mehr hier weil ich den Heiligen Geist empfangen habe und Sie nicht". Es hat alles mit
Respekt zu tun. Es ist solch ein heisses Item. Leider gibt es diejenigen unter uns, die die hieraus
folgenden Probleme mit alle Folgen noch nicht verarbeitet haben. Koennten wir hierueber mal
ohne Vorurteile reden!
F: Sie nannten gerade der Name Martin Luther. Denken Sie, dass so jemand auch aus dem
Heiligen Geist gearbeitet hat, dass er davon inspiriert wurde?
A: Das denke ich sicherlich!
F: Wenn man bedenkt dass der geschriebene Text immer nur selektiv beschreibt was passierte,
dass die Bibel vor Jahrhunderte geschrieben wurde und dass die Bibel viele Uebersetzungen
durchstehen musste, was halten Sie davon dass die Bibel die einzige 'Schrift' in dieser Zeit ist?
A: In den aeltesten Buechern, die man gefunden hat, die Codex Sinaiticus, die Codex Jung und
die Codex Vaticanus, gibt es Evangelien etwa vom Jahr 150 n.Chr. Der erste befindet sich im
Catharina Kloster (Sinai), der zweite im Jung-Institut (Zuerich), der letzte im Vatikan. Diese wer-
den als meist authentisch gewertet. Gelehrte behaupten dass auch bestimmte Teile hinzugefuegt
wurden, womit die anti-Juedische Atmosphaere verstaerkt wurde. Verstaendlich im Lichte der
damaligen Zeit, aber ob so etwas gut ist... Im Gegenteil. Uebersetzungen spielen auch eine wich-
tige Rolle. Einige Buecher wurden ins Griechische geschrieben und sind nicht schwierig zu ueber-
setzen, eine Anzahl aber ist in Aramaeisch oder Hebraeisch geschrieben. Es gibt natuerlich auch
Schriften die sich mehr auf die damalige Zeit bezogen. Apostel Paulus, z.B., sagt dass er nicht
will dass Frauen etwas sagen, mal platt gesagt. Aber gut, trotzdem haben wir auf der Sonntag-
schule Lehrerinnen, verstehst Du. Ob damit auch je Frauen ins Amt kommen werden lass ich
jetzt liegen, darueben reden wir jetzt nicht. Das ist des Stammapostels. Es gab einige Sachen
die mit dem lokalen, z.B. das roemische Recht zu tun hatten. Aber auch zur Rolle der Frau.
Aber in diese ganze griechisch-roemische und antike Welt war das ein schwieriges Prozess,
deswegen hat Paulus darueber etwas gesagt. Jesus war deutlicher darin.
F: Muss man die Bibel symbolisch oder buchstaeblich deuten?
A: Nja, irgendwo dazwischen. Manche Texte deuteten wir frueher buchstaeblich, jetzt sym-
bolisch. Nimm als Beispiel die 144.000, frueher dachte man dass war eine feste Zahl. Jetzt
sagen wir dass das nie buchstaeblich gedeutet sein konnte. Wichtiger ist das Charakter dieser
Zahl. Damit wird deutlich dass der Heiligen Geist schoepfend wirkt. Dies uebrigens ohne die
'Erzvaeter' zu verurteilen.
F: Wir redeten soeben ueber neue Einsichten und Entwicklungen auf Glaubensgebiet. Die
Frage ist jetzt, wie kommen letztendlich die Entscheidungen, die folgen auf dem aendern der
Einsichten, zu Stande?
A: Stammapostel Urwyler hat schon damit angefangen eine Anzahl Projektgruppen aufzu-
richten, einfach auch um bestimmte Sachen zu untersuchen. Z.B. das zehnte Gebot, der
Gehorsam an der Obrigkeit solange dies nicht streitig mit den goettlichen Gesetzen ist. So
etwas spielt natuerlich oft in missionaerischen Gebiete hinein, wo man schwierig sagen kann
dass da ueberal Gottes Gesetze gehalten werden. Das waere eine Unverschaemtheit. In
solchen Gebieten haetten die Machthaber wohl gerne gesehen dass wir die alten 10e Glau-
bensartikel noch haetten. Aber gut, in diesen Projektgruppen von Aposteln werden Sachen
bedacht und Vorschlaege gemacht. Manchmal denkt man Jahre nach. Alles was die Projekt-
gruppen bedenken wird einer Koordinationsgruppe vorgelegt. Sie lesen, und beurteilen. Der
Stammapostel und die DAps tagen hierueber. Manchmal werden die Artikel amendiert. Letzt-
endlich wird eine Entscheidung getroffen.
F: In welchen Projektgruppen sind Sie Mitglied?
A: Das sind zwei. 'Kinder und Jugend', ueber die Sonntagschule-buecher, Konfirmandenunter-
richt, Religionsunterricht und Jugend. Die andere ist 'Gegenwardfragen', aktuelle Fragen wie
Abtreibung und Euthanasie usw.

GLAUBENSLEBEN

F: Schon seit Jahren geht es weniger gut mit den Kirchen (Saekularisation), auch mit der NAK.
Was fuer Grunde gibt es dafuer?
A: In unserem post-modernen Zeitalter ist der Mensch viel individualistischer geworden. Und
der Hedonismus, wie das heutzutage heisst, das geniessen wollen, hat natuerlich auch sehr
stark zugenommen. Und eigentlich denke ich auch dass die Menschen sich nicht so einfach
mehr binden lassen. Dass sie mitdenken wollen, mitreden wollen, nicht nur passiv sitzen und
zuhoeren wollen. Bindung an einer Institution 'Kirche' erfaehrt man als eine Bedrohung. Wir
sehen solches auch beim eingehen von langzeitige Beziehungen, z.B. Ehe. Unsere Gesell-
schaft wird so fluechtig. Hierueber koennte man noch vieles sagen.
F: Sollte man dieses nicht in die Kirche importieren, z.B. in der Organisations-struktur, oder so
aehnlich?
A: Teilweise bin ich da fuer, auf der anderen Seite denke ich auch dass es ein Modeerscheinung
ist. Wenn ein Item auf einmal ganz aktuell wird, z.B. Umwelt, gibt man so etwas oft eine reli-
gioese Faerbung. Dann beteiligt man sich mit Modeerscheinungen, und hat aber inhaltlich nicht
viel zu sagen. Aber auch die Umwelt wird in den neuen Hausregeln genannt; Ehrfurcht fuer die
Schoepfung. Ich denke aber dass man, und das ist genau so mit weibliche Amtstraeger, solches
nicht nur als Modeerscheinung sehen muss. Dafuer ist es alles viel zu heilig. Dann denke ich:
"Die Botschaft die wir haben ist wunderbar, die Gemeinschaft ist wunderbar". Wir haben sozu-
sagen vielen Staerken. Aber es ist doch auch reell, und aktuell, eine Staerke-Schwaeche-Analyse
zu machen. Sollten wir uns nicht fragen was fuer Resultate daraus hervorkommen wuerden. Dann
lernen wir, um zusammen in Freiheit mit dem grossen Glaubensgut verantwortungsvoll umzuge-
hen, mit Gottesfurcht, wobei auch die Ehrfurcht fuer das Amt wieder den richtigen Platz bekommt,
und auch jedes Gemeindeglied mit seine/ihre Gaben mithelfen kann. Dieses wird von uns 'mehr
bewusst-glaeubige' Menschen machen. Da gibt es noch viel zu gewinnen. Gut, dieses Prozess
wird seine Zeit nehmen, aber wir haben damit angefangen.
F: Passiert es bei uns in der Kirche zu wenig, dass wir 'getroffen' werden?
A: Jawohl. Ich denke dass viel zu wenig Menschen 100%-ig dabei sind wenn sie in den Gottes-
dienst kommen. Dann besteht die Gefahr das Menschen beschaeftigt werden um beschaeftigt zu
werden. Unser Stammapostel raet allen Aposteln inhaltsreicher und kuerzer zu dienen! Dann
glaube ich auch, wenn man zum 'Diana-effekt' schaut, muss es denn nur so sein das Menschen
nur in diesen extremen Sitaution getroffen werden.
F: Es scheint als ob man unter einander mehr redet ueber weltliche Sachen, wie Arbeit u.ae., als
dass man Andacht hat fuers geistige Beleben.
A: Ja, viel zu wenig. Aber wie kommt das denn? Dann sind wir doch wieder bei diese geistigen
Vertiefung gekommen. Und zur gleichen Zeit, wenn man eine Meinung hat die 1 hunderdstel
Prozent anders ist hat man die Neigung um zu sagen: 'ich bin nicht gut apostolisch', ja, excusez.
Weil man kein Raum hat um sich selber Dingen zu fragen.
F: Also wird ueber taegliche Unwichtigkeiten geredet.
A: Es ist auch ein bisschen Einsamkeit. In die Liebe Gottes zu Ihm und einander gibt es Vertrauen
wodurch wir ueber bestimmte tiefere Sachen nachdenken duerfen, koennen und wollen. Ohne
dass wir einander verurteilen!
F: Wir redeten schon ueber geschriebenen Unterricht. Was halten Sie von Religionsunterricht
fuer Erwachsene?
A: Sehr wichtig. Nur, nochmals, wenn man mit zehn Personen anfaengt, bist Du innerhalb zwei
Monaten nur noch zwei Personen; das Interesse ist nicht gross. Das ist die Erfahrung. Aber viel-
leicht erleben die Menschen dies als eine Art Gottesdienst, statt einer Gespraechsgruppe. Wollen
wir das? Dies ist einen von den Dingen die bei einer Staerke-Schwaeche- Analyse hervorkommen,
dass wir viel mehr Andacht an Erwachsenen-edukation geben muessen. Damit werden wir was
tun gehen. Damit werden wir arbeiten gehen.
F: Vor zwei Wochen hatten wir eine 20+ Jugendstunde, ein Thema worueber wir redeten, scheint
ein heisses Item zu sein, ist der Sonntagnachmittag-Gottesdienst. Es gibt Laender wo es keinen
Sonntagnachmittag-Gottesdienst gibt. Kommt solches bei uns auch?
A: Ueber die Sonntagnachmittag-Gottesdienste wird natuerlich schon laenger diskutiert. Unter-
suchungen sind danach getan. Siehe, in unsere Informationswelt kommt so vieles auf Menschen
zu, dass es doch schwierig ist um einen guten Inhalt an einem zweiten Gottesdienst zu geben, und
in jedem Fall auch die Geschwister wirklich geistiges Brot mit zu geben. Man kann natuerlich selber
etwas dazu machen, oder etwas gemeinsames, wie Fellowship. Also nicht nur einstellen. Siehe, die
Kraft der Gemeinschaft, die wir eigentlich gratis haben, ist auch fuer uns ein grosser Vorteil. Was
die Jugend auch oft sagt, 'warum gehe ich in die Kirche, oft finde ich es zu schwierig, ich verstehe
nichts davon, hiermit bin ich nicht einig, aber die Gemeinschaft, die will ich nicht vermissen'. Dadurch
hat man also schon etwas gegeben wodurch sie bleiben, und dann musste man auch an die Vertiefung
arbeiten, wodurch man auch bewusster werden kann.
F: Frauen im Amt. Frueher gab es Diakonissen, jetzt nicht mehr. Was fuer Grunde hat das?
A: Das weiss ich eigentlich nicht. Die meisten Diakonissen sind damals in den Niederlanden,
Deutschland und der Schweiz ordiniert worden. Sie wurden uebrigens angewiesen. Sie waren
hauptsaechlich fuer gesellschaeftliche Aufgaben zustaendig. Das stammt eigentlich noch aus
der Zeit des Apostels Schwartz. Das hat dann ab einen gewissen Moment aufgehoert.
F: Jetzt wird hierueber auch wieder geredet, auch durch Einfluesse von anderen Gebieten?
A: Wenn wir darueber nachdenken, sollten alle Aufgaben 'gleichgeschaltet' werden, denke ich.
Die Wahl wird dann also nicht mehr primaer fuer einen Mann sein muessen, aber fuer die Qua-
litaet. Ich wuerde es toll finden wenn wir z.B. wieder Diakonissen haben wuerden. Ich kenne eine
grosse Anzahl Schwestern mit einem herrlichen tiefen Glaubensleben. Aber dann muss auch der
Grund gelegt werden, dass Schwestern darin akzeptiert werden. Und das benoetigt viele Anpassungen.
Aber lasst uns diesen Sachen nicht vorgreifen. Es ist und bleibt (die Aufgabe) des Stammapostels.
F: Wie ist das Verhaeltnis mit anderen christlichen Kirchen, und wie sehen die uns, denken Sie?
A: Ich denke dass hier und da einiges sicherlich besser werden kann, aber ich denke dass die Akzep-
tanz groesser wird. Ich denke dass, sicherlich in den Niederlanden, die Gegensaetze nicht so eine
Rolle spielen.
F: Besuchen wir offiziell andere Kirchen, um eine gewisse Akzeptanz zu bewirken?
A: Nein, nicht so direkt. Aber hieran wird sicherlich auch gearbeitet. Auch hier in den Niederlanden,
dass wir sicherlich nicht mehr herablassend ueber anderen reden.
F: Wuerden Sie als Apostel mal in einer anderen Kirche predigen wollen?
A: Na, ich habe schon mal einen Gottesdienst gehalten, na ja Gottesdienst, einen Vortrag gehalten
fuer eine andere Glaubensrichtung wo anderen eingeladen waren. Siehe, wir stehen fuer unsere
Lehre, das darf. Lasst uns nicht den Fehler machen, dass man in einer anderen Glaubensrichtung
einen Gottesdienst halten sollte, ohne das es eine Abstimmung der Glaubensartikel gibt. Mit allem
Respekt und Ehrfurcht fuer den Anderen: Die Praxis hat gelernt dass hieraus nur viel Elend entsteht.
Wir duerfen unsere eigene Identitaet behalten....

GESELLSCHAFTLICHE FRAGEN

F: Wie stehen Sie zu Homosexualitaet?
A: Homofilie ist ein Faktum, es hat nichts mit Krankheit zu tun. Es ist eine Veranlagung des
Menschen; Ursache unbekannt. Das heisst auch dass wenn Menschen Hilfe suchen, man versuchen
muss es zu foerdern dass sie es akzeptieren. Das heisst auch dass jede Verurteilung unangebracht
ist. Stammapostel Urwyler hat hierueber einmal etwas geschrieben. Die jetzige Projektgruppe Gegen-
wartfragen hat hierueber vor kurzem wieder nachgedacht. Wir duerfen nicht vergessen dass in unter-
schiedliche Kulturen hierueber unterschiedlich gedacht wird! Wir muessen auch Rechnung damit halten
dass fuer einige Menschen in unsere Kirche das akzeptieren von Homosexualitaet schwierig ist. Trotz-
dem trete ich dafuer, Homosexuelle einen normalen Platz in der Gemeinschaft zu geben.
F: Was ist ihre Ansicht zu Abtreibung?
A: Wir sind fuers Leben. Jedoch kann es Umstaende geben worin man mit manchen Standpunkten
zurueckhaltend sein muss, wenn z.B. das Leben der Mutter gefaehrdet wird. Es ist kein offizieller
Standpunkt der Kirche, dass man dann fuers Leben des Kindes waehlt, dass das Leben der Mutter ge-
opfert wird. Wenn das so waere, vergisst man dass einen Mann und manchmal Kinder zurueckbleiben.
Man muss beim Leben anfangen beim Zeitpunkt der Befruechtung. Mit der juristischen Definierung sind
es 3 Monate. Es gibt Kirchen die sagen dass es 10 Tage nach der Befruchtung Leben gibt. Wir sagen
einfach, man kann schon eine gewisse Zeit dafuer nehmen, aber nehmen wir mal an dass eine Frau
vergewaltigt wird. 95% der Schwangerschaften die daraus entstehen werden sowieso beendet. Sehr
verstaendlich, das ist eine Katastrophe. Man kann aber auch sagen dass diese Kinder zur Adoption
freigegeben werden koennten. Man muss den Menschen nicht raten, nur zur Seite stehen in ihren
Gefuehlen, sie Raum bei ihren Leid und Elend geben. Jeder der bei uns kommt, weiss nach einiger
Zeit wie unser Standpunkt ist. Man kann nur helfen und unterstuetzen, die Entscheidung liegt bei den
Leuten selbst. Immer unterstuetzen, nicht verurteilen, egal welche Entscheidung man trifft.
F: Sie sagen, das Leben faengt beim Anfang an. Ist es moeglich dass die Morning-after-pille ein Leben
beendet?
A: Es ist so, dass viele Schwangerschafte entstehen aber die meisten spontan verschwinden, einfach
weil keine Einnistung stattfindet. Hatte so jemand eine Seele? Wir denken: ja. Es ist fast unmoeglich
das Leben nicht nach der Konzeption anfangen zu lassen. Aber die Morning-after-pille ist ein Mittel um
Abtreibung zu foerdern oder Einnistung zu vermeiden, also im Prinzip das Leben aufhaelt. Die fruehere
Spirale machte dasselbe. Die neuesten haben auch einen Kapsul Progestagen, damit hat man ganz
gute Erfahrungen gemacht. Diese kann man nicht zu den alten Spiralen zaehlen, diese neue bremsen
auch das Wachsen der Eizelle.
F: Wenn Jugendliche schwanger werden, was wuerden Sie denn raten?
A: Unbeabsichtigt schwanger? Man muss sich fragen was der Betreffende fuer sich verantworten kann.
Muss ein neues Leben buessen fuer einen Seitensprung? Dies betrifft nicht ein Tabu. Aber was tun wir
mit neues Leben. Was will man nun eigentlich. Wenn jemand sagt: 'Dann kann ich nicht mehr mit mei-
nem Freund auf dem Motorrad nach Paris' dann sage ich: 'Entschuldige, bin gegen Abtreibung'. Man
kann ja nicht eine fuer jede Situation passende Antwort geben, man muss es pro Fall beurteilen. Nochmals:
Wir sind fuers Leben!
F: Jetzt ist auf dem Fernsehen eine Serie von Stephen Hawking, worin suggeriert wird dass der Urknall
dasselbe wie die Schoepfung ist. Was fuer Idee haben Sie dazu?
A: Die Big Bang-theorie scheint wahr zu sein, obwohl anlaesslich der Theorie dass es noch andere Uni-
versen neben unserem bestehen, es doch wieder angezweifelt wird. Ich denke doch dass die Big Bang-
theorie, mit ein bisschen Anpassung, wahr sein kann, und dass die Schoepfungsgeschichte damit nicht
so strittig ist. Man muss natuerlich realistisch sein. Es ist ja klar dass die Schoepfung nicht in 6 24-stun-
digen Tagen gemacht wurde, es handelt sich hier um Zeitabschnitte. Jeder Tag ist eine Periode. Es gab
auch Stadien, Schritt nach Schritt, wo es auch Perioden gab mit Dinosaurier (einige Nachkommen dieser
Sorten leben auch heutzutage noch), darin kann ich doch ganz Gottes Werk erkennen.
F: Letzte Frage ueber die (medische) Ethik. Wie denken Sie ueber das Klonen?
A: Heutzutage kann man allerlei Transplantate machen und einbauen. Das Klonen wird kommen, aber ob
es so weit kommen wird dass man Menschen klonen wird, das bezweifele ich. Man muss solches nicht
wollen.
F: Es gibt aber schon Froesche ohne Kopf!..
A: Ja, das ist eine Gefahr. Diese Hitlerische Praktiken werden doch geschehen. Diese kranke Leute gibt
es immer.

POLITIK

F: Unsere Kirche steht neutral zu politischen Fragen. Was halten Sie davon?
A: So etwas ist einfach wenn man klein ist, aber wenn man groesser wird, wird man natuerlich eine
politische Macht. Sicherlich wenn zehn Prozent der Bevoelkerung zur Kirche gehoert. Dieses Dilemma
hat man wenn man als Kirche wachsen will. Man wird dann automatisch eine Gruppe, womit man rech-
nen muss. Wir haben das im allgemeinen vermieden. Fuer jeden Mensch gibt es Raum. Egal welche
politische Farbe Du hast, Du bist willkommen; auch ein Gedanke Jesu. Ob man fuer oder gegen den
Kaiser bist, es handelt sich um viel tiefere Sachen. Die Gefahr ist, dass hieran der Gedanke geknuepft
wird, wir sollten uns nicht an Wahlen beteiligen, das geht zu weit. Wahlrecht ist ein grosses Gut. Es ist
natuerlich gut, um Gedanken zu haben ueber Cruise-raketen, was bedeutet es wenn CNN einen psycho-
logischen Krieg fuehrt. Das man Leute lehrt nachzudenken und darueber auch auf Jugendabenden redet
ist gut, es gibt aber das Risiko dass ein religioeser Rand drumhin gemacht wird. Man lebt in einer Gesell-
schaft woran man teil hat, Du kannst einerseits uebertreiben und gar nicht darueber reden, oder anderer-
seits es total einverleiben in Deinem Glaubensleben. Lasset uns zusammen versuchen es auf eine christ-
liche, apostolische Manier einen Form zu geben. Diese Zweiteilung ist schwierig, man steht ja in der Ge-
sellschaft und muss manchmal eine Wahl machen. Soll man denn als Kirche sagen, wir sind gegen
cruise-missiles, oder muss jeder darueber selber entscheiden koennen?
F: Man soll als Kirche sagen dass man darueber nachdenken soll.
A: Ja, aber wenn man politisch neutral bleiben will, muss man jeder die Moeglichkeit lassen ob er nach-
denken will um zu entscheiden ob er an eine Demonstration teilnimmt oder nicht.
F: Krieg in Jugoslawien, sollte ein Christen sich darueber aufregen?
A: Sicher, das gilt z.B. auch fuer die Gedaechtnisfeier der Toten im 2. Weltkrieg.
F: Ich habe nicht den Eindruck das Menschen aus unserer Kirche sich ueber Jugoslawien aufgeregt haben.
A: Die ganze westliche Welt doch ueberhaupt nicht.
F: Aber verschwindet dadurch unsere eigene Verantwortlichkeit?
A: Nein, ich glaube dass wir daran sicherlich Andacht geben muessen. Aber was findet Ihr selber da-
von, findest Du dass wir aktiver sein muessen? Wenn wir die Moeglichkeit haben etwas zu tun, dann
tun wir das und auch im Namen unserer Kirche. Wenn Leute in einem Zeltlager an den Grenzen des
Bestehens kommen, ob sie ausprozediert sind oder nicht, und wir wuerden gefragt zu helfen dann tun
wir das gerne, so etwas hat mit Menschenrechten zu tun. Wir sind aber bescheiden, im Hintergrund.
Wenn wir helfen wollen muss man auch die Kapazitaet dafuer haben. Wir reden viel zu wenig ueber
diese Sachen.

ANDERE RELIGIONEN

F: Wie stehen Sie z.B. zum Buddhismus, nehmen Sie von anderen Religionen in ihr eigenes Glaubens-
erleben mit, haben Sie viel hierueber gelesen?
A: Ueber das Judentum habe ich sehr viel gelesen und auch ziemlich viel ueber die Islam, sie ist uebri-
gens viel toleranter als wir denken, aber es gibt grosse kulturelle Unterschiede. Und ueber den Buddhis-
mus, das ist eigentlich eine Lebenshaltung. Buddha und Jesus lebten ungefaehr zur selben Zeit. Eine
Anzahl Aussprachen von Buddha kann man so auf Jesus projizieren.
F: Taoismus?
A: Bestimmte Aussprachen sind sehr bereichernd. Es gibt Dinge wovon man sagt: 'Mensch das ist sehr
anwendbar'. Es gibt davon eine Ableitung die eine gewisse Lebenshaltung foerdert, die einfach gut fuer
Deine Gesundheit ist, aber das ist fuer mich separat von Religion.
F: Sind christliche Menschen besser als nicht-christliche Menschen?
A: Ich glaube dass man weder das christlich sein oder nicht-christlich sein als besser oder schlechter
werten kann. Ich erfahre schon dass wie das Christentum sich entwickelt hat es viel weiter von Jesus'
Botschaft entfernt ist als wir manchmal denken, weil das Evangelium falsch 'uebersetzt' wurde; vor
allem dass aggressive Impulse in den Menschen mehr aktiviert wurden. In der Entwicklung von Menschen
die dem Buddhismus nachfolgen, sehe ich, dass es viel weniger Agression gibt und dann frage ich mich
manchmal......? Ich bin mir auch bewusst dass wir in der westlichen Gesellschaft uns das alleinige Recht
zueignen, dass wir Gesetze fuer andere Leute machen koennen, wir als Weisse sind sowieso dominant.
Dies hat grosse Folgen wenn wir an die Globalisierung denken. Sieh' mal nach dem Gedanken dass wir
nur zwei wichtige Programme auf dem Fernsehen haben, Sesamstrasse und Baywatch, ein falsches
Uebersetzen von amerikanischen Denken.
F: Aber, sind Glaeubige besser als nicht-Glaeubige?
A: Christentum hat einen Mehrwert wenn wir versuchen Jesus' Weg zu folgen. Weil man waehlt fuer
einen Lebenslauf die schon im 1. Buch Mose steht, naemlich dass man zum Segen sein soll. Und das man
Gemeinschaftssinn so fuer sich einfuellt das es Inhalt fuer Deinen Glaubensleben hat und dass man ein
Stueck Individualitaet respektiert. Im Buddhismus geht man natuerlich sehr weit in der Haltung dass nichts
ein Sinn oder Zweck hat, aber man erreicht sicherlich dass man mehr ueber sich selbst anfangt nachzu-
denken. Das Du Deine Lebenshaltung Gestaltung gibst , dass man weniger materiell ist und mehr ueber
Seinsfragen nachdenkt.
F: Wie sehen Sie das zukuenftige Verhaeltnis mit anderen apostolischen Kirchen, z.B. die Apostolisch
Genootschap?
A: Wir arbeiten daran, im Auftrag des Bezirksapostels und Stammapostels.
F: Finden Sie dass wir als NAK anderen Apostolischen Kirchen gegenueber immer korrekt gehandelt
haben?
A: Nicht immer. Wir sind jetzt auch dabei, reumuetig zu sein und die Fehler bei uns selbst zu suchen.
Wir haben in Perioden unserer Geschichte auch Fehler gemacht.
F: Kenne Deine Geschichte, kenne Dich selbst. Viele Apostolische kennen ihre eigene Geschichte nicht.
Dies hat vielleicht auch mit dieser Vergangenheit zu tun.
A: Geschichte ist wichtig. Wenn man seine Geschichte weisst, weisst man auch seine Vergangenheit und
kannst dann erst arbeiten an heute und an der Zukunft; klar Schiff machen. Stammapostel Schmidt sagte:
'Das gute alte bewahren, das gute neue freudenvoll anhaengen'.
F: Manchmal sieht es so aus als ob daran nicht viel Andacht spendiert wird?
A: Das stimmt. Von der Geschichte will ich lernen, dass wir naeher zur Jugend stehen wollen. Ich habe
die Absicht an einem Sonntagabend einen Stuhl statt dem Altar hinzustellen und die Jugend aufzurufen
Feure Deine Fragen auf mich ab".
F: Hierueber redeten wir schon!
A: Du kriegst Antwort!
F: Keine Jugendleiter und Priester, nur Sie und Jugend?
A: Genau!

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