Dokument 'Dienen und Fuehren in der Neuapostolischen Kirche' von der
Neuapostolischen Kirche International (NAKI)


Leitbild: Dienen und Fuehren in der Neuapostolischen Kirche

- In der Reihenfolge (Dienen und Fuehren) liegt die Gewichtung.
- Dienen und Fuehren sind Aufgaben aller Amtstraeger.
- (Anm.: Fuehren. d.i. Vorangehen und "an die Hand nehmen")
- Mt. 20, 25-26: "Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die
Herrscher ihre Voelker niederhalten und die Maechtigen ihnen Gewalt antun. So
soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch gross sein will, der sei
euer Diener."
dazu auch:
Mt. 7, 12: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut
ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten."
2. Kor. 1, 24: "Nicht dass wir Herren waeren ueber euren Glauben, sondern wir
sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr steht im Glauben." (alle Stellen gem.
Luther-Uebersetzung 1964)
- Die Erfahrung lehrt, dass es an der Erfuellung dieser Gebote Jesu da und dort
mangelt; dies war Anlass zu berechtigter Kritik.
- Stammapostel Fehr hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Kritik aus dem
Kreis der Geschwister aufzunehmen und auszuwerten hat. Hierbei wird unterschie-
den zwischen Kritik
-- an der obersten Kirchenleitung und
-- an allen Amtstraegern.

Beispiele fuer solche Kritikpunkte (betreffend aller Amtsstufen):
- Ein gesteigertes Anspruchsdenken bei den Menschen in der westlichen Welt fuehrt
zu hoeheren Anforderungen an die Seelsorge.
- Mangelndes Einfuehlungsvermoegen von Amtstraegern fuehrt zu Enttaeuschungen.
- Aussagen zu Fachthemen von darin nicht kompetenten Leuten fuehrt dazu, sich
selbst und die Kirche laecherlich zu machen.
- Bibelzitate werden aus dem Zusammenhang gerissen und falsch interpretiert.
- Mitdienen stoesst oft auf Ablehnung, wenn nicht nahtlos fortgesetzt wird, zu
viel wiederholt wird und zu viel Lob und Dankerguesse hervorkommen. Besonders
befremdend wirkt es, wenn Amtstraeger sich gegenseitig korrigieren.
- Ein autoritaerer Fuehrungsstil wird zunehmend beanstandet.
- Mehr Kommunikation von Amtstraegern und Geschwistern, mehr Wertschaetzung der
Leistungen und mehr Achtung der Persoenlichkeit jedes einzelnen waeren foerderlich.
- Abwertendes Sprechen und behandlen von Mitmenschen wirkt abstossend.
- Fehlendes Problembewusstsein und mangelnde Kritikbereitschaft der Amtstraeger
zerstoeren das Vertrauen.
- Es wird fehlende Zeit zur Aussprache beklagt.
- Gestiegene innerkirchliche und berufliche Anforderungen an die Amtstraeger,
insbesondere der Bezirksvorsteher, erfordern die Delegation von Aufgaben.
- Bevorzugungen einzelner Amtstraeger und Geschwister werden als ungerecht
beanstandet.

Es waere voellig falsch, die aufgezaehlten Punkte als Kritik von ewigen
Noerglern abzutun, sondern wir sollten uns um erforderliche Veraenderungen
und Verbesserungen bemuehen.
Unser Dienen ist nicht Selbstzweck, sondern soll dazu dienen, dass alle Anver-
trauten das Ziel erreichen.
Fuer unser Dienen und Fuehren ist Jesu Lehre grundlegend, hierzu ist ein inniges
Gebetsleben, ein Gehorsam Gott gegenueber und ein gottesfuerchtiges Handeln not-
wendig. In uns muss die Ueberzeugung des goettlichen Willens stehen, Jesu Lehre
uns heilig sein, sein Vorbild und Vertrauen fuer uns praegend sein.
Stap. Fehr zitierte zu Pfingsten 1995:
Lasset uns am Alten,
so es gut ist, halten,
doch auf altem Grund
Neues wirken jede Stund
.

Veraenderungen der menschlichen Wertvorstellungen wirken sich auf die Gottes-
kinder aus. Ein von Kommunikation und Kooperation gepraegtes Verhalten ist
heute notwendig, durch verantwortungsbewusstes Mitdenken wollen wir die not-
wendigen Gaben und Faehigkeiten entwickeln ... (Anm. RF: ein oder zwei Worte
unleserlich)


Dienen und Fuehren in der Neuapostolischen Kirche (Kurzfassung)

1. Die Lehre Jesu Christi und sein vorbildliches Wirken ist fuer unser
Dienen und Fuehren in der Neuapostolischen Kirche bindend und massgebend
fuer den Umgang mit unseren Mitmenschen.
2. Unser Wirken soll dazu beitragen, dass alle Glaeubigen die ewige Gemein-
schaft mit Gott erlangen und auf dem Weg dorthin gluecklich werden.
3. Bewaehrtes erhalten wir. Die zeitgemaessen Impulse des Heiligen Geistes
setzen wir in die Tat um.
4. Gegenseitige Achtung, Offenheit, Bescheidenheit und Verschwiegenheit
sind Voraussetzung fuer eine gesegnete Zusammenarbeit und fuehren zu einer
gottwohlgefaelligen Gemeinschaft.
5. Unsere kirchliche Autoritaet wird in Liebe, gerechtigkeit und beispiel-
haftem Vorleben ausgeuebt.
6. Frieden bewahren wir durch Gebete, gemeinsame Gespraeche und den Wil-
len zur Versoehnung.
7. Wir bekennen uns dazu: Gott und sein Werk sind uns heilig!


Neuapostolische Kirche International
1. Oktober 1998

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