Geehrte Leser,

Es ist genuegsam bekannt, dass die Neuapostolische Kirche sich nicht in das Privatleben ihrer Mitglieder einmischt. Die Kinder und die Jugend werden im Unterricht nur auf geistigem Gebiet 'gepflegt'.

Unser Stammapostel Fehr hat sich sogar zu diesem Thema zu einer oeffentlichen Stellungnahme durchgerungen. Diese stand in der 'Unsere Familie', 56. Jahrgang, Nr. 2, vom 20. Januar 1996. Fuer diejenige Leser, die diese Stellungnahme nicht eingerahmt und im Wohnzimmer an die Wand gehaengt haben, lasse ich hier noch den Text folgen: "Und wie wir unser Privatleben gestalten, liegt in der Verantwortung jedes einzelnen. Wir waehlen frei unseren Beruf und unseren Ehepartner, haben unsere Hobbys und gehen unseren Interessen nach. Sicher wurden und werden uns aus gemachten Erfahrungen hierzu manche Empfehlungen und Ratschlaege gegeben; wie wir damit umgehen, entscheidet aber jeder fuer sich."

So. Damit ihr's wieder klar wisst, was von der Kirchenleitung gesagt wurde. Leset bitte, geehrte Leser, untenstehenden Artikel, was 1993 von der Neuapostolischen Kirche Hamburg veroeffentlicht wurde.

Hochachtungsvoll,

Peter N.

 

GEFAHREN FUER LEIB UND SEELE
   Hamburg, im Maerz 1993
(Seiten 1-19).

1. Allgemeines

1.1 Anmerkungen zum Ziel der seelsorgerlichen Pflege der Jugend

Schwerpunkt der seelsorgerlichen Pflege der uns anvertrauten unsterblichen Seelen ist die Vorbereitung auf den Tag der Wiederkunft Christi. Diesem Ziel dient auch jegliche Arbeit mit der Jugend.

Bei dieser Arbeit kommt es vor, dass uns Fragen gestellt werden, die auf den ersten Blick unseren Glauben nicht beruehren, weil sie das irdische Leben betreffen. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich jedoch, dass alle Lebensbereiche unseren Glauben beruehren und dass umgekehrt unser Glaube letztlich in allen Lebensbereichen die Masstaebe setzt.

Wenn wir uns im Bewusstsein unserer hohen Verantwortung mit dem Waechterauftrag beschaeftigen, der sich aus der Beauftragung durch die Apostel ergibt, erkennen wir die Notwendigkeit, der Jugend Orientierungen zu geben und ihr damit zu helfen, ihres Glaubens zu leben.

Sprechen wir ueber Gefahren fuer Leib und Seele, so tun wir das, um unseren Herrn Jesus Christus - sein Leben und seine Lehre - im Mittelpunkt zu belassen. Die Hinweise sind somit mehr als eine Lebenshilfe. Sie sollen dazu dienen, dass der Glaube mit Freuden gelebt werden kann und entsprechende Werke erbringt (vgl. Jakobus 2, 17).

"Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!" sagt der Apostel Paulus (1. Korinther 16, 14). Das ist die Liebe, die aus dem heiligen Geist kommt und damit nicht menschlichen Ursprungs ist (vgl. Roemer 5, 5). Sie ist eingebettet in einen kindlichen Glauben. Wuerden diesem Glauben Grenzen gesetzt, faende auch bald die Liebe ein Ende. Da alle Dinge in der Liebe geschehen sollen, muessen bei uns Gotteskindern auch alle Dinge im Glauben geschehen.

Halten wir also fest: Alle Lebensbereiche beruehren unseren Glauben, und umgekehrt muss unser Glaube in allen Lebensbereichen die Masstaebe setzten.

Unser Vorbild ist der Herr Jesus: Er gab seiner Umwelt seine Masstaebe vor, selbst dann, wenn er sich vermeintlich in Gegensatz zur Tradition und Gepflogenheit des Gesetzes stellte.

Weiterhin gibt es die Meinung, Hinweise zu Gefahren fuer Leib und Seele betraefen Angelegenheiten des privaten Lebens und fielen damit in den Bereich der Eigenverantwortlichkeit.

Dazu ist folgendes anzumerken:

Gott hat den Menschen einen freien Willen gegeben. Die Reichsgottesgeschichte beweist, dass Gott die freie Willensaeusserung der menschen nicht angetastet hat. Dabei darf nicht uebersehen werden, dass sie jeweils die Verantwortung fuer ihr Tun selber tragen mussten.

Also tragen wir fuer alles, was wir denken, reden und tun, die Verantwortung. Je mehr jemand empfangen hat, um so groesser ist die Verantwortung, die er traegt. So gesehen, tragen wir Gotteskinder eine aeusserst hohe Verantwortung. Es ist von grosser Bedeutung, dass wir das erkennen.

Zur segensreichen Nutzung der Eigenverantwortung benoetigen wir Entscheidungshilfen. Dazu verlassen wir uns nicht allein auf unsere verstandesmaessige Erfahrung, sondern vor allem auf die Gottesfurcht im Hinblick auf die goettlichen Gebote, auf Glaube und Vertrauen in die goettliche Fuehrung, aber auch auf die Ehrfurcht vor dem Naechsten. Eigenverantwortung beinhaltet nicht, dass die goettlichen Masstaebe unverbindlich seien oder die goettlichen Gebote zur persoenlichen Deutung offen stuenden.

Nur so entgehen wir der orientierungslosen Entfaltung unseres Wesens; nur so wachsen wir im Glauben und koennen vollendet werden.

Als Beauftragte unserer Segenstraeger haben wir die Pflicht, den jungen Geschwistern im Sinne der Jesu- und Apostellehre Orientierungen zu schaffen und ihnen Entscheidungshilfen anzubieten. Darin liegt ein wichtiger Teil der Seelenpflege.

Es ist angebracht, in diesem Zusammenhang das Wort aus Hesekiel 3, 17-19 heranzuziehen:

"Du Menschenkind, ich habe dich zum Waechter gesetzt ueber das Haus Israel; du sollst aus meinem Munde das Wort hoeren und sie von meinetwegen warnen. Wenn ich dem Gottlosen sage: Du musst des Todes sterben, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, damit sich der Gottlose vor seinem gottlosen Wesen huete, auf dass er lebendig bleibe: so wird der Gottlose um seiner Suende willen sterben; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern. Wo du aber den Gottlosen warnst und er sich nicht bekehrt von seinem gottlosen Wesen und Wege, so wird er um deiner Suende willen sterben; aber du hast seine Seele errettet."

Halten wir fest:

Der Glaube setzt letztlich in allen Lebensbereichen die Masstaebe.
Damit bleibt Jesus Christus im Mittelpunkt.
Hinweise zu Gefahren fuer Leib und Seele sind mehr als eine Lebenshilfe; sie sind ein Angebot der Hilfe zur Erreichung des Glaubenszieles.
Als solches haben sie eine auf dem Glaubensgehorsam beruhende Verbindlichkeit.  

Diese Gedanken finden sich in schoener Weise im Lied Nr. 567, Strophe 3 aufbereitet:

"Er allein bestimme nun unser Denken, Reden, Tun
also, dass sich kein Gebiet seinem Einfluss mehr entzieht.
Sieh, wir moechten, Herr, du weisst,
wandeln nur nach deinem Geist.
Nichts soll seinem heil'gen Wehn
hemmend mehr im Wege stehn.
Nimm, o nimm du allein
bleibend unsre Herzen ein!"

1.2 Anmerkungen zur Vermittlung

Die Hinweise erfolgen in komprimierter Form. Das bedingt, dass sie in den Jugendstunden

- in einer den anwesenden Jugendlichen angemessenen Weise (Alter, Reifegrad, Verstaendnis, Betroffenheit der Jugendlichen),

- in sorgsam gewaehlten Worten,

- angemessen dosiert (Belastbarkeit, Konzentrationsvermoegen, Gespraechsbereitschaft der Jugendlichen)

und

- von der Liebe Christi durchdrungen und persoenlichen Einsatz und Vorbild getragen

verarbeitet werden.

Bedenken wir auch, dass unter den Jugendlichen solche sein koennen, die gefaehrdet oder vielleicht bereits Opfer jener Geister geworden sind, die gerade eroertert werden. Diese duerfen nicht verurteilt und in ihrem Vertrauen verletzt werden.

Die Unterweisungen sollen verstanden werden als liebevolle Belehrungen und verstaendnisvolle Ermahnungen. Wir wollen helfen und aufrichten, aber nicht schlagen.  

1.3 Anmerkungen zur Herkunft der Ausfuehrungen

Die Ausfuehrungen gehen auf vielfaeltigen Gedankenaustausch mit unserem Bezirksapostel und den Aposteln zurueck und beziehen auch Hinweise mit ein, die in den vergangenen Jahrzehnten von den Stammaposteln und den Aposteln zur Jugendpflege erteilt wurden.

1.4 Anmerkungen ueber die Auswahl der Inhalte

"Gefahren fuer Leib und Seele" bestehen in allen unseren Lebensbereichen.

Die folgenden Hinweise greifen einige von ihnen auf und beleuchten sie vom Standpunkt unseres Glaubens.

Sie sollen in einfacher Weise aufbereitet werden und erheben weder den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit noch auf Vollstaendigkeit.

Es ist durchaus denkbar, dass einzelne Jugendliche ihr Interesse bekunden, spezielle Inhalte zu vertiefen. Die Hinweise verstehen sich als Orientierungshilfe und sind nicht Grundlage einer der Beliebigkeit ausgesetzten Diskussion.

Den Jugendleitern wird der dringende Rat gegeben, dem Beduerfnis einzelner Brueder und Schwestern nach einem vertiefenden Gespraech durch eine individuelle Betreuung zu entsprechen.

1.5 Ueberblick ueber die Inhalte

GEFAHREN FUER LEIB UND SEELE

2.1 Alkohol

2.2 Drogen

2.3 Besuch von Diskotheken

2.4 Weltliche Begegnungsstaetten

2.5 Rauchen

2.6 Film

2.7 Fernsehen und Video

2.8 Theater

2.9 Literatur

2.10 Musik

2.11 Voreheliche Beziehungen

2.12 Aids

2.13 Verschiedene Konsumzwaenge

2.14 Spielleidenschaft

2.15 Sport und Sportveranstaltungen

2.16 Moderne Geistesstroemungen
       - New Age (Esoterik, Okkultismus, Satanismus, Postmoderne)
       - politischer Extremismus

2. Hinweise zu "Gefahren fuer Leib und Seele"

2.1 Alkohol

Eine grosse Gefahr fuer junge Menschen stellt seit eh und je der Alkoholmissbrauch dar.

Und dabei ist das alles so "harmlos": Man begruesst sich mit einem alkoholischen Getraenk, man "stoesst an", man braucht einen Magenbitter... Alkohol ist gesellschaftsfaehig geworden. Aber: Mit Alkohol muss man umgehen koennen. Er ist und bleibt eine Droge, ein Stoff mit Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Darum darf sie dem Koerper nicht uebermaessig oder staendig zugefuehrt werden. Sehr bald kann sich naemlich eine Abhaengigkeit einstellen: Ein massives Verlangen nach staendiger Zufuhr des Suchtstoffes.

Bald zeigen sich Entzugserscheinungen, und wieder folgt der Griff zur Flasche.

Ist es anfangs noch Neugier oder das Entlastungsbeduerfnis ("den Aerger und Frust runterspuelen"), kann es bald ein gewohntes Verhalten werden. In Zusammenhang mit Gruppenbildungen findet man haeufig, dass es selbstverstaendlich wird, sich "vollaufen" zu lassen. Der Trinkfeste wird ein Held.

Unuebersehbar stellen sich die Folgen ein. Organische Beschwerden gehen einher mit psychischen Problemen wie Gedaechtnisschwaeche, Konzentrationsmangel, unmotivierte Angstzustaende, Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit und Hilflosigkeit, Stimmungsschwankungen und Persoenlichkeitsveraenderung.

Und das ist eben das Teuflische: Der gesunde, freudige Mensch verliert seinen Seelenfrieden, wird haltlos und ungluecklich, und er ist nicht mehr in der Lage, zum Glueck anderer beizutragen. Wieviel Seelenkraefte sind dann noetig, um doch noch wieder das Leben zu meistern, das doch von Gott geschenkt ist.

In diesem Zusammenhang sei auch die Unsitte beleuchtet, seine Freizeit mit immer neuen Feiern zu verbringen. Fuer diese sogenannten "Party-Gaenger" ist der Alkohol eine grosse Bedrohung.

Wer Alkohol zu sich nimmt, gefaehrdet andere. Wer ein Fahrzeug fuehrt - oft weitere Glaubensgeschwister fahrend -, haelt sich streng an die gesetzlichen Bestimmungen.

Wir wollen dem unvernuenftigen, uebermaessigen und staendigen Alkoholkonsum entsagen. 

"Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst?" (1. Korinther 6, 19)

2.2 Drogen

Neben dem Alkohol sind Medikamente und Rauschmittel ("psychotrope Substanzen") Drogen.

Der Griff zur beruhigenden Tablette ist gefaehrlich. Ein Medikament soll dem Koerper im Falle einer Erkrankung helfen. Und das vermoegen nur der Arzt oder der Apotheker, eingedenk ihrer Verantwortung, zu entscheiden. Wenn wir so betreut werden, dann kann der treue Gott auch seine Hilfe daran knuepfen.

Verwenden wir vom Arzt verordnete Mittel, dann duerfen wir auch gern beten: Lieber Gott, segne die Hand und die Gedanken des Arztes und lass die Medikamente auch gesegnet sein.

Rauschdrogen stellen eine aeusserst ernste Bedrohung der menschlichen Gesellschaft dar. Staendig neue Formen werden von verantwortungslosen und kriminellen Menschen angeboten: Haschisch/Marihuana, LSD und andere Halluzinogene, Weckmittel, Psychotonika, Kokain, Opiate, Schnueffelstoffe, Khat usw.

Diese Mittel sind Gift. Wir meiden sie darum konsequent. Gift probiert man nicht. 

Haben wir Probleme, dann wenden wir uns an unsere Eltern, an unsere Seelsorger, erfahren die Geborgenheit der Gemeinschaft. Unsere Therapie heisst: Vorbeugen! Wir suchen unsere Kontakte in der Gemeinde und meiden den Zugang zu Gruppen, die dem guten Geist der Familie und Gemeinde zuwiderlaufen.

"Alle eure Sorge werfte auf ihn; denn er sorgt fuer euch." (1. Petrus 5, 7)

2.3 Besuch von Diskotheken

Diskotheken sind rein weltlich gepraegte Begegnungsstaetten. Sie sind darauf ausgerichtet, die leiblichen Sinne und Triebe zu reizen und anzusprechen (z.B. durch laute Musik, durch Tanzen, Alkohol, rauchen usw.) Sie koennen auch als Umschlagplatz fuer Drogen dienen.

Viele kriminelle Handlungen geschehen im Zusammenhang mit dem Diskotehekenbesuchen.

Dort gehoeren wir als Gotteskinder nicht hin. Gingen wir dorthin, zogen wir die Gnade Gottes im Engelschutz auf Mutwillen.

Werden wir vor die Entscheidung gestellt, so brauchen wir uns nur zu fragen: Wird der Herr dich von dort entruecken, wenn er erscheint?

Hinzuweisen ist auf 2. Petrus 1, 4: "...dass ihr...teilhaftig werdet der goettlichen Natur, so ihr fliehet die vergaengliche Lust der Welt."

Die Gefahren, die im Zusammenhang mit einem Diskothekbesuch gegeben sind, lassen sich so beschreiben:

a) Beispiele unmittelbarer Gefahren:
Schaedigungen durch verabreichte Getraenke; einrichtungsbedingte Unfaelle (Verletzungen wegen mangelnder Beleuchtung, unzulaenglicher Sicherheitsvorkehrungen bei Braenden u.a.); Belaestigung von jungen Menschen im sittlichen Bereich (einschliesslich Vergewaltigungen); Handel mit Drogen und anderen Rauschmitteln; erleichterter Diebstahl in schummrigen Raeumen...

b) Beispiele fuer mittelbare Folgen:
Verbrechen auf dem Heimweg von den Diskothekenbesuchen; mangelnder Schlaf; beginnende Schwerhoerigkeit wegen zu lauter "Musik"; Sehstoerungen durch diffuse und blinkende Beleuchtung; seelische Unruhe durch aufpeitschende Musik; Belastung der Atmungsorgane durch schlechte Lueftung...

c) Beispiele fuer Begleiterscheinungen:
Unkontrollierbarer Umgang; ungute Beeinflussung waehrend der Entwicklungsphase...

Gefahren speziell fuer Gotteskinder:

Bekanntschaften mit Menschen, die ausgesprochen weltlich gepraegt und gesinnt sind; unkontrollierte Verbindung zu solchen, die gezielt beeinflussen wollen; versaeumte Heiligung fuer den Gottesdienst.

Uns wird geraten, die genannten Staetten nicht aufzusuchen. Vielmehr suchen wir nach Moeglichkeiten, mit Gotteskindern Gemeinschaft zu pflegen, und wir nutzen sie. Dann entsteht erst gar nicht das Beduerfnis nach derartiger Zerstreuung. 

"Herr, ich habe lieb die Staette deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt" (Psalm 26, 8).

2.4 Weltliche Begegnungsstaetten

Hier ist an Jahrmaerkte, Schuetzenfeste, Dom und aehnliche oeffentliche Schaustellungen zu denken.

Wer diese Staetten aufsucht, sollte bedenken, welche Atmosphaere dort herrscht, und sich fragen, ob er sich nicht unfreiwilligerweise Gesetzen unterwirft, die dort herrschen. Das koennen sein:

- Konsumzwang

- uebertriebenes Amuesement

- Gewalt

- Massenhysterie

- Kriminalitaet

- u.U. sogar Prostitution

Wer diese Staetten meidet, begibt sich auch nicht in Gefahr. 

"... Wisset ihr nicht, dass ich sein muss in dem, das meines Vaters ist?" (Lukas 2, 49).

2.5 Rauchen

Unbestritten ist, dass durch das Rauchen Gesundheitsschaeden entstehen. Und ebenso unbestritten ist, dass auch dieses Problem innerhalb der Reichweite unseres Glaubens liegt.

Apostel Mario Fiore hat im "Kalender Unsere Familie", Jahrgang 1980, S. 43-45 dazu geschrieben:

"Die reichweite unseres Glaubens

Den Ausfuehrungen des Apostels Fiore, die er uns, den Lesern des Kalenders "Unsere Familie", gewidmet hat, lasse ich hier einige Zeilen vorausgehen. Wir wissen aus der Geschichte der Menschheit, dass in vielen Voelkern die Aufgaben der Priester mit denen der Aerzte von denselben Personen wahrgenommen wurden. Der "Leibsorger", wenn man dieses Wort gebrauchen will, war personengleich mit dem Seelsorger. Dies ist heutzutage wohl nur noch dort der Fall, wo der Medizinmann bei Eingeborenenstaemmen gleichzeitig der geistliche Fuehrer ist. Im Kreis unserer dienenden Brueder sind auch Maenner, die Heilberufe ausueben. Doch unter den Aposteln gibt es nur selten Aerzte. Aus der ersten apostolischen Zeit wissen wir, dass Lukas Arzt war.

Der liebe Gott hat uns ein hohes Gut anvertraut, fuer dessen Erhaltung wir Verantwortung tragen. Dieses Gut ist unser irdischer Leib, der Gefaess und Organ des inwendigen Menschen, unseres Geistes und unserer Seele ist. Er fuehrt unseren Willen aus und dient uns zur Verwirklichung unserer Absichten. Er kann dies nur tun, wenn er ausreichend gesund ist, und wir sind dankbar fuer jeden Rat, der uns zur Pflege und Erhaltung des zwar vergaenglichen, aber doch fuer uns unschaetzbar wertvollen Leibes dient. So hat uns Apostel Mario Fiore aus Buenos Aires, der Arzt ist, mit seinem nachstehenden Beitrag nicht nur einleitend Hinweise auf die goettlichen Absichten zu unserer Vollendung gegeben, sondern besonders auf die Pflege unserer Gesundheit hingewiesen und vor Schaeden gewarnt.

Friedrich Bischoff

Wenn die Worte aus Offenbarung 3, 18: "Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchlaeutert ist, dass du reich werdest, und weisse Kleider, dass du dich antust und nicht offenbart werde die Schande deiner Bloesse; und salbe deine Augen mit Augensalbe, dass du sehen moegest", an uns Erfuellung finden, dann bedeuten sie einen Reichtum, den uns der ewige Gott geschenkt hat, den wir, wie der Stammapostel betonte, trotz aller eigener Anstrengung niemals selbst haetten erlangen koennen.

Wir sind befaehigt, mit der Verheissung der ewigen Herrlichkeit, die uns der Herr in seiner Gnade geben will, in die kuenftige Zeit hineinzublicken. Er hilft uns auf unserem Heimweg, denn mit der im Werke Gottes erlangten Erkenntnis trachten wir, unser Leben im Sinne des Herrn zu ordnen. Wir lassen ab von vielen Dingen, von denen wir wissen, dass sie uns keinesfalls helfen, unser Ziel zu erreichen.

Auch bei der Pflege der Gesundheit wollen wir alles unterlassen, was uns Schaden zufuegen koennte. Viele Krankheiten sind Folgen von unguten Lebensgewohnheiten: z.B. Rauchen, uebermaessiges Essen und Trinken, zu wenig Schlaf.

Unsere Lebensfuehrung im neuapostolischen Sinne zu ordnen, setzt voraus, dass wir jene Dinge meiden, die uns nicht dienlich sind. Das gilt auch fuer unser leibliches Wohl: Von den Dingen, die diese Erde fuer uns hervorbringt, sollen wir nur in dem Masse geniessen, wie sie uns zutraeglich sind. Dazu sollte sich jedes Gotteskind der noetigen Willenskraft bedienen, die aus dem Heiligen Geist gespeist wird, mit dem es ausgeruestet worden ist, und von den Kraeften nehmen, die uns der Herr staendig anbietet. So wird es aus innerem Antrieb eine Lebenshaltung annehmen, die gleich einer guten Aussaat Segensfolgen mit sich bringt, schon fuer unseren Durchgang hier auf Erden.

Damit koennen uns manche unangenehmen Verhaeltnisse erspart bleiben. Wenn aber in unserem Gesundheitszustand nicht erwuenschte Umstaende ueber uns kommen, die wir nicht verschuldet haben, dann nehmen wir sie als von Gott zugelassen hin, als unumgaenglich fuer unsere Ausreife und Bewaehrung. Dazu lernen wir sagen: "Dein Wille geschehe!" Wenn wir einmal in der Ewigkeit sind, werden wir uns in dem durch das Kreuztragen erreichten Zustand hoechster Seligkeit nie beim Herrn beklagen: Warum musste ich dieses durchmachen? Wir werden dem Herrn immer und immer wieder danken. Und wie es uns der unvergessliche Stammapostel Streckeisen lehrte, werden wir sagen: Ach, haetten wir doch noch mehr getragen!

Nun moechte ich kurz zusammenfassen, wie man der Gesundheit durch Rauchen und uebermaessiges Essen Schaden zufuegen kann.

Die Zigarette greift den menschlichen Koerper an und schaedigt Lunge und Adern.

1. Die Schaedigung der Bronchien und der Lunge besteht in der Reizung, die im Laufe der Zeit in den Zellen durch Ablagerungen von Nikotin und anderen Substanzen des Tabaks verursacht wird.
So entsteht eine Entzuendung der Bronchien; der chronische Bronchialkatarrh, die Luftroehrenentzuendung. In gewissen Faellen kann diese Reizung im Lauf der Jahre eine Zellenrasse hervorbringen, die dem Organismus fremd ist und bei ihrer Entwicklung verschiedene boesartige Geschwuere (auch Krebs) verursacht.
Die aerztlichen Statistiken beweisen, dass die Haeufigkeit des Lungenkrebsleidens bei Rauchern groesser ist als bei Nichtrauchern. Wer von dieser Erkrankung erfasst wird, hat vielleicht eine Veranlagung, aufgrund der sich die Krankheit von selbst aus weiterentwickelt. In anderen Faellen aber wird eine solche Veranlagung erst gefoerdert, wenn sie durch von aussen hinzukommende Faktoren, wie zum Beispiel den Tabak, nachteilig geweckt wird.
So gibt es auch Luftroehren- und Lungenkrebs bei Nichtrauchern, aber durch andere Einwirkungen; wie es auch Raucher gibt, die nie von dieser Krankheit befallen werden, weil dazu keine Veranlagung vorhanden ist. Doch ist dabei zu beachten: der Veranlagte kann durch das Rauchen das Krebsleiden bekommen, das bei einer Enthaltung vom Rauchen haette verhuetet werden koennen.

2. Die Schaedigung der Adern dagegen kennt keine Ausnahme. Das Nikotin verursacht Verkrampfungen (Verstopfungen), durch die der freibleibende Raum, die Weite der Adern verringert wird. Es ergibt sich die gleiche Wirkung, wie wenn man mit der Hand einen Gummischlauch zudrueckt. Die Verengung haelt zwei bis drei Stunden an. Da ein Raucher aber meist innerhalb kuerzerer Zeitspanne den Tabakgenuss wiederholt, wird die Verengung zu einem Dauerzustand.
Auch bei der anderen Form der Schaedigung, der Entzuendung der inneren Schicht einer Aderwand, "Arteriitis" genannt, verengt sich die Ader. In beiden Faellen verringert sich der Zufluss des Blutes, weil sich der Adredurchmesser verkleinert hat. Eine ungenuegende Durchblutung der von den betroffenen Adern benetzten Gewebe (Zellen) ist die Folge. Ihre Ernaehrung ist gestoert. Die Krankheit macht sich durch Beschwernisse bei anhaltendem Gehen bemerkbar: Nach einer gewissen Distanz muss man wegen auftretender Schmerzen eine Weile stehenbleiben, weil die Adern nicht das fuer die Anstrengung benoetigte Blut kanalisieren koennen. Erfasst die Schaedigung die Herzadern (Kranzvenen), entsteht zuerst ein Schmerz, der bis zu einem Infarkt fuehren kann.
Auch eine uebermaessige Ernaehrung verursacht dem Organismus vielseitige Schaeden, doch wollen wir hier nur die Arterienverkalkung (Aderverstopfung) erwaehnen. Man sagt, dass der Mensch so alt ist, wie es seine Adern anzeigen. Sie verlieren im Laufe der Zeit ihre Elastizitaet und innere Weite, woraus sich eine Durchblutungsverringerung ergibt. Die Arterienverkalkung besteht in einem fortschreitenden Prozess, der sich waehrend vieler Jahre weiterentwickelt: Innerhalb der Adern bilden sich Ablagerungen von Fett, Breigeschwulst genannt, die die Adern verstopfen und versperren.
Man nimmt an, dass dieser Prozess schon im 30. Lebensjahr beginnen kann, sich aber erst nach 20, 30 oder 40 Jahren aeussert. Wenn sich solche Ablagerungen in den Kranzvenen bilden, fuehrt das zu Herzbeschwerden; wenn sich der Vorgang in den Adern des Gehirns abspielt, dann kommt es zur Gehirnschaedigung. Auch an dieser Entwicklung nimmt eine Reihe von Faktoren teil. Oft aber ist zu hoher Fettgehalt, aus uebermaessiger Ernaehrung resultierend, die Hauptursache."

Wir nehmen den Rat des Apostels und Arztes ernst:
Wir hueten uns vor der Sucht des Rauchens. Am besten ist es, das Rauchen ganz zu meiden. 

"Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geiste. Wer darin Christo dient, der ist Gott gefaellig und den Menschen wert. Darum lasset uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und was zur Besserung untereinander dient" (Roemer 14, 17-19).

2.6 Film

Wir leben in einer Gesellschaft, aus der die Medien, wie Film, Rundfunk, Fernsehen und Video nicht wegzudenken sind. Neben dem Informationsbeduerfnis tritt immer mehr das Beduerfnis nach "Abwechslung" hervor.

Nur selten wird der Kinobesuch die Wahrnehmung eines Bildungsangebots sein. Dann und wann ist er allerdings Teil einer schulischen Veranstaltung oder ist im Rahmen einer Ausbildung als Unterweisung vorgesehen. An solchen Veranstaltungen nehmen wir teil, da wir davon ausgehen, dass der Unterricht darauf Bezug nimmt.

Mit der Raeumlichkeit und allem Drum und Dran eines Kinos koennen Gefahren verbunden sein, wie sie im Zusammenhang mit Diskotheken bereits dargestellt wurden.

Viel entscheidender sind die geistigen Einfluesse, denen man als Zuschauer ausgesetzt ist. Fremde Werte und Normen werden transferiert. Die praegende und manipulierende Wirkung ist hinreichend bekannt. Jeder Film bringt eine Botschaft des Geistes, der ihn erstellt hat.

Wenn schon der Gesetzgeber erkennt, welches Unheil von manchem ausgeht, was gedreht wird, wieviel mehr sollten wir als Gotteskinder darauf achten, was auf uns als Eindruecke zukommt.

Wenn es um die Erhaltung unseres Leibes geht, meiden wir Gift. Wir sollten gleiche Masstaebe auch anlegen, wenn wir an das Wohl und Leben unserer Seelen denken. Wer ein feines Empfinden fuer das seelische Leben entwickelt, merkt auch sehr schell, was ihm im Geistigen zutraeglich ist oder schadet. 

2.7 Fernsehen und Video

Fernsehen und Video koennen der Information und der Bildung dienen, aber auch der Ablenkung; es kann aber auch zur Leidenschaft werden, je nach dem, wie man ueber das Angebot herrscht.

Schon ein fluechtiger Blick in das Programm der Fernsehsender oder auf die Angebote des Video-Marktes zeigt, dass der Anteil der Information und der Bildung weit zuruecksteht gegenueber dem Anteil der "Unterhaltung". Wie problematisch das Unterhaltungsangebot ist, beweist die aktuelle Diskussion ueber die Darstellung von Sexualitaet und Gewalt in diesen Medien. Fehlentwicklungen einzelner Menschen und der gesamten Gesellschaft haben in diesen Tatbestaenden ihre Ursache. Hier gilt das, was ueber die Filme gesagt wurde: Mit diesen Mitteln ueberbringt ein Geist eine Botschaft.

Wir wollen unser gesundes geistiges Empfinden in die Waagschale werfen und uns fragen: Bewahren wir uns die Freiheit zu entscheiden, was wir sehen wollen?

Wir zwingen uns zu einem verantwortungsvollen Umgang mit diesen Medien. 

Was bedeutet das praktisch?

Wir ueberpruefen das Angebot der Medien, z.B. anhand einer Programmzeitschrift, waehlen aus und zwingen uns, den Fernsehapparat abzuschalten, wenn unsere positive Erwartung nicht erfuellt wird. Wir entwickeln Selbstdisziplin, um der Gefahr des wahllosen Konsumierens zu entgehen.

Zudem: Koennen wir die Zeit nicht viel besser nuetzen? Setzen wir ganz bewusst an die Stelle zweifelhafter Unterhaltung den Wert des Gespraechs in der Familie, des Erlebens der Gemeinschaft mit Bruedern und Schwestern und der Arbeit im Werk des Herrn.

"Und dein Leben lang habe Gott vor Augen und im Herzen, und huete dich, dass du in keine Suende willigst und tust wider Gottes Gebote" (Tobias 4, 6).

2.8 Theater

Fuer das Theater gilt in besonderem Masse, was von den Medien gesagt wurde: Es ist Vehikel fuer die Wertvorstellungen, die Menschen anderen Menschen entgegenbringen wollen. Von manchen wird deutlich gesagt: Das Theater ist eine "moralische Erziehungsanstalt". Ziele der Beeinflussung koennen sein: Nachdenken ueber das, was einem umgibt, Identifizierung mit einem speziellen Menschenbild, ja auch der Kampf gegen andere Menschen.

Sofern der Theaterbesuch im Ausbildungsgang vorgesehen ist, gilt, was unter 2.6 ausgefuehrt wurde.

Darueber hinaus ist zu sagen:

Will man sich seine Eigenstaendigkeit bewahren, muss man in der Lage sein, die Geister zu pruefen.

Bevor wir diesem Angebot, das sich in der Regel auch als anspruchsvolles Bildungsangebot praesentiert, folgen, wollen wir uns fragen: Bringt mir dieses einen Nutzen? Gibt es meinem Geist eine Befruchtung oder ist damit zu rechnen, dass es im Widerspruch zur Wirksamkeit des Heiligen Geistes steht?

Der Theaterbesuch bedeutet fuer einige Menschen eine gesellschaftliche Uebung mit der Erwartung einer wertvolleren Lebensgestaltung. Diese Einschaeztung teilen wir nicht.

Ist der Theaterbesuch eine Pflichtveranstaltung im Zusammenhang mit der Ausbildung und ist daran ein eindeutiger Bildungsfortschritt gebunden, so kommen wir dieser Pflicht nach. 

Es versteht sich von selbst, dass wir deswegen keinen Gottesdienst versaeumen.

"So bestehet nun in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen" (Galater 5, 1).

2.9 Literatur

Traditionell erfolgt die Unterweisung und intellektuelle Schulung ueber Buecher und Zeitschriften.

Niemand verlangt, dass man im Haus nur die Bibel und ein Kochbuch habe. Im gegenteil, gute Buecher zu besitzen und auch zu lesen, ist empfehlenswert. Fuer manchen Menschen ist ein spezielles Buch ebenso wichtig geworden wie ein Freund. Doch auch hier gibt: Pruefe, was du liest!

Zur Literatur gehoeren aber auch pornographische Schriften und einschlaegige Magazine. Diese nehmen wir nicht in die Hand. Schon eine fluechtige Betrachtung laesst uns zurueckschrecken; die Wuerde des Menschen als Krone der Schoepfung wird empfindlich verletzt. 

Auch hierin wollen wir bemueht sein, uns die Reinheit der Gefuehle zu bewahren.

Gegenwaertig erfreut sich die Fantasy-Literatur grosser Beliebtheit. Sie uebermittelt Gedankengut der New-Age-Bewegung und der Esoterik (vgl. Kapitel 2.14). Vor ihr muss mit Nachdruck gewarnt werden.

Beachten wir: Das grossartigste Buch ist die Heilige Schrift. Wir wollen darin regelmaessig lesen.

"Selig ist, der da liest und die da hoeren die Worte der Weissagungen und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe" (Offenbarung 1, 3).

2.10 Musik

Ueberall, wohin wir gehen, begleitet uns Musik; man wird "berieselt". Bald schon bemerkt man das nicht mehr.

Musik kann erbauen, troesten, begeistern und heilen; sie kann aber auch veraengstigen, aufwiegeln und zerstoeren. Sie beeinflusst Empfindungen, Gefuehle, seelisches Leben und Koerperfunktionen positiv und negativ. Musikalische Dauerberieselung foerdert unkritischen Musikkonsum. Die oft lautstarke und auf wenige stereotype Muster reduzierte populaere Unterhaltungsmusik bewirkt in erschreckendem Masse Einfoermigkeit der Gefuehls- und Denkebenen ihrer Konsumenten.

Wir muessen uns der psychologischen Wirkung der Musik bewusst sein und uns vor den drohenden Gefahren der akustischen Umweltverschmutzung in acht nehmen.

Die Beeinflussung des Unterbewusstseins ist bei bestimmter Art von Musik verborgenes Ziel; und das macht sie so gefaehrlich.

Wer sich verantwortungsbewusst mit diesem Thema beschaeftigt, erfaehrt, dass sich Gewalt, perverse Sexualitaet und Satanismus durch Rockmusik ausbreiten. Der jugendliche Zuhoerer soll durch Konzertbesuche, satanische Poster und Literatur in den Satanismus einbezogen werden. Man hat herausgefunden, dass Stuecke von Rockgruppen gespickt seien mit Botschaften wie "Satan, wir lieben dich" und "Satan ist mein Koenig", wenn man sie rueckwaerts spielt.

Wir hueten uns dafuer, uns mit Musik zu stimulieren oder selbst zu manipulieren.

Der Umgang mit Musik will gelernt sein.

Der musikliebende Jugendliche mag durchaus auch in ein Konzert gehen, das eine Musik darbietet, die im Ursprung zum Lobe Gottes eingerichtet ist und deren Schoepfer von Herzen schrieb, um wieder zu Herzen zu gehen. 

Jedoch sollte er sich fragen, ob er die Zeit nicht besser im Werk Gottes nutzbringender verwenden kann. Dass er deswegen keinen Gottesdienst versaeumt, versteht sich von selbst.

Besonders bei diesem Thema bietet sich der Hinweis an, dass wir im Kreis der Jugend musizieren wollen. Damit geben wir Gott die Ehre und tragen zur Freude anderer bei.

"Redet untereinander in Psalmen und Lobgesaengen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen" (Epheser 5, 19).

2.11 Voreheliche Beziehungen

Das Gefuehl fuer goettliche Sittengesetze geht den Menschen immer mehr verloren.

Das Beispiel eines Josephs sagt vielen nichts mehr, geschweige denn richten sie sich danach.

Die Ehe ist die einzige von Gott gewuenschte Einrichtung fuer die Vereinigung zwischen Mann und Frau. Die Apostel missbilligen ausdruecklich nichteheliche Partnerschaften, ganz gleich, ob es sich um "Ehen auf Probe" oder um "freie Verbindungen ohne jegliches oeffentlich anerkanntes institutionelles Band" handelt.

Desgleichen lautet der Rat der Apostel, in der Freundschafts- und Verlobungszeit keusch und enthaltsam zu leben. 

Bezirksapostel Knobloch schrieb 1980:

"Keuschheit und Enthaltsamkeit in der Freundschafts- und Verlobungszeit

Um es ganz deutlich zu sagen, komme ich auf eine mir kuerzlich gestellte Frage zu sprechen. Diese lautete, ob es nur wegen der etwaigen Folgen tunlich sei, auf das zu verzichten, was alleine der Ehe vorbehalten bleiben soll. Ich habe dazu gesagt, dass auf keinen Fall zwei junge Menschen enthaltsam leben sollen, weil sie mit Folgen rechnen muessten. Die Gruende, warum Gott vor der Ehe Keuschheit und Enthaltsamkeit verlangt, liegen viel tiefer. Der oberflaechliche Mensch denkt an die Folgen. Vor Gott aber ist es Suende, das vor der Ehe zu tun, was nur in die Ehe gehoert. Eine Ehe aber, die auf fortwaehrendes suendiges Tun gegruendet ist, kann nicht so gesegnet sein, wie eine Ehe, die eine reine und saubere Freundschafts- und Verlobungszeit voraufgegangen ist.

Der Jugend wuenschen wir von ganzem Herzen, dass sie die Kraft hat, in allen Lebenslagen so zu wandeln und zu handeln, dass Gottes Wohlgefallen und sein Segen auf dem Freundschafts- oder Verlobungsbund ruhen kann. Nicht das, was ein neuapostolischer junger Mensch unterlassen soll, wuerde die Freundschaft oder den Verlobungsbund gluecklich gestalten. Im Gegenteil, das suendige Tun wuerde die Seele belasten und die jungen Geschwister ungluecklich sein lassen. Zuletzt verliert man die Achtung voreinander, und die festeste Freundschaft waere gefaehrdet.

Der Boese wird die Sache umdrehen und wird den jungen Leuten einfluestern: Seht einmal, eure Seelsorger goennen euch nicht mal das Schoenste im Leben. Der Herr bezeichnet den Teufel jedoch als den Luegner von Anfang. So kann diese seine Rede nur eine Luege sein, und sie ist es auch.

Gerade weil wir den jungen Geschwistern das groesste Glueck in der Ehe wuenschen, raten wir ihnen, keusch und enthaltsam zu leben.

Zum Schluss halten wir uns noch einmal das Beispiel von Joseph in Aegypten vor Augen, der die bekannten Worte ausrief: "Wie sollte ich denn nun ein solch grosses Uebel tun und wider Gott suendigen?" (1. Mose 39, 9). Das vorbildliche Verhalten des Joseph hat schon manchen jungen Menschen gestaerkt. Moege sein leuchtendes Beispiel auch heute noch Rueckwirkung haben auf das Verhalten unserer schoenen apostolischen Jugend! Der Herr segne und behuete euch nach Leib, Seele und Geist!"

Auch Apostel Fiore hat im "Kalender Unsere Familie", Jahrgang 1983, S. 55-57 dazu wertvolle gedanken geaeussert, aus denen die Gefahren fuer Leib und Seele deutlich werden. Die fuersorgende Liebe spricht aus dem, was er schreibt, damit steht er weit erhaben ueber einem etwaigen Vorwurf pharisaeerhafter Verurteilung.

"Verlangen - wonach?

Jeder Geist, der auf verschiedene Weise (Veroeffentlichungen, Ansichten von Laien oder sogar durch Psychologen und Psychiater) die Notwendigkeit und Zweckmaessigkeit vorzeitiger Erfahrungen einfuehren moechte, die einer harmonischen Entwicklung der Persoenlichkeit und der organischen Gesundheit dienen sollen, wirkt mit einer Taeuschung, denn er geht von einer verzerrten Grundlage aus.

Man kann nicht alle Menschen als eine Gesamtheit mit gleichen Interessen eingruppieren, als waere jeder nur ein lebendiger Organismus ohne die verschiedensten geistigen Veranlagungen. Der lebendige Leib, samt Seele und Geist, stellt ein Einzelwesen als Ergebnis dar, das sich in seiner Entwicklung von anderen unterscheidet. Nicht wegen der Unterschiede im Organismus allgemein, sondern vor allem wegen der Verschiedenartigkeit seiner Gesinnung und Gedanken.

Der Mensch unterscheidet sich unter anderem vom Tier dadurch, dass dieses nicht ueber hohe geistige Faehigkeiten verfuegt, sondern von seinem natuerlichen Instinkt geleitet wird. Im Tier handelt dieser Instinkt frei. Im Menschen ist er durch den anerzogenen kulturellen Teil (Religion, Erziehung, Lebensgewohnheiten) eingeschraenkt. Unsere Entwicklung innerhalb einer bestimmten Gesellschaft veranlasst zum Beispiel, dass wir uns zur Saettigung unseres Hungers um die noetige Speise bemuehen, doch dies mit Hoeflichkeitsformen und dem noetigen Respekt anderen gegenueber tun, denn wenn das nach einem freien Instinkt vor sich ginge, wuerden wir diese Nahrung ohne Ruecksicht auf unsere Umgebung zu uns nehmen. Verschiedene Gesellschaftsformen praegen unterschiedliche Ausdrucksarten, die den Naturinstinkt immer einschraenken. Daher kann, was fuer die eine Gesellschaft korrekt erscheint, von einer anderen als unkorrekt bewerter werden, obwohl beide das instinktive Handeln abaendern. Darauf zu bestehen, dass es fuer alle Menschen notwendig oder angebracht sei, fruehzeitige Erfahrungen zu haben, waere ein Verkennen der naturgemaess unterschiedlichen geistigen Einstellungen. Jene Menschen, die keinen Glauben an uebersinnliche Werte haben, sondern deren Sinne in der Zeitlichkeit gebunden sind, deren Gedanken am Irdischen haften bleiben, moechten die Notwendigkeit oder Zweckmaessigkeit frueher Lebenserfahrungen auf allen Gebieten durchsetzen. Wo aber die Grundlage eine andere ist, bei solchen Menschen, die sich nach einer anderen Wert-Skala richten, bei der die Erreichung hoeherer Objekte das Hauptziel ist, existiert diese Notwendigkeit nicht.

Zu dieser Gruppe zaehlen unter anderem die, die einen der verschiedenen Glaubenswege gehen.

Unter diesen heben sich die Besitzer des wunderbaren neuapostolischen Glaubens hervor, die in ihrem Bestreben nach hoeheren Werten Erfolg haben koennen, denn dieser Glaube ist genuegend maechtig, um alle anderen Geister, die ihr Werk vollbringen moechten, zu ueberwinden. Einen hohen Stand an dieser Entwicklung erreicht zu haben, wirkt Beruhigung und Freude nach Geist, Seele und Leib.

Die sich unter einem sittlichen und moralischen Bestreben dem enthalten koennen, was andere als ein unvermeidliches Handeln betrachten, benachteiligen sich organisch keinesfalls, sondern beguenstigen sich, denn die Beruhigung im Geistigen wirkt sich als ein fuer die Gesundheit foerderlicher Faktor aus. Sie erleiden keine "Unterdrueckung" (ein Zurueckhalten) sondern erfuellen ihr Ideal. Jene aber, die sich unter einer anderen Werteinschaetzung bewegen und bei denen der kulturelle Bestandteil in ihnen hoehere Ideale oder Ziele als weniger wertvoll ansieht, finden es bequemer und verlangen es als "notwendig", dem instinktiven Bestandteil freien Lauf zu lassen, und davon abgeleitet ist dann ihr vorzeitiges Handeln, naemlich schon Erfahrungen zu haben, die man erst im spaeteren, reiferen Leben erwerben sollte. Sie suchen auf diese Weise im Fruehling ihres Lebens das zu erleben, was in den Sommer gehoert und im Sommer, was eigentlich dem Winter vorbehalten sein sollte.

So geschieht es in vielen Faellen, und man sucht das zu rechtfertigen, wenn man vor der Ehe Erfahrungen macht, die reserviert bleiben sollten fuer die Zeit, wenn ein solcher Bund geschlossen worden ist. In solchen Faellen kommt es dann in der Ehe (dem Sommer) bald zu einer Ermuedung und Langeweile, was in einen fruehzeitigen "Winter" fuehrt, einen Stand, der typisch fuer die Reifezeit des Lebens waere, jetzt aber schon in jugendlichem Alter erlebt wird; dann beginnen die Begierden; die Lust, neue Anregungen zu suchen, und der Blick wird auf die verschiedenen Angebote gerichtet. Daraus ergibt sich ein quaelender Kreislauf des nicht Befriedigtseins.

Jene dagegen, die mit all ihren Vorstellungen des Ehelebens in diesen Bund treten, die sich in Reinheit einander anvertrauen und opfern, koennen auch gemeinsam die ersten Schritte tun und im wahren Einssein die Zeit des Lebens durchwandern, in der Harmonie wachsend, die Liebe in die rechte Bahn leitend und sich darin entwickeln, weil keine Gemuetserregungen oder unersaettliches Verlangen vorhanden sind.

Angebote, die sich nur als eine Versuchung rechtfertigen, um zur Suende zu gelangen und damit in ihre Folgen zu fallen, wollen wir nicht als Notwendigkeiten ansehen.

Nach der Brautwuerde fuer die Vereinigung mit unserem Seelenbraeutigam zu streben ist ein wertvolles Handeln auf einer noch viel weitertragenden Stufe; denn er kommt bald, und mit ihm der Lohn der Herrlichkeit.

Bei allem Scheitern in diesen Kaempfen oder in Unzulaenglichkeiten, deckt uns immer wieder neu die Reichweite des Opfers unseres Erloesers in der Vergebung unserer Suenden. Doch wollen wir niemals das Verlangen nach der Brautwuerde verlieren; wenn wir dieselbe von Herzen suchen, dann wird der Herr das dann noch Fehlende mit sich bringen, damit wir das herrliche Ziel erreichen.

         Der Rat gilt noch immer:
         Lerne in diesem Leben unterlassen,
         was du im Jenseits nicht fortsetzen kannst.

                            J.G. Bischoff
 "

Als Konsequenzen dieser Haltung unserer Apostel ergibt sich auch, dass wir als nichtverheiratete oder verlobte Paar

- nicht gemeinsam in einer Wohnung wohnen und

- nicht gemeinsam Urlaub machen (ausgenommen in Begleitung unserer Eltern).

Welche Seelennoete ergeben sich, wenn sich eine ungewollte Schwangerschaft ergibt! Das Leben des ungeborenen Kindes untersteht in keiner Weise der Verfuegungsgewalt der Eltern oder anderer Personen. Es ist vielmehr von der Empfaengnis an unter allen Umstaenden zu schuetzen.

Die Abtreibung eines Kindes ist als Verstoss gegen das Gebot "Du sollst nicht toeten" eine schwere Suende. 

Wenn junge Menschen sich kennenlernen, so wollen sie ihre Zuneigung einander auch zeigen. Wie schoen ist, wenn man einander offenbaren kann: Ich habe dich lieb.

Ausdrucksformen der Liebe gibt es viele. Wichtig ist, dass sie so gewaehlt werden, dass die Herzen rein bleiben. Das schliesst ein, dass die Entwicklung und die Reife des Partners bedacht werden.

Ein junger Bruder wird eine junge Schwester auch so behandeln, dass er nie ihre Wuerde verletzt.

Hier ist der Ort, darauf hinzuweisen, dass es sich verbietet, staendig neue Partner zu waehlen. Wir sind keine Schmetterlinge, die eine Bluete nach der anderen aufsuchen.

Nur der Vollstaendigkeit wegen sei gesagt: Kaeufliche Liebe (Prostitution) zu praktizieren, ist zutiefst verabscheuungswuerdig. Sexualitaet ohne Liebe degradiert den Partner zum Triebobjekt.

Gott hat sein heiliges Gesetz der Liebe in das Leben hineingelegt. Darum darf dieser Masstab fuer menschliches Zusammenleben nicht missachtet werden.

Auch im Wunsch von Mann und Frau, zueinander zu kommen und das Leben gemeinsam zu gestalten, alles zu teilen, selbst das Leid, kommt der Liebeswille unseres Gottes als Schoepfer und himmlischer Vater zum Ausdruck.

Der Dichter Matthias Claudius (er lebte in Wandsbek) schrieb einmal seinem Sohn Johannes:

"Tue keinem Maedchen Leides und denke, dass deine Mutter auch ein Maedchen gewesen ist."

2.12 Aids

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht an die Existenz von AIDS erinnert werden. Diese Immunschwaeche ist schon vielen Menschen zum Verhaengnis geworden, und die Zahl der durch AIDS infizierten waechst zunehmend.

Zunaechst soll diese Krankheit in knapper Form beschrieben werden.

AIDS    = "Acquired Immune Deficiency Syndrome" = "erworbene Immunschwaeche".

AIDS ist eine ueber Blut oder sexuelle Kontakte uebertragene Krankheit mit toedlichem Ausgang (Stand 1990). Uebertragen wird AIDS durch ein Retro-Virus, das HIV-Virus.

Gluecklicherweise sind HIV-Positive (= Seropositive) nicht in gleichem Masse ansteckend wie z.B. Grippekranke. Das HIV-Virus wird nur dann gefaehrlich, wenn es ihm gelingt, in die menschliche Blutbahn einzudringen.

HIV-Positiv sind Menschen, die das HIV-Virus - oft unbemerkt - in sich tragen, deren Immunsystem aber noch intakt ist. Sie fuehlen sich absolut gesund, arbeiten normal und wissen oft nicht, dass sie infiziert sind; aber sie sind ansteckend, denn sie koennen das Virus uebertragen. Vielfach bleibt das HIV-Virus waehrend einiger Zeit (oft einige Jahre) im Koerper inaktiv, beginnt dann aber eines Tages in das Immunsystem einzudringen und es systematisch zu zerstoeren (gegenwaertig betraegt die durchschnittliche Inkubationszeit ueber 10 Jahre).

AIDS-Krank sind Menschen, bei denen das HIV-Virus aktiv geworden ist und das Immunsystem zerstoert wird. Demzufolge sind sie fuer die verschiedensten Krankheiten, die bei den Nicht-Infizierten normalerweise geheilt werden koennen, besonders anfaellig und ihnen schutzlos ausgeliefert. Der Tod tritt meistens innerhalb von 2-3 Jahren nach Ausbruch der AIDS-Krankheit ein.

Es gibt verschiedene Moeglichkeiten der Infektion:

- Jegliche Art von Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner, und zwar heterosexuell und homosexuell;
- das Spritzen von Drogen, wenn infiziertes Spritzenmaterial verwendet wird;
- waehrend der Schwangerschaft einer infizierten Mutter, bei der Geburt und waehrend der Stillperiode: Uebertragung auf das Kind durch die Plazenta (Mutterkuchen) oder durch Muttermilch (geringe Infektionsmoeglichkeit);
- Bluttransfusion, Uebertragung von Blutprodukten eines HIV-Infizierten (dieser Ansteckungsweg ist in westlichen Laendern sehr selten);
- erste Hilfe bei Unfaellen (Helfer koennen praktisch nie wissen, ob sie einen HIV-Infizierten vor sich haben. Ansteckung des Helfers ist aber nur moeglich, wenn das Blut eines HIV-Traegers die Haut des Helfers verunreinigt und dieser selbst verletzt ist. Zum Schutz kann der Helfer den Kontakt mit dem Blut des Unfallopfers vermeiden. Evtl. verunreinigte Haut ist sofort zu desinfizieren! Bei der Mund-zu-Mund-Beatmung ist kein Schutz noetig, da kein eindeutiger Fall einer Infektion durch Speichel bekanntgeworden ist.)

Kein Risiko beinhalten dagegen:

- Kontakt mit Speichel von Infizierten (Kuessen);
- Kontakt mit Traenen von Infizierten;
- Kontakte im taeglichen Umgang, wie Beruehrungen (die Hand geben);
- Gegenstaende des Alltags (Geschirr, Besteck, Handtuecher, Waesche, Tuerklinken etc.);
- Atemluft, Husten, Niesen;
- gemeinsame Benuetzung von Toiletten;
- Schwimmbaeder etc.

Auf diese Krankheit muss deutlich hingewiesen werden. Aids ist eine Seuche, die keine Grenze kennt und weltweit immer mehr Verbreitung findet.

Wie kann man sich schuetzen?

Die Vorbeugung ist die einzige Schutzmoeglichkeit.

Nach dem gegenwaertigen Stand der medizinischen Forschung ist eine Heilung nicht moeglich. Daher kommt der Vorbeugung (Praevention) als einziger Schutzmoeglichkeit besondere Bedeutung zu. Hier soll erstrangig auf die Partnerschafts- und Lebensgestaltung im Sinne unseres Glaubens hingewiesen werden.

- keine vorehelichen und ausserehelichen Sexualbeziehungen;
- keine homosexuallen Beziehungen;
- Verzicht auf Drogen, d.h. injizierbare Rauschmittel; 

"Denn es heilte sie weder Kraut noch Pflaster, sondern dein Wort, Herr, welches alles heilt" (Weisheit 16, 12).

2.13 Verschiedene Konsumzwaenge

Wir duerfen dankbar sein, dass wir in einer Zeit leben, in der existentielle Not in der Regel nicht vorherrscht. Das Angebot der Waren und Dienstleistungen ist gross. Es bedarf einer bestimmten Muendigkeit, sich zurechtzufinden und mit seinem Geld gut hauszuhalten.

Wir opfern von dem, was uns der liebe Gott gegeben hat, und gehen mit dem verbleibenden Geld verantwortungsbewusst um. Wir hueten uns, Schulden zu machen, um nicht in unnoetige finanzielle Abhaengigkeit zu gelangen.

Der Geist des Neides verleitet dazu, dass man unbedingt alles haben muss, was der andere besitzt.

Auch werden immer mehr Beduerfnisse geweckt. Der Leid bedarf der Pflege. Aber muss man ihm uebertriebene Formen der Kosmetik und der Koerperbildung zufuehren?

Wir widerstehen den Konsumzwaengen und bewahren uns die Freiheit, mit den verschiedenen Angeboten verantwortungsbewusst umzugehen. 

"Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiss, dass ihr des alles beduerfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen (Matthaeus 6, 31-33).

2.14 Spielleidenschaft

Man mag denken, die Zeit ist laengst vorueber, als man durch das Kartenspiel Haus, Hof und Ehre verspielte. Nun, auch heute gibt es Menschen, die sich durch ihre Spielleidenschaft zugrunderichten und auch andere ins Elend stuerzen.

Teuflischen Geistern folgend hat man immer neue Formen und Instrumente ersonnen, die nur eines zum Ziel haben: Dem unreifen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen und ihn in die Abhaengigkeit von dieser Leidenschaft zu bringen.

Wir meiden alle Formen der Geldspiele und Gluecksspiele, weil wir erkennen, dass wir damit ausschliesslich dem Mammon dienen. 
"Niemand kann zwei herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird den einen anhangen und den anderen verachten. Ihr koennt nicht Gott dienen und dem Mammon" (Matthaeus 6, 24).

2.15 Sport und Sportveranstaltungen

Sportliche Betaetigung ist speziell fuer junge Menschen unerlaesslich. Vielfaeltige Formen koerperlicher Uebungen tragen dazu bei, dass man gesund bleibt.

Auch zu diesem Zweck koennen sich jugendliche Geschwister zusammenfinden.

Manche Sportart kann nur ausgeuebt werden, wenn man einem Verein beitritt. Wenn es um die Zugehoerigkeit zu einem Verein geht, so sollte man sich vergewissern, dass damit keine Verpflichtung zur Teilnahme an Veranstaltungen am Sonntag und zu sonstigen Zeiten mit kirchlichen Aktivitaeten einhergeht.

Wenn man Sportveranstaltungen besuchen will, soll man bedenken, welche Atmosphaere dort herrscht. Oftmals sind Massenhysterie und Gewalt Begleitumstaende, denen man unfreiwilligerweise unterworfen wird.

Sportliche Aktivitaeten sollen eine sinnvolle Foerderung des gesundheitlichen Wohlbefindens darstellen. Vereinsbezogenes Engagement darf nicht zu Ueberschneidungen mit kirchlichen Aktivitaeten fuehren. 

Als Entscheidungshilfe mag dienen, was wir im 2. Makkabaeer 4, 7-17 lesen:

"Da aber Seleukus gestorben war und das Regiment auf Antiochus den Edlen kam, stand Jason, des Onias Bruder, nach dem Hohepriesteramt und verhiess dem Koenig, wenn er's zuwege braechte, dreihundertundsechzig Zentner Silber und von anderm Einkommen achtzig Zentner. Und ueberdas verhiess er ihm auch sonst zu verschreiben hundertundfuenzig Zentner, wenn man ihm zulassen wollte, dass er ein Spielhaus herrichten moechte und die Antiochier, die zu Jerusalem wohnten, als Buerger einzuschreiben. Da solches der Koenig bewilligte und Jason das Priestertum kriegte, gewoehnte er alsbald seine Leute an der Heiden Sitten. Und die den Juden freundlichen Rechte, von den Koenigen geordnet durch Johannes, den Vater des Eupolemus, welcher gen Rom geschickt wurde, mit den Roemern einen Bund zu machen, tat er ganz ab und tilgte die alten ehrlichen Gesetze und richtete andere, unerhliche Weise an. Gerade unter der Burg baute er ein Spielhaus uns verordnete, dass sich die staerksten jungen Gesellen darin uebern sollten.

Und das griechische Wesen nahm also ueberhand durch den gottlosen Hohenpriester Jason, dass die Priester des Opfers und des Tempels nicht mehr achteten, sondern liefen in das Spielhaus und sahen, wie man den Diskus warf und andere Spiele trieb; und liessen also ihrer Vaeter Sitten fahren und hielten die griechischen fuer koestlich. Sie mussten's auch wohl bezahlen; denn Gott schickte ueber sie eben die, welchen sie solchen Spiele wollten nachtun, dass die sie mussten strafen. Denn es ist mit Gottes Wort nicht zu scherzen; es findet sich doch zuletzt."

2.16 Moderne Geistesstroemungen

Zu den Gefahren fuer Leib und Seele zaehlt auch die unkritische Beschaeftigung mit Geistesstroemungen, die sich als Ergebnis des antichristlichen Zeitgeistes enttarnen lassen.

Unser Stammapostel hat das dringende Anliegen, dass wir auch hierin eine Orientierung erfahren und hinreichend informiert sind.

Wir leben in einer boesen Zeit, wo sich das Wort des Herrn tausendfach bestaetigt: "Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und grosse Zeichen und Wunder tun, dass verfuehrt werden in den Irrtum (wo es moeglich waere) auch die Auserwaehlten" (Matthaeus 24, 24). Die Verfuehrung geschieht heute nicht mehr in derselben Weise wie frueher. Der Fuerst der Finsternis findet immer neue Methoden, und sein Angebot wird immer raffinierter. Unter wunderschoenen Deckmaentelchen, die mit dem Namen des Christentums gefaerbt sind, treibt er sein verderbendes Handwerk mit grossem Erfolg. Die Menschen werden in hellen Scharen verfuehrt und kommen in den ausausweichlichen Bannkreis der teuflischen Maechte. "New Age", dieser Satanskult, ist ein der neuen Bewegungen, die um sich greifen wie ein Krebsgeschwuer.

In den letzten Jahren haben sich unter Jugendlichen Einfluesse einer der Jesu- und Apostellehre zuwiderlaufenden Geisteshaltung bemerkbar gemacht. Stichworte wie "Spiritualitaet", "Okkultismus", "Esoterik", "Transformation" (Umwandlung), "Bewusstseinserweiterung", "Selbstfindung", "Postmoderne" usw. deuten das unendlich breite Spektrum dieser gefaerhlichen Bewegung an. Sie gewann zu Beginn der 80er Jahre verstaerkt Einfluss in Europa und wird unter dem Sammelnamen "NEW AGE" beschrieben.

Was verbirgt sich dahinter?

- "New Age": deutsch = "Neues Zeitalter"

- Der Begriff "New Age" basiert auf einer Vorstellung aus der Astrologie, nach der alle 2000 Jahre ein anderes Sternzeichen fuer das Geschehen auf Erden bestimmend sei. Mit unserem Jahrhundert gehe das bisherige "Fische-Zeitalter" (gekennzeichnet durch Ideologien, Konfrontation, Konkurrenz, Umwaelzungen = "Forschen und Denken") zu Ende; es werde abgeloest durch das "Neue Zeitalter": das "des Wassermanns" (wobei das anbrechende "Neue Zeitalter" von hoeherer Qualitaet sei und die Verlagerung von Haben zum Sein bringe, die Versoehnung von Gegensaetzlichkeiten, usw.)

Welche Ziele werden verfolgt?

- Die "New Age" zugehoerigen Gruppierungen und Einrichtungen zielen darauf ab, eine neue Weltordnung aufzubauen und die Welt fuer Luzifer einzunehmen.

- Die New-Age Bewegung will den Glauben an Gott ganz aufloesen.

- Es wird ein neues Weltbild begruendet, in dem der Mensch als Teil des Kosmos selbst Schoepferqualitaeten hat.

- Selbstverwirklichung, Bewsusstseinserweiterung und Selbstfindung gelten als Leitweg in das Neue Zeitalter (= in das "New Age").

Hinsichtlich der Geschichte dieser Geistesstroemung sein angemerkt:

- Das weit verbreitete Netz von Organisationen, das wir heute "New-Age"- Bewegung nennen, entstand im Jahr 1875. Die Anhaenger glaubten an Geistwesen und satanische Kraefte sowie an die Erleuchtungskraft des Luzifer.

- Ein Luziferbefehl lautete, die Bewegung und ihre Lehren fuer hundert Jahren geheimzuhalten: daher Veroeffentlichung von ersten New-Age-Schriften erst im Jahr 1975. Ein breites Propagandanetz umzieht zwischenzeitlich die ganze Welt.

Das New-Age-Denken ist weit verbreitet:

Gegenwaertig sollen bereits mehr als 10.000 Gruppierungen mit der "New-Age" Bewegung assoziiert sein. Das Branchenbuch "Connections New Age" kennt allein fuer den deutschsprachigen Raum ueber 2000 einschlaegige Adressen von Lehrern, Zentren, Schulen, Herstellern, Verlagen, Zeitschriften, Gruppen, Orden, Gemeinschaften, Veranstaltern, Lehrinstituten, Akademien, Kurorten, Laeden, Dienstleistungseinrichtungen, Kliniken, Restaurants usw. in den Bereichen Wissenschaften, Okkultes, Soziologie, Wirtschaft, Medizin und Therapie, Psychologie, Kunst, Theater, Neue Religion, Neue Kultur, Philosophie und Erziehung. Man schaetzt, dass im deutschen Sprachgebiet gegenwaertig bereits ca. 20.000 Menschen ihr Auskommen mit "New-Age"-Artikeln und Dienstleistungen finden.

Serioese Quellen stellen heraus, dass die "New-Age"-Bewegung gegenwaertig etwa 40 Millionen Mitglieder aufweist. Ca. 80 Millionen Menschen lesen regelmaessig "New-Age"-Literatur. Hinzu kommt die nicht zu unterschaetzende Zahl von Personen, die - ohne es selbst zu erkennen - unter "New Age" Einfluss denken und handeln.

Unsere Apostel warnen sehr nachdruecklich vor diesem gefaehrlichen Zeitgeist. 

Bei der "New Age"-Bewegung haben wir es mit einer Irrlehre zu tun, die

- schleichend den Glauben abtoetet
- von Gott entfremdet
- den Menschen zu Gottaehnlichkeit erhoeht.

Die gefaehrliche, glaubensschaedigende Kraft von "New Age" liegt in der unmerklichen Einflussnahme auf den Kern der Persoenlichkeit mit Auswirkungen auf den ganzen Menschen, bestehend aus Seele, Geist und Leib. Letztlich fuehren die Lehre und die Ziele der "New Age"-Bewegung zur totalen Abhaengigkeit des Menschen von den Geistesmaechten, die auf ihn einwirken.

Bei den Glaubensgeschwistern, die sich diesen Ideen ergeben,

- unterbleiben allmaehlich Aufschauen, Demut und Nachfolge
- Wort und Sakramente erscheinen ueberfluessig.

Auch unter Jugendlichen erfreuen sich moderne "Spiele" ("Rollenspiele" genannt), groesserer Beliebtheit. Man identifiziert sich mit - speziell mystischen, magischen und okkulten - Rollen und spielt sie, indem man das eigene persoenliche Leben darauf abstimmt. Hinter vordergruendig harmlosen Praktiken verbergen sich ernste zerstoererische Ansichten.

Die Heilige Schrift warnt bereits vor den auftauchenden Irrlehren der Endzeit. Der biblische Rat in diesem Zusammenhang lautet: "Glaubet nicht einem jeden Geist, sondern pruefet die Geister, ob sie von Gott sind!" (1. Johannes 4, 1).

Wie sicher sind doch die Worte des Apostels Petrus:

"Denn wir sind nicht klugen Fabeln gefolgt, da wir euch kundgetan haben die Kraft und Zukunft unsers Hern Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen" (2. Petrus 1, 16).

Die Verherrlichung von Gewalt und der Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele finden gegenwaertig viele Anhaenger. Das beklagen wir.

Das Boese wird durch wenige Maechte so unmittelbar leidvoll selbst erlebt wie durch Gewalt: Verbrechen, Mord, Terror, Krieg und anderes mehr.

Gewalt gegen den Naechsten einzusetzen widerspricht voellig dem Geist der Bergpredigt und dem goettlichen Gebot der Naechstenliebe. 

3. Schlussbemerkung

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt! lautet ein Sprichwort. Wenn wir den Hinweisen unserer Segenstraeger folgen, bleiben wir vor Schaden bewahrt.

Als Gotteskind sind wir zu Hoechstem berufen. Unser himmlischer Vater will uns in seiner Liebe begegnen, genauso wie es auch sein Wille ist, allen Menschen zu helfen.

Dazu erfahren wir zeitgemaess seinen Willen.

In diesem Sinne sind diese Hinweise zu verstehen.

Unser Herr und Heiland hat im hohenpriesterlichen Gebet auch fuer uns gebetet:

"Ich bitte nicht, dass du sie von der Welt nehmest, sondern dass du sie bewahrest vor dem Uebel" (Johannes 17, 15).

Und er fuegte hinzu:

"Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, dass sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegruendet ward" (Johannes 17, 24).

Dieses Ziel moechten wir erreichen.

Darum gilt das Wort jedem von uns:

"Tue das, so wirst du leben!" (vgl. Lukas 10, 28)

Geehrte Leser,

Ich wiederhole nur kurz die Stellungnahme von Stammapostel Fehr: "Und wie wir unser Privatleben gestalten, liegt in der Verantwortung jedes einzelnen. Wir waehlen frei unseren Beruf und unseren Ehepartner, haben unsere Hobbys und gehen unseren Interessen nach. Sicher wurden und werden uns aus gemachten Erfahrungen hierzu manche Empfehlungen und Ratschlaege gegeben; wie wir damit umgehen, entscheidet aber jeder fuer sich".

Brauche ich noch kommentieren? Geehrte Leser, diese Stellungnahme ist eine grosse Luege! Natuerlich darf ich mein Privatleben gestalten wie ich das selbst wuensche. Aber... Die Drohbotschaft die mich begleitet wenn ich es nicht gemaess den Anweisungen der NAK-Apostellehre tue, koennt ihr im obigen Artikel deutlich erkennen!
- "Es versteht sich von selbst, dass wir deswegen keinen Gottesdienst versaeumen".
- "versaeumte Heiligung fuer den Gottesdienst".
- "Uns wird geraten, die genannten Staetten nicht aufzusuchen. Vielmehr suchen wir nach Moeglichkeiten, mit Gotteskindern Gemeinschaft zu pflegen, und wir nutzen sie".
- "Wir suchen unsere Kontakte in der Gemeinde und meiden den Zugang zu Gruppen, die dem guten Geist der Familie und Gemeinde zuwiderlaufen".
- "Werden wir vor die Entscheidung gestellt, so brauchen wir uns nur zu fragen: Wird der Herr dich von dort entruecken, wenn er erscheint?"

Wird hier gedroht? Wird hier behauptet, das Privatleben der NAK-Mitglieder wird ueberwacht? "Nein", sagt Stammapostel Fehr!
Wie ist es aber wirklich? Ich zitiere aus obigem Dokument:

"Hinweise zu Gefahren fuer Leib und Seele sind mehr als eine Lebenshilfe; sie sind ein Angebot der Hilfe zur Erreichung des Glaubenszieles. Als solches haben sie eine auf dem Glaubensgehorsam beruhende Verbindlichkeit".
Also: Alles was man im Leben (nicht) tut, hat direkte Konsequenzen fuer die Chance, das Glaubensziel zu erreichen. Deshalb sollte man, ob es um Diskotheken-, Theater- oder Filmbesuch geht, ob es ueber Fernsehen- und Video schauen geht, alle Anweisungen sollte man nachfolgen, denn sie haben "eine auf dem Glaubensgehorsam beruhende Verbindlichkeit".

Geehrte Leser: In obigem Artikel wird genau das gemacht, was vom Stammapostel oeffentlich, mit trockenen Augen, verneint wurde.

Hochachtungsvoll,

Peter N.

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