Brief (8.6.1998) von Erwin Meier an BezEv Samuel Pluess.

Lieber Br. Pluess,

am 19.5.1998 hat Glaubensbruder Xxxxxx (Niederlande) dem Stammapostel einen Brief
gesandt, in dem er folgenden Satz aus einem Artikel der Waechterstimme Nr 3 vom
1.11.1949 zitiert:
"Er (der himmlische Vater) hat Vater Krebs den Anfang,
Vater Niehaus den Fortgang
und Ihnen die Vollendung seines Werkes anvertraut".
Dieser Satz entstammt einem persoenlichen Brief des Bezirksapostels Walter Schmidt
an den damaligen Stammapostel J.G. Bischoff. Xxxxxx zieht nun in Betracht, dass
dieser Satz moeglichweise als Zeugnis fuer die spaetere Botschaft betrachtet worden
ist.

Gleichzeitig steht aber seit etwa 1939 fest: Stammapostel Bischoff wollte von
einem Nachfolger nichts wissen. Er hat bei allen Versuchen seiner Mitapostel, die
ihn zur Nachfolge-Regelung stimulierten, ueberaus empfindlich, nervoes und
feindselig reagiert. Ich meine, dass dieses unverstaendliche, aber typische
Verhalten Bischoffs mit seiner Fuehrermentalitaet, seinem lebenslaenglichen
Fuehrungsanspruch, mit seinem patriarchalen Gehabe, seinem Character und sicher
auch mit seiner Familien(all)macht-politik etc zu tun hat. Er selbst gibt im hohen
Alter zu, dass er nie fuer die Wahl eines Nachfolgers eingestellt war.
Befremdend ist nun aber Stammapostel Fehrs (oder Ihre) Antwort vom 26.5.1998 zur
Botschaft: "Denen, die daran glaubten, wurde es nicht zum Schaden". Lieber
Bruder Pluess, hier liegt der Stammapostel oder Sie absolut daneben. Ihr habt mit
Sicherheit von zahlreichen Faellen gehoert, bei denen neuapostolische Seelsorger in
den 50er Jahren bis zum Tod Bischoffs jungen Menschen geraten haben, keine
Berufslehre zu beginnen, weil der Herr jeden Moment kommt, oder gewisse
Berufsgattungen nicht zu erlernen, weil diese mit Schicht- und Sonntagsarbeit
verbunden sind (zB Pflegeberufe, Hotellerie, Verkehr) und nicht alle Gottesdienste
besucht werden koennten. Ihr wisst genau, dass heute noch viele Geschwister unter
den Folgen jener Ratschlaege massiv leiden, sei es in wirtschaftlicher oder
gesundheitlicher Hinsicht! Es sind psychosomatische, psychische und soziale
Schaeden vorhanden. Wenn Ihr nun behauptet, "denen, die daran glaubten, wurde
es nicht zum Schaden", dann muss ich annehmen, dass Ihr euch nicht scheut,
wissentlich die Unwahrheit zu sagen.

Mit vielen Gruessen,

(gez.) Erwin Meier

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