html> Willkommen bei diesen kritischen Seiten ueber die NaK Brief (14.2.1997) von Erwin Meier-Widmer an BezAp Dessimoz.

Lieber Peter,

auf unser gestriges Gespraech hin bei mir in Schaffhausen, in Gegenwart Deines
Mitarbeiters, Priester Arthur Sigrist, sende ich Dir wunschgemaess eine Doku-
mentation ueber meine allererste Korrespondenz mit dem Sekretariat NAK Interna-
tional sowie mit Richard Fehr (15.5.1995 bis 15.6.1996). Diese Zusammenstellung
moege Dir Aufschluss geben, mit welchen Anliegen ich mich anfaenglich an die
Kirchenleitung gewandt habe und welche Antworten daraufhin abgegeben bzw nicht
abgegeben wurden. Insbesondere moechte ich auch Deinen Hinweis erwaehnen, dass
Du von Richard Fehr ueber meinen Themenkatalog vom 18.1.1996 bis zur Stunde nicht
informiert worden bist.

Am Anfang unserer gestrigen Besprechung hast Du Dich interessiert, welche Beweg-
gruende mich veranlassten, mich mit verschiedenen Kirchenthemen zu befassen. Die
Beweggruende sind biblisch. Ich habe hingewiesen auf Markus 13, 37: "Was ich aber
euch sage, das sage ich allen: Wachet!" sowie auf Matthaeus 18, 15-17: "Wenn aber
dein Bruder gesuendigt hat, so geh hin und stelle ihn unter vier Augen zur Rede!
Hoert er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hoert er nicht auf dich, so
zieh einen oder zwei andere mit hinzu. Denn: Auf die Aussage zweier oder dreier
Zeugen hin soll jede Streitsache geklaert werden. Will er auf sie nicht hoeren,
so sag es der Gemeinde. Hoert er auch auf die Gemeinde nicht, so soll er dir wie
ein Heide und Zoellner gelten." (Uebersetzung nach Prof. U. Wilkens).

"Die Neuapostolische Kirche ist die Kirche Jesu Christi, gleich den apostolischen
Gemeinden zur Zeit der ersten Apostel", so zu lesen in "Fragen und Antworten",
Ausgabe 1992, Seite 77. Als Glaeubige und Mitglieder dieser Kirche duerfen wir
erwarten, ja sogar fordern, dass in einer Kirche mit diesem Anspruch die reine
Jesulehre
gelehrt wird. Da dies erwiesenermassen auf einigen Gebieten der Lehre
und der Praxis in unserer Kirche nicht der Fall ist, muessen verantwortungsbewusste
Gemeindeglieder und Aemter auf diese Diskrepanzen und Missstaende hinweisen und
die Rueckkehr zu den Aussagen Jesu verlangen. Jesu Anweisungen sind als absolute
Verbindlichkeiten zu verstehen.

Wir haben bei unserem Gespraech verschiedenste Themen gestreift und sind
schliesslich so verblieben, dass wir zu einem spaeteren Zeitpunkt die Diskussion
weiterfuehren werden.

Zuletzt habe ich Euch zwei Synopsen vom 11.2.1997 vorgelegt und erlaeutert. Bei
der Gegenueberstellung der Aemterhierarchie ist zu beachten, dass in der Urkirche
Apostel Petrus von Jesu den Auftrag erhielt "zu weiden" und seine Brueder zu
staerken. "Der Groesste unter euch soll euer Diener sein." Ja er soll der Diener
aller anvertrauten Seelen sein, er soll die Laemmer und die Schafe weiden.
Dies setzt grosse Liebe zu Jesu als auch zu seiner Herde voraus, aber auch grosse
Demut und Ergebenheit. Die Aemterhierarchie habe ich daher in der Abbildung der
Urkirche mit zur Basis besenkter Spitze dargestellt. Die Neuapostolische Kirche
mit dem Stammapostel an der Spitze habe ich in einer Abfolge von drei Bildern
gezeigt mit einem Zeitsprung von je 50 Jahren. Es faellt auf, dass die Spitze der
Aemterhierarchie nach oben gerichtet ist und dass der Abstand der Spitze zur Basis
zunehmend groesser wird. Das Lehrbuch "Fragen und Antworten", aber auch die
Praxis, geben uns Antwort auf diese schwerwiegende und folgenschwere Abkehr.
Frage 180: Welche Aufgaben haben die Apostel? Antwort: u.a. "die Kirche zu
regieren
".

Zwischen Dienen und Regieren liegt ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht,
Sommer und Winter, Hitze und Frost. Die heutigen Apostel dienen am Altar (mit
dem Wort) bis sie vom Altar herunter kommen, dann regieren sie. So springen sie
zwischen dienen und regieren unablaessig hin und her, von einem Pol zum andern.
Die heutigen Apostel leben in einer schizoiden Situation (Schizophrenie-aehnlich),
aber soetwas lehrte Jesus nicht.

Das "Drei-Kreise-Modell" zeigt, in welchem Sinne die Aufgabenteilung in unserer
Kirche vorgenommen werden muesste. Die ueberhoehte Position des Stammapostels
hat zu Missstaenden, Auswuechsen und finanziellen Defiziten gefuehrt, die eine
dringende und rasche Renovation innerhalb der Kirche erfordern. Es ist unuebersehbar,
dass die neuapostolische Kirchenleitung von ihren Glaeubigen zunehmende Geldopfer
fordert (Dank-, Buss- und Betteltag), waehrend sie selber nicht bereit ist, von
ihrem ueberschwenglichen, ueppigen Lebensstil abzuweichen. Von einem Vorbildeffekt
ihres Herrn und Meisters ist nichts zu sehen. Fasten erscheint ihnen laecherlich.
Dennoch aber bleibt das Wort: einer ist euer Meister, Christus! Daher soll eine
Aufgabenteilung dafuer sorgen, dass die vollamtlichen Seelsorger (Apostel und
Bischoefe) sich ausschliesslich auf ihre Seelsorgetaetigkeit konzentrieren, die
uebrigen Aufgaben aber, insbesondere die Finanz-, Verwaltungs- und Baupolitik den
faehigen und entsprechend ausgebildeten Fachkraeften ueberlassen. Die Ueberwachung
(Supervision) soll durch gewaehlte "Aelteste" gewaehrleistet werden, welche Kontroll-,
Rechenschafts- und Schlichtungsfunktionen uebernehmen sollen. Und ueber allem soll
einer stehen: Jesus Christus (und nicht ein selbsterfundener, allmaechtiger und
"unfehlbarer" Stammapostel).

Mit vielen Gruessen

Dein

(gez.)Erwin



Kopien an:
- Pr. A. Sigrist und Bi H. Sigrist
- die Freunde der reinen Jesulehre im In- und Ausland
(mit zwei Synopsen vom 11.2.1997)

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