Einige Bemerkungen die Dr. J.A. Schroeter (Autor von dem Buch: Die Katholisch-apostolischen Gemeinden in Deutschland und der 'Fall Geyer') waehrend seines Vortrags und der anschliessenden Diskussion am 23.3.1999 (im Kirchengebaeude der Apostolischen Gemeinschaft, Cantadorstrasse 11, Duesseldorf-Zentrum) ueber die NaK gemacht hat.

Waehrend des Vortrags:

"Liebe Schwestern und Brueder, wo ist denn der eine Weg, Gottes Kirche ist so reich und hat so viel Fruechte und so viel Gewachsenes und so viel Geistliches, und dafuer waren die Albury-Apostel offen. Und das ist Masstab fuer mich. Das sind Apostel. Maenner, wie Thiersch das mal gesagt hat, die das Ganze der Kirche im Blick haben und nicht ihr eigenes Sueppchen - Entschuldigung, das ist jetzt hart gesagt, ich will es auch nicht in diese Runde hineinsagen, aber man hat bei manchen Aposteln der grossen apostolischen Familie auch den Eindruck gehabt, und da sag ich sicher nichts neues, dass diese Weite eben leider ueberhaupt nicht im Blick war. Nicht Exklusivitaet, nicht Ausschliesslichkeit, nicht 'wir haben den heiligen Geist und die anderen haben ihn nicht', sondern auf dem Boden der Bibel, des Paulus, des Jesus stehen und sagen wie Paulus, 'niemand kann Jesus seinen Herrn nennen, ohne den heiligen Geist', 1. Kor 12, 1. Ergo, jeder der sagt, Jesus ist mein Herr, hat den heiligen Geist."

"Nun reicht es aber nicht aus, dass Apostel einfach da sind. Jetzt gucken Sie und denken, was sagt er jetzt. Ich habe eine Schrift vor Augen von Thomas Carlyle, dem Apostel fuer Norddeutschland, der in wunderbarer Weise beschreibt, das Apostelamt mit einer Tiefe und geistlichen Reife und einer oekumenischen Offenheit, dieses Buch muesste eigentlich Pflichtlektuere jedes apostolischen Christen sein. Es reicht nicht von irgendeinem als Apostel eingesetzt zu sein. Ein Apostel Christi ist ein Mensch, in dem Gottes Geist in seiner ganzen Fuelle wirkt und zur Entfaltung kommt. Ein Apostel Christi ist einer, der das Ganze der Kirche im Auge hat. Ein Apostel Christi ist einer, der vollmaechtig Gottes Geist vermitteln kann. Ein Apostel Christi ist einer, der wirklich auch, auch wenn er ein fehlbarer und schwacher Mensch ist wie Paulus, aber durch Gottes Gnade auch keine Winkelzuege macht und taktieren nicht noetig hat. Es reicht nicht aus, dass jemand zum Apostel eingesetzt wird, durch wen auch immer. Christus setzt seine Apostel ein. Und er tut das durch seinen Geist und durch sein prophetisches Wort und durch seine Moeglichkeiten, die ich gar nicht beengen und beschraenken will, und es gilt: an ihren Fruechten werdet ihr sie erkennen. Und die Fruechte sind gute gewachsene Gemeinden, glaubensvolle Herzen, taetige Naechstenliebe, Offenheit fuer andere Christen, Liebe untereinander. Die Fruechte heissen nicht Angst, nicht Enge, nicht Druck. Wo der Geist Gottes herrscht, da ist Freiheit."

Waehrend der Diskussion:

"... der Sektenbegriff war ja sehr stark lange Zeit durch die Kirchen gesetzt und gepraegt. Inzwischen ist er ja gesellschaftlich uebernommen worden. Ich bin trotzdem der Meinung, man sollte diesen Begriff nicht gebrauchen, weil er einfach negativ abwertet, man sollte immer genau nachfragen, um wen es geht und auf alle Faelle zwischen der Einzelperson und einer Bewegung auch unterscheiden. Und durch diese Feindschaft sind natuerlich solche Gruppen dann, und das betraf die damalige apostolische Gemeinde, wie die NAK zuerst hiess, auch, natuerlich in so eine Verteidigungshaltung gekommen. Und das hat sich hochgeschaukelt, und dann vielleicht auch die Unsicherheit, ich meine Fritz Krebs war Bahnwaerter, wirklich einfache Leute, ich finde das toll, was die auf sich genommen haben und welchen Mut die auch hatten, so Sachen anzupacken, von Organisation keine Ahnung und dann ploetzlich Apostel, ich sage das mal ein bisschen salopp, das ist ja auch nicht so ganz einfach, menschlich gesehen. Und so ist es, glaube ich, ein Stueck gekommen, dass dann eben so eine Fronthaltung war, man sich sehr oft nach innen zurueckzieht, das bemerkt man bei anderen Gruppen auch, gepaart allerdings auch mit einer, Beispiel Krebs, na ja, es soll jetzt nicht arrogant sein, aber sein Bildungshorizont war nicht so sehr gross. Die Albury-Apostel hatten alle entweder eine juristische oder eine theologische Ausbildung. Die waren gestandene Kirchenchristen, die waren wirklich, da war eine College-Ausbildung hinter, die hatten einfach einen weiteren Horizont. Und bestimmte Lehren von Krebs, dass Christus im Fleisch der Apostel gekommen sei usw., also Auswuechse, ich denke, sag ich jetzt mal, die darf man ihm nicht als Boesartigkeit unterschieben, dass er sich das nun so vorgenommen hat, taktisch, so komme ich am besten durch und so gewinne ich ..., sondern das entspringt sicher auch einer gewissen Bildungsbegrenzung, dass er das gar nicht reflektieren konnte und wollte. Und das kam dann noch dazu, der Druck von aussen und eine Engfuehrung von innen, die dazu fuehrte, dass es hiess, nur wo Apostel sind, kann der heilige Geist gespendet werden, und nur wer den heiligen Geist hat, ist wirklich Christ, und deswegen beschaeftigen wir uns mit denen da draussen sowieso nicht mehr. Punkt. Und die ganzen Schwarzroecke am besten auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Und da wieder rauszukommen ist m. E. das grosse Problem der NAK heute."

"... aber wenn ich etwas beitragen kann zu helfen, dass da etwas in Bewegung kommt, z. B. ich hab Kontakt mit allen wichtigen Sektenbeauftragten in Deutschland, wir arbeiten zusammen, das ist ganz natuerlich, also diese Kirchen und ueberhaupt die apostolischen Gemeinschaften, ich denke, bei ihnen [bei der Apostolischen Gemeinschaft / Anm PN] ist das kein Problem, jedenfalls kommt das ja gar nicht vor, aber die NAK aus der Sektenecke herauszuholen in der Oeffentlichkeitsarbeit, auch das ist sozusagen etwas, was man von aussen machen kann, damit dieser Druck von aussen wegfaellt, da koennen Leute von aussen etwas tun, der NAK von aussen helfen, und von innen kann vielleicht auch, es gibt ein afrikanisches Sprichwort: 'das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen!' Vielleicht koennen Menschen, die es gut meinen, von aussen auch mal sagen, es gibt keinen Dominoeffekt, wenn man anfaengt, die Geschichte differenziert zu schreiben, und deutlich macht, das ist Mist gewesen und das ist schlecht gelaufen, aber da ist es gut gelaufen und da sind so und so viel Gemeinden, und die haben geglaubt und die haben wirklich ... Es ist doch nicht alles bloed gewesen in der NAK. Es gibt so viele treue Christen an der Basis, die wirklich den Herrn von Herzen lieben und die wirklich treu in der Gemeinde stehen. Im Gegenteil, wenn man sagt: 'da fallen die alten Stammapostel auch alle runter, da bricht die ganze Kirche zusammen!' was für ein Kleinglauben! Den haben sie gar nicht noetig! Sondern man muss dazu helfen, zu sagen, Entschuldigung, es klingt ein bisschen arrogant, aber es ist wirklich gut gemeint, an die Hand nehmen und sagen, Geschichtsaufarbeitung, theologische Aufarbeitung der Dinge, behutsam, Punkt fuer Punkt, aber beherzt angehen, dass es ein deutliches Signal ist, und es wird zu einem guten Ende kommen."

"... Ich habe durch das Buch, das ist nun wirklich wie ein Schleusentor, in den letzten Monaten mit etwa 100 neuapostolischen Amtstraegern Kontakt, regelmaessigen auch, bis in die Bezirksaemterebene hinein, ich red mal nicht von denen, mit denen ich gesprochen habe, Apostelebene oder so, sondern die sich mit Sorgen und Noeten und Fragen und Kummer bis hin zu Traenen an mich gewandt haben und gesagt haben, 'da haben wir .., die wollen gar nichts hoeren, von wegen jetzt wie war das katholisch-apostolische ..', die haben einfach das Beduerfnis, bei einem, von dem sie denken, der versteht sie, weil er sich damit beschaeftigt hat, mal einfach Dinge abzuladen. Das sind Leute, die sind inzwischen ausgetreten, Bezirksaemter, ich kann sie mit Namen nennen. Leute, die noch drin sind, die sagen, 'wir werden beiseite geschoben. Und ich versuche trotzdem, bei mir ist es noch nicht so bekannt, dass ich so denke', das dreht mir das Herz im Leibe um, was soll man denn da tun. Und ich hab das eben ohne Namen zu nennen auch deutlich gemacht, dem Herrn Johanning und anderen auch, und ich hab gesagt, ich bin gern bereit, da auch zu vermitteln, auch Bruecken zu bauen, aber es muss sich was bewegen."

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