Haushaltung Gottes

herausgegeben

von

H. Niehaus

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Gott ist ein Gott der Ordnung, und er hat von Anfang an alles weislich geordnet. Das ist fuer jedermann ersichtlich in der grossen Schoepfung, vor allem an Sonne, Mond und Sternen, aber auch in den Reichen der Natur, dem Mineralreich, dem Pflanzen- und Tierreich, und in besonderer Weise an dem Himmelreich, dem Reiche Gottes oder dem Reiche der Gnade und Liebe, zu dem Menschen und Engel zu zaehlen sind.

Schon im Paradiese wies Gott dem ersten Elternpaar A d a m und E v a eine feste, bestimmte Ordnung an, indem er zu Eva sagte: "Er (Adam) soll dein Herr sein." Somit war von dem allweisen Gott und Schoepfer e i n e r als das H a u p t   i n  d e r  G o t t e s f a m i l i e bestimmt. Dies muss besonders gemerkt werden; denn die erste Menschenfamilie, die eine Gottesfamilie war und bleiben wollte, war in ihrer von Gott gegebenen und daher unverbruechlichen Ordnung der Grundtypus oder das vollkommene Vorbild fuer jede menschliche Gemeinschaft, vor allem auch fuer die grosse Gottesfamilie, die die Gemeinschaft der Menschen mit Gott als ihrem himmlischen Vater aufrecht erhalten sollte. Auch diese Gottesfamilie sollte und musste ein Haupt haben und zwar um der Menschen willen in e i n e m  v o n  G o t t  g e g e b e n e n   M e n s c h e n.

Auf diese Ordnung weist, weil in Gottes Haushalt alles vorbildlich ist, schon die Bewaesserung im Paradiese, der dem Menschen von Gott angewiesenen Wohnstaette, aufs deutlichste hin. E i n Hauptstrom, der sich in vier Stroeme teilte, floss durch den Garten Eden hindurch. Darin liegt ohne Zweifel ein Hinweis auf die goettliche Hausordnung unter dem alten Bundesvolke, besonders aber dem Volke Gottes im neuen Bunde, zumal doch Christus gekommen ist, um den Paradieseszustand wiederherzustellen. Der Hauptstrom musste naturgemaess sein Wasser aus einer Quelle nehmen, wenn er die vier Stroeme speisen wollte. Die Oeffnung, aus der das Wasser aus der Erde hervorbricht, war sichtbar; sein verborgener Ursprung indes blieb unsichtbar. Natuerlich waren auch der Hauptstrom und die aus ihm hervorgehenden Stroeme zu sehen. Was die eigentliche Bedeutung des in den Stroemen liegenden Vorbildes ist, wird sich unten weiter zeigen.

Als der Herr spaeter fuer das gefallene und in die Suende verstrickte Menschengeschlecht eine Errettung vornehmen wollte, war es wiederum nur e i n e r, naemlich N o a h, den er zu diesem Errettungswerk berief und mit allem, was dazu noetig war, ausruestete, den er somit zum H a u p t und F u e h r e r der Erretteten bestimmte.

Dasselbe Bild goettlicher Haushaltung und Hausordnung tritt uns in A b r a h a m entgegen. Es gab damals gewisslich noch mehrere Menschen, die Gott ebenfalls verehrten und anbeteten; aber nur dieser e i n e, Abraham also, war es, mit dem der Herr persoenlich verkehrte und den er zum H a u p t und Segenstraeger fuer die erwaehlte Gottesfamilie in erster Linie, aber dann auch fuer alle Voelker stellte.

Besonders deutlich entfaltete sich diese goettliche Haushaltung im alten Bunde unter I s r a e l. Auch hier berief der Herr nur e i n e n, dem er Macht und Auftrag gab, das geknechtete Volk aus der Hand der Aegypter und Pharao zu erloesen, um es dem Herrn zu erziehen und dann spaeter durch Josua in das gelobte Land zu fuehren. Gott selbst stellte M o s e als einen Gott da, als er zu Aron sagte: "Er soll dein Gott sein" (2. Mose 4, 16). Damit setzte er ihn zum H e r r n   u n d  H a u p t  s e i n e s  V o l k e s, so dass die im Paradiese dem ersten Elternpaar gegebene goettliche Hausordnung jetzt fuer die grosse Familie des Gottesv o l k e s in die Erscheinung trat. Mose wurde dadurch das s i c h t b a r e  H a u p t  d e s   V o l k e s  G o t t e s und sein e i n z i g e r  F u e h r e r, gleichsam s e i n  g e i s t l i c h e r  V a t e r. In dem ihm zur Seite gestellten und zur Hilfe gegebenen Aaron sollte dagegen nach Gottes Absicht mehr die m u e t t e r l i c h e Pflege und Fuersorge dargestellt und ausgeuebt werden.

Diese goettliche Haushaltung erweiterte sich auf Gottes Anordnung in der Weise, dass Mose, dem Familien- und Volkshaupt, die S t a m m e s f u e r s t e n und A e l t e s t e n, sowie die fuer den Kriegsdienst bestimmten H a u p t l e u t e gleichsam als "S o e h n e" zur Seite gestellt wurden, die nach der goettlichen Hausordnung den a e u s s e r e n  D i e n s t in Bezug auf Regierung, Verwaltung, Aufrechterhaltung der Ordnung, Schutz und Aehnliches zu versehen hatten. Dem Aaron dagegen, der die H a u s m u t t e r in der Gottesfamilie darstellen sollte, gab Gott gleichsam als "T o e c h t e r" die P r i e s t e r und L e v i t e n zur Seite, die fuer den rein i n n e r e n, also den priesterlichen Dienst im Tempel Sorge zu tragen hatten.

Mit aeusserster Strenge achtete Gott darauf, dass diese seine Ordnung aufrechterhalten blieb, und jede Aenderung, sogar jeder Versuch, eine andere Ordnung einzufuehren, wurde vom Herrn mit schwerster Strafe bedroht. Denn wie kann er, der Allweise, es zulassen, dass eine von ihm in seiner unergruendlichen Weisheit gegebene Ordnung von den Menschen in ihrer Torheit sich einer Korrektur unterziehen lassen soll? Es braucht hier nur an die Geschichte vom goldenen Kalbe und an die verschiedenen Versuche, fremde Goetzendienste in Israel einzufuehren, erninnert zu werden. Gott eiferte geradezu dafuer, dass diese Ordnung im alten Bunde unverbruechlich gehalten wurde. Nur liess er insofern eine zwar nur scheinbare Aenderung zu, als spaeter als Nachfolger und an Stelle des Mose und Josua von Zeit zu Zeit auf einen Richter und von Saul an auf den Koenig die goettliche Vaterschaft ueberging und dass dem Hohenpriester als neue "toechterliche" Hilfe neben den Priestern und Leviten die P r o p h e t e n zur Seite gegeben wurden, die allerdings schon einst unter Aaron in der Prophetin M i r j a m vorgebildet waren.

Als die Zeit erfuellet war, sandte Gott s e i n e n  S o h n. Ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Reiches Gottes nahm mit ihm seinen Anfang. Der Sohn war erschienen, um eine neue goettliche Hausordnung aufzurichten, die im Grunde genommen indes nichts anderes war als das W e s e n und die V e r k o e r p e r u n g dessen, was in dem alten Bunde der S c h a t t e n war. "Das ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; d e n   s o l l t  i h r  h o e r e n", sagte der Vater, als er den Sohn der Welt darstellte. Der Gottessohn erwaehlte am Anfang seiner Wirksamkeit zunaechst aus seinen Zeitgenossen zwoelf Apostel, deren sichtbares Haupt er war, solange er mit ihnen auf Erden wandelte. Vor seinem Weggang legte er nach Joh. 21, 15-17 den Grund zu der ewig wahren goettlichen Hausordnung fuer die neutestamentliche Gottesfamilie, indem er dem Petrus, nachdem er ihm schon vorher (Matth. 16, 18-19) die Loese- und Bindegewalt uebertragen hatte, am See Tiberias im Beisein der andern Apostel seine Schafe und Laemmer anvertraute und sie zu weiden befahl. Damit hatte Jesus - wie einst der Vater im Paradiese - der Gottesfamilie ein sichtbares Haupt gegeben. Gleichwie nun aus Adam das Weib genommen wurde und Aaron dem Mose gegenueber das "hausmuetterliche" Element darstellte, so sind fuer die Gottesfamilie des neuen Bundes aus dem Apostelamte die B i s c h o e f e hervorgegangen, in denen das Weibliche, das Muetterliche verkoerpert ist. Diese so dargestellte goettliche Haushaltung wurde alsdann ausgebaut, wie aus Eph. 4, 11-13 und 1. Kor. 12, 28-29 zu sehen ist.

Es wurde das jetzt Wesen und Wirklichkeit, was im Garten E d e n durch die Stroeme, die Garten bewaessern sollten, im Schatten vorgebildet war. Petrus als Quelle und verbunden mit den uebrigen Aposteln, als das A p o s t e l h a u p t mit dem gesamten A p o s t e l k o e r p e r bildete den H a u p t s t r o m, der sich in die vier Stroeme teilt, um den Gottesgarten der Kirche Christi zu bewaessern.

Sodann sehen wir die im alten Bundesvolk vorgebildete Ordnung jetzt dadurch verkoerpert, dass Petrus, das sichtbare Haupt der Gottesfamilie, und mit ihm verbunden die uebrigen A p o s t e l  a l s  S t a m m e s f u e r s t e n, ferner die H e l f e r, A e l t e s t e n, E v a n g e l i s t e n  u n d   D i a k o n e n als "Soehne" den aeusseren Dienst verrichteten, wogegen die Bischoefe als "H a u s m u e t t e r" mit den P r o p h e t e n, H i r t e n   u n d  P r i e s t e r n fuer die i n n e r e n Angelegenheiten Sorge trugen. Das Haupt ueberwacht das Ganze und ist dem Herrn des Hauses verantwortlich, der ihm den Auftrag gegeben hatte: "Weide meine Schafe! Weide meine Laemmer!" In P e t r u s war das S t a m m a p o s t e l a m t fuer die Judenchristen und in P a u l u s fuer die Heidenchristen aufgerichtet. Die besondere Erscheinung des Herrn bei der Bekehrung dieses Apostels sprach dafuer ganz deutlich.

Durch die Einwirkung des Fuersten der Finsternis war zuerst im Paradiese, sodann auch spaeter bei dem Volke Israel die goettliche Haushaltung und damit auch die goettliche Hausordnung voellig zerstoert worden. Dasselbe geschah auch wieder in der Urkirche. Und jedesmal waren dabei der Gottesfamilie die mit der goettlichen Haushaltung verbundenen Segens- und Gnadengueter verloren gegangen. Dies ist in besonderem Masse bei der Urkirche der Fall gewesen, so dass aus der Kirche Jesu Christi im Laufe der Jahrhunderte das geworden ist, was wir heute mit unseren eigenen Augen sehen.

Es gab jedoch zu allen Zeiten Personen, die sich nach den Segensguetern und Gnadengaben, die mit der geschilderten goettlichen Hausordnung unzertrennlich verknuepft sind, aus der Tiefe ihrer Herzen sehnten und sie vom Herrn heiss erflehten. Zu dieser betenden Schar gehoerten insonderheit auch die ernst christlichen Kreise, die sich in den Jahren von 1825-1830 in Schottland zusammenfanden, um von dem Herrn das zu erbitten, was der Kirche im Laufe der Zeiten verloren gegangen war. Die erste Folge dieses Flehens war, dass im Jahre 1830 in England in der Kirche des Geistlichen Irving die ersten Weissagungen durchbrachen. Noch dachte man nicht daran, dass auch wieder Apostel vom Herrn gegeben werden koennten, und man freute sich ueberaus sehr, dass man in den Weissagungen etwas von dem Reichtum der Urkirche wiedererlangt hatte. Niemand dachte zunaechst daran, dass auch die in Luk. 11, 49 gegebene Verheissung erfuellt werden muesse. Und dies sollte bald genug geschehen.

Zunaechst setzte der Herr mittels Rufung durch die mit der Gabe der Weissagung begabten Personen das P r o p h e t e n a m t ein, und einige Zeit darauf berief er durch den Propheten die A p o s t e l, so dass sich Luk. 11, 49, wonach der Herr seiner Kirche Propheten und Apostel geben wollte, buchstaeblich erfuellte. Damit war die Grundlage fuer die goettliche Haushaltung wieder aufs neue gebeben, wenn diese auch noch nicht klar erkannt wurde, da in dieser neugeschaffenen Ordnung die Propheten eine Stellung einzunehmen suchten, in die sie nicht gehoerten. Die Folge davon waren allerlei Stoerungen in der von Gott begonnenen Entwicklung seines Werkes. Die Geschichte lehrt uns ja, dass in den Zeiten, wenn Gott auf das Bitten seiner Kinder und Knechte besondere Segensstroeme ausgoss, der Fuerst der Finsternis stets schnell am Werke war, eine verderbenbringende Saat auszustreuen, indem er das von Gott Gegebene nachaeffte. Erinnert sei hier nur an die Wiedertaeufer in Muenster zur Zeit der gesegneten Reformation Luthers, wo auch infolge sogenannter prophetischer Weissagung der Fuehrer Johann von Leiden sich den Titel "Von Gottes Gnaden Koenig des neuen Israels" beilegte und schliesslich sogar eine seiner siebzehn Frauen hinrichten liess und alsdann ein Schreckensregiment fuehrte, dessen Beseitigung es zur Folge hatte, dass der Segen der Reformation in dieser Stadt Muenster fuer immer vernichtet wurde.

Es ist eine besondere Fuegung und Fuehrung des Herrn gewesen, dass die neugeschaffene goettliche Haushaltung und damit auch das neue Gotteswerk nicht durch die List und Macht des Boesen zerstoert werden konnte. Als naemlich nach dem Tode einiger der damaligen Apostel an deren Stelle andere Maenner zu Aposteln gerufen wurden, gelang es der List Satans, dass diese nicht von den uebrigen Aposteln anerkannt wurden, die somit auf dem vom Herrn gegebenen Heilswege n i c h t  w e i t e r  g i n g e n. Trotzdem berief der Herr durch den Propheten Geyer ausser dem Aeltesten Rosochasky und dem Priester Preuss auch den damaligen Bischof S c h w a r z zu Hamburg zum Apostel. Den letzteren hat in der Folgezeit der Herr mit reichen Segen und grossem Erfolg gekroent. Darin lag der klarste Beweis dafuer, dass Jesus als Vollender seiner Kirche seine segnende Taetigkeit in der Christenheit der letzten Zeit wieder begonnen hatte und dass es jetzt in seinem Werke k e i n  S t e h e n b l e i b e n mehr gab.

Aber noch ein Hindernis war zu ueberwinden, das der Fuerst der Finsternis in seiner List und Tuecke zum Schaden des Werkes Gottes auszunutzen bestrebt und fleissig beflissen war. E s  l a g  i n  d e r  S t e l l u n g   d e r  P r o p h e t e n. Damals bestand die Meinung, dass die Apostel das R e c h t handhabten und die Propheten das L i c h t seien. Das haette schon auf Grund der heiligen Schrift als voellig unrichtig erkannt werden muessen; denn Jesus sagte nicht zu den P r o p h e t e n,  s o n d e r n  z u   s e i n e n  A p o s t e l n: "Ihr seid das L i c h t  d e r  W e l t." Mithin kann doch in keiner Weise den Propheten dieser Stellung zukommen. Sodann kann sich kein Prophet das Recht anmassen, ein B a u m e i s t e r im Reiche Gottes zu sein. Als solche bezeichnet Paulus in 1. Kor. 3, 10 nur die Apostel, wie er sie auch H a u s h a l t e r ueber Gottes Geheimnisse nennt.

Gottes Werk indes nahm vorlaeufig seinen ungehinderten Fortgang. Im Jahre 1872 wurde auf Pfingsten in Amsterdam in einem Gottesdienste, dem nach Apost. 13, 2 ein Fasttag vorangegangen war, der Herr gebeten, Maenner zum Apostelamt zu geben. Es wurden dann auch durch die Propheten sechs gerufen, worauf der Apostel Schwarz sagte: "Herr, es ist genug." In der Folgezeit erwies es sich, dass aus den Gerufenen mit Ausnahme des Bischofs Menkhoff nichts wurde, so dass man daraus zu der Erkenntnis kommen musste, dass der bisherige Weg der Rufung durch die Propheten nicht mehr der vom Herrn gewollte war. Dem Apostel Schwarz waren durch das Licht des Geistes Gottes die Augen der Erkenntnis dafuer geoeffnet worden, dass nunmehr die Zeit gekommen sei, wo der Herr seine Haushaltung in aller Reinheit und Vollkommenheit aufrichten wollte, und dass somit der Apostel Schwarz als Stammapostel in der Gottesfamilie stehen sollte. Darum konnte er auch sagen: "Es ist genug." Denn als weiser Baumeister konnte er ja wissen und bestimmen wieviel Bauleute er zum Aufbau des Hauses Gottes noetig habe.

Mit dieser Erkenntnis war wieder ein Schritt vorwaerts getan; aber es war noch lange nicht alles in die rechte Ordnung gebracht. Wo war fuer die Propheten, die Bischoefe, die Aeltesten, die Evangelisten, die Priester usw. der rechte Platz? Ausserdem gab es noch manches andere zu ordnen. So hatte man bisher noch die T a u f e n  i n &nbasp; d e r  L a n d e s k i r c h e, sowie die T a u f p a t e n usw. beibehalten. Ferner waren G e b e t e  u n d  S u e n d e n b e k e n n t n i s s e gedruckt vorgeschrieben und wurden jeden Sonntag vom Buche abgelesen, ebenso auch die Liturgie. In all diesem lag doch der untruegliche Beweis dafuer dass der Gottesbau noch nicht der in der Bibel vorgezeichneten Ordnung entsprach. Unter diesen Verhaeltnissen konnte der Segen, der mit der goettlichen Haushaltung verbunden ist, dem Volke Gottes nicht in der gewuenschten und erhofften Weise zufliessen, besonders auch aus dem Grunde nicht, weil die einzelnen Aemter am verkehrten Platze standen.

Dem Schreiber dieser Zeilen waren alle diese Dinge nicht nur zum Gegenstand des taeglichen Gebetes geworden, sondern er mussre auch unaufhoerlich darueber nachdenken, damit Gott ihm Licht schenke und Abhilfe der Missstaende schaffe. Aber vorlaeufig blieb ihm alles verschlossen, bis an einem Tage der Herr einen Lichtstrahl in dem Gedanken: "H a u s h a l t u n g  G o t t e s !" gab. Und damit war der Schluessel gefunden und der Weg zum Aubau der goettlichen Hausordnung gezeigt. Es konnte nunmehr mit diesem Ausbau begonnen werden, so dass jeder Amtstraeger an seinen bestimmten Platz gestellt und alles uebrige nach dem Vorbild in der Urkirche, also der Bibel entsprechend eingerichtet werden konnte. Die Gedanken verdichteten sich nunmehr unter dem gegebenen Lichte des Geistes Gottes zu folgender klaren Erkenntnis ueber die H a u s h a l t u n g   G o t t e s :

Nur e i n e Person kann und darf es sein, die dem Hausherrn gegenueber die volle Verantwortung traegt und dem alle anderen Amtstraeger in ihrer gesetzten Ordnung verantwortlich sind und Gehorsam erweisen muessen, wenn Gottes Segen offenbar werden soll. Und diese Person ist einzig und allein der S t a m m a p o s t e l. Er ist die Stelle, aus der das Wasser des Lebens hervorgeht und sich in das Strombett der Apostel ergiesst, von wo aus es sich dann in die weiteren Nebenstroeme verteilt. Er uebersieht mit den A p o s t e l n als den V a e t e r n und mit den H e l f e r n, A e l t e s t e n, E v a n g e l i s t e n und D i a k o n e n alle kirchlichen Angelegenheiten, waehrend die B i s c h o e f e als die "H a u s m u e t t e r" mit den P r o p h e t e n, H i r t e n und P r i e s t e r n fuer das Innere Sorge tragen muessen. Die Propheten erhalten also ihre einzig richtige Stellung u n t e r den Bischoefen, n i c h t  u e b e r ihnen. Bekam doch auch Johannes in der Offenbarung vom Herrn nicht den Auftrag, an die Propheten zu schreiben, sondern an die Engel der Gemeinden d. i. an die Bischoefe. Sodann werden ja auch die Propheten "Waescher" genannt; sie gehoeren mithin nach Gottes Rat und Willen, wenn man so sagen will, in die "Kueche" zur Hilfe der "Hausmutter" d. i. der Bischoefe. In dieser Stellung soll der Prophet als eine grosse Gabe Gottes der Gemeinde sowohl als auch der "Mutter" und nicht weniger dem "Familienhaupte", also dem Bischof und dem Apostel Dienste leisten, die oft unschaetzbar gross sein koennen. Sie muessen und koennen aber n u r  e i n e  H i l f e sein, und ihre Stellung darf nie eine derartige werden, dass sie die Hausmutter oder gar den Hausvater tyrannisieren wollen. Hat so in dem goettlichen Haushalt jeder, vom Haupte an bis zu dem letzten Diener, seine rechte Stellung inne und leistet demgemaess in aller Treue seine Dienste, so muss sich der Segen des Herrn auf das ganze Haus ergiessen.

Nachdem dieser Plan in der Seele des Schreibers dieser Zeilen feste Gestalt gewonnen und er der goettlichen Wahrhaftigkeit gewiss geworden war, schrieb er die von Gott gewirkten Gedanken nieder. Ihre Verwirklichung indes und ihre praktische Durchfuehrung konnte erst unter dem Stammapostel Krebs erfolgen und zwar immer in dem Masse, wie es die Verhaeltnisse gestatteten. Eine sofortige Ausfuehrung durch den Apostel Schwarz, der diese Erkenntnisse als ein vom Geiste Gottes gewirktes helles Licht vollinhaltlich anerkannte und annahm, war unter den damals herrschenden Verhaeltnissen noch unraetlich und schwierig. Heute nun ist diese goettliche Haushaltung und Hausordnung voellig ausgebaut, so dass der damit verbundene goettliche Segen ungehindert der ganzen Gottesfamilie zuteil werden kann. Jedem Amtstraeger ist sein geeigneter Platz in der Haushaltung Gottes angewiesen, an dem er den ihm verliehenen Gaben entsprechend segensreich wirken kann.

Druck von Johann Fandré, Berlin S. 14   151023.

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